Vom Schüler zum Stadtplaner: Paul Faltin über seine Cottbuser Reise
Mit großen Schritten voran: Die Stadtentwicklung in Cottbus/Chóśebuz erlebt zurzeit einen spannenden Aushandlungsprozess, der sich zwischen Politik, Bürgern und der Stadtverwaltung abspielt. Ziel ist es, die Lebensqualität der Bürger zu sichern und die Stadt zukunftssicher und lebenswert zu gestalten. Der Fachbereich Stadtentwicklung ist dabei der Schlüsselakteur, der über 1.000 Mitarbeitende in die Waagschale wirft, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Dazu gehört auch die wichtige Bürgerbeteiligung, die einer der Grundpfeiler der Stadtentwicklungsarbeit darstellt. Denn bei der Gestaltung ihrer Stadt dürfen die Stimmen der Bürger nicht fehlen.
Ein Beispiel für den Werdegang im Rahmen dieses Prozesses ist Paul Faltin, ein Alumnus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus. Was hat diesen Mann motiviert, Stadtplanung zu studieren? Ursprünglich hegte er den Traum, Pilot zu werden. Nach dem Abitur zogen finanzielle Rahmenbedingungen und der Wunsch nach einem krisensicheren Beruf jedoch einen Umstieg in die Stadtplanung nach sich. Die BTU war für ihn die naheliegende Wahl – nicht nur wegen der Nähe zu Berlin, sondern auch aufgrund der günstigen Lebenshaltungskosten und der Größe der Universität. Darüber hinaus blickt Faltin auf eine positive Studienzeit zurück, in der er das studentische Leben in Cottbus genossen hat.
Vielfältige Perspektiven im Beruf
Neben den theoretischen Kenntnissen konnte Faltin praktische Erfahrungen sammeln, indem er während des Studiums als Aushilfsfahrer bei Cottbusverkehr arbeitete. Diese Tätigkeit brachte ihm neue Einblicke in die Stadtplanung. So konnte er nicht nur einen Kindheitstraum leben, sondern auch an einer Technologie mitwirken, die Straßenbahnen an Ampeln priorisierte, was die Effizienz des öffentlichen Nahverkehrs erheblich steigerte.
Nach seinem Abschluss war Faltin als Network Planning Manager bei Flix erfolgreich, wo er die Herausforderung annimmt, Fahrpläne für etwa 50 Buslinien in Europa zu gestalten. Dabei optimiert er die Linien und reagiert flexibel auf äußere Herausforderungen wie Baustellen. Dennoch vermisst er das Experimentieren im Studium, sieht jedoch Licht am Ende des Tunnels: Bald beginnt er eine Ausbildung zum Verkehrspiloten bei Lufthansa.
Bürgerbeteiligung im Fokus
Im Bereich der Stadtentwicklung zeigt sich, wie wichtig es ist, die Bürger schon frühzeitig in den Prozess einzubinden. Digitale Bürgerbeteiligung, beispielsweise durch „Ideenkarten“, ermöglicht es den Bürgern, Vorschläge zu unterbreiten und aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitzuwirken. Das Interesse der Bevölkerung ist gefragt, und es gibt zahlreiche Beteiligungsverfahren, die über Bürgerbefragungen bis hin zu interaktiven Ideenplattformen reichen. Diese Verfahren fördern nicht nur die Bürgeraktivität, sondern sorgen auch dafür, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Bürger Gehör finden.
Beispiele aus anderen Städten zeigen, wie erfolgreich Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung sein kann. In Frankfurt am Main, im Stadtteil Nied, wurden seit 2016 im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ Bürgerideen gesammelt und in die Entwicklungsziele integriert. Hier sorgten über 250 Eingänge und mehr als 200 Kommentare aus der Bürgerschaft dafür, dass die von den Menschen gewünschte Stadtgestaltung in den Fokus rückt.
Die Herausforderungen in der Stadtentwicklung sind vielseitig und erfordern ein interdisziplinäres Vorgehen. Es bleibt zu hoffen, dass auch in Cottbus/Chóśebuz der Trend zur aktiven Bürgerbeteiligung weiter vorangetrieben wird, um die Stadt lebenswerter und zukunftssicher für alle Generationen zu gestalten. Der Weg ist das Ziel und er ist erst der Anfang der spannenden Reise, die sowohl Planer als auch Bürger gemeinsam gestalten müssen.
Für weitere Informationen zur Stadtentwicklung in Cottbus lesen Sie Cottbus.de. Besonderes Augenmerk auf innovative Beteiligungskonzepte legt Wer Denkt Was, während das Erlebnis von Paul Faltin an der BTU verdeutlicht, wie wichtig praxisnahe Erfahrungen für künftige Stadtplaner sind.
