Am 21. Mai 2026 wurde der „CAMPUS PREIS: Forschen für nachhaltige Zukunft“ an der Universität Bremen verliehen. In diesem Jahr konnten die Preisträger Shadi Attarha für seine Dissertation und Lana Draghinazzi für ihre Masterarbeit besondere Erfolge feiern. Der Preis würdigt seit zehn Jahren hervorragende Abschlussarbeiten, die sich mit der nachhaltigen Ressourcennutzung, dem Umweltschutz und dem Klimaschutz befassen. Mit einer Dotierung von 3.000 Euro wird er von der KELLNER & STOLL-STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELT, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), der Universität Bremen sowie dem Verein Alumni der Universität Bremen vergeben.

Shadi Attarha befasste sich in seiner Dissertation mit nachhaltiger Landwirtschaft durch den Einsatz präziser Sensoren. Sein Forschungsansatz zielt darauf ab, Fehler in den Sensoren der smarten Landwirtschaft zu identifizieren, um Messprobleme zu vermeiden und damit einen wichtigen Beitrag zur Langlebigkeit technischer Geräte und somit zur Ressourcenschonung zu leisten. Durch die Nutzung vernetzter Sensoren im Internet der Dinge (IoT) wird es Landwirten ermöglicht, den Einsatz von Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden effizienter zu gestalten. Die Entwicklung innovativer Algorithmen zur Echtzeit-Datenqualitätsüberprüfung ist dabei ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit. Die Lösungen sind plattformunabhängig und wurden in Kooperation mit Partnern aus Sri Lanka, Kamerun und Thailand entwickelt, was die internationale Vernetzung in der Wissenschaft unterstreicht.

Der nachhaltige Weg der Masterarbeit

Lana Draghinazzis Masterarbeit widmet sich der Entwicklung umweltfreundlicher Schmierflüssigkeiten aus Algen. Erstmals konnte nachgewiesen werden, dass Algen als Rohstoff für Schmierflüssigkeiten eingesetzt werden können. Damit wird ein wichtiger Schritt in Richtung der Ablösung mineralölbasierter Hydraulikflüssigkeiten, die als umweltschädlich gelten, gemacht. Alginat, das aus Braunalgen gewonnen wird, erweist sich als ökologisch unbedenklich und erneuerbar. Interessanterweise tragen diese Algen nicht nur zur Herstellung ökologischer Schmierstoffe bei, sondern auch zur Speicherung von CO₂, was ihre positive Klimabilanz weiter verbessert. Draghinazzis Forschungsergebnisse finden bereits Anwendung in der industriellen Entwicklung und fungieren als Basis für zukünftige Forschungsprojekte.

Technologien für die Landwirtschaft der Zukunft

Diese Auszeichnungen stehen im Kontext der globalen Herausforderungen in der Landwirtschaft, die durch das Wachstum der Weltbevölkerung, klimatische Veränderungen und knapper werdende Ressourcen geprägt sind. Innovative Ansätze wie das Forschungsprojekt PLANtAR, das vom BMBF gefördert wird, haben das Ziel, nachhaltige Informationstechnik (Green IT) mit Smart Farming zu verbinden. Dabei werden biologische abbaubare, drahtlos vernetzte Sensorsysteme entwickelt, die zur Überwachung landwirtschaftlicher Flächen eingesetzt werden. Diese Sensoren messen nicht nur kritische Parameter wie Bodenfeuchte und Temperatur, sie sind auch so konzipiert, dass sie nach der Ernte keine schädlichen Rückstände im Boden hinterlassen. Diese ressourceneffiziente Sensortechnologie ist entscheidend für die präzise Steuerung von Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz und wird als wichtiger Beitrag zur Erreichung von Klimazielen angesehen.

Die Digitalisierung der Landwirtschaft erweist sich als Schlüssel zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Mit Begriffen wie „Landwirtschaft 4.0“ wird die Idee der Vernetzung von Prozessen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette verknüpft. Ein fundamentaler Aspekt dabei ist die Überwindung bestehender Systemgrenzen zwischen Sensoren, Maschinen und Software, um die Effizienz in der Landwirtschaft zu steigern. Datengetriebene Services, die über Farm Management Information Systems angeboten werden, schaffen neue Möglichkeiten zur Optimierung der landwirtschaftlichen Praxis. Diese Fortschritte sind eine direkte Folge der kontinuierlichen Entwicklung von digitalen Ökosystemen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele miteinander verbinden.

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Die initiativen Ansätze und herausragenden Arbeiten, die durch den CAMPUS PREIS ausgezeichnet wurden, zeigen eindrucksvoll, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bedeutende Impulse für eine nachhaltige Zukunft setzen können – sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Anwendung.

Für weiterführende Informationen zu den preisgekrönten Arbeiten und den Hintergrund des CAMPUS PREIS klicken Sie bitte auf folgende Links: Universität Bremen, greenict.de, Fraunhofer IESE.