Winkelmann erhält Meckel-Preis für seine herausragende Anatomieforschung!
Am 9. Juli 2026 wurde Prof. Dr. Andreas Winkelmann, Professor für Anatomie an der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB), mit dem renommierten Meckel-Preis ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt seine beachtlichen wissenschaftlichen Verdienste in der Erforschung und Erhaltung medizinischer Sammlungen. Besonders im Fokus stehen seine Arbeiten zur Geschichte und Ethik der Anatomie sowie zur Provenienzforschung an menschlichen Überresten aus der NS- und Kolonialzeit. Ein klarer Beweis dafür, dass die Wissenschaft immer auch einen gesellschaftlichen Auftrag hat.
Der Meckel-Preis, der vom Förderverein Meckelsche Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e.V. verliehen wird, hat sich zum Ziel gesetzt, die anathematische Wissenschaft zu fördern und die Andenken an die bedeutenden Anatomen der Meckel-Dynastie lebendig zu halten. Dies sind Johann Friedrich Meckel d.Ä., Philipp Friedrich Theodor Meckel sowie Johann Friedrich Meckel d.J. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, ist mit 1.000 Euro dotiert und zielt darauf ab, herausragende wissenschaftliche Beiträge zur historischen Meckel-Forschung und zur Erhaltung anatomischer Sammlungen auszuzeichnen. Weitere Informationen dazu bietet der Webauftritt der Meckelschen Sammlungen.
Forschung und Engagement
Winkelmann ist nicht nur ein akademischer Kopf, sondern engagiert sich auch aktiv in der praktischen Lehre. Er hat sich über Jahre hinweg dem Präparieren menschlicher Leichname gewidmet, was für die anatomische Ausbildung unverzichtbar ist. Im Rahmen der Hallenser „Langen Nacht der Wissenschaften“ hielt er am 3. Juli einen aufschlussreichen Vortrag mit dem Titel „Anatomen auf dem Seziertisch – Wer war der erste ‚Körperspender‘?“, der die Zuhörer mit spannenden Einblicken in die Geschichte der Anatomie fesselte.
Aktuell leitet Prof. Winkelmann ein vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Forschungsprojekt, das sich mit der Herkunft von menschlichen Überresten der Sámi in deutschen Sammlungen beschäftigt. Hierbei wird im Kontext kolonialer Bestrebungen die Entstehung von Sammlungsbeständen untersucht, was für die wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit unserem Erbe von großer Bedeutung ist.
Die Meckelschen Sammlungen
Die Meckelschen Sammlungen, die zu einer der bedeutendsten anatomischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum zählen, sind seit 2015 als „National wertvolle Kulturgüter Deutschlands“ anerkannt. Mit etwa 8.000 medizinischen und zoologischen Exponaten, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, bieten diese Sammlungen einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Anatomie. Der Gedanke, dass Philipp Friedrich Theodor Meckel sein eigenes Skelett für die Sammlung bestimmen ließ, unterstreicht die enge Verbindung, die Wissenschaftler der Anatomie zu ihren Sammlungen eingehen.
Die Entscheidung über die Vergabe des Meckel-Preises obliegt dem Vorstand des Fördervereins, der hierbei sowohl wissenschaftliche Beiträge als auch Aktivitäten zur Pflege anatomischer Sammlungen würdigt. Was zeigt, dass sowohl die Forschung als auch die Erhaltung eine Symbiose eingehen müssen, um das Wissen um die Anatomie lebendig zu halten.
