Mit den rasanten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz verändern sich auch die Möglichkeiten des Coachings. Ein neuer wissenschaftlicher Artikel von Prof. Dr. Roman Soucek und seinem Team am Institut für Empirische Sozialwissenschaften (IESW) beleuchtet den Einsatz von Chatbots im Karrierecoaching. Die Autoren präsentieren nicht nur einen neuen Chatbot, der auf lösungsorientierter Kurztherapie basiert, sondern zeigen auch, wie dieser digitale Coach bei der beruflichen Orientierung unterstützen kann. Dies ist besonders relevant in einer Zeit, in der viele Menschen nach neuen beruflichen Perspektiven suchen.

In ihrer Untersuchung testeten die Forscher die Wirksamkeit des Chatbots über einen Zeitraum von drei Wochen und nutzten dafür ein randomisiertes Kontroll-Wartegruppen-Design. Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Die Teilnehmenden des Chatbot-Coachings berichteten von einer signifikanten Reduktion negativer Emotionen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Interessanterweise ging dieser Rückgang mit einer erhöhten Klarheit über die eigenen Karriereziele einher. Medical School Hamburg berichtet über diese vielversprechenden Ergebnisse, die empirische Hinweise auf den positiven Beitrag von Chatbots in karrierebezogenen Interventionen liefern.

Die Hintergründe der Chatbot-Entwicklung

Die Entwicklung effektiver Coaching-Programme hat seit mehr als 15 Jahren an Bedeutung gewonnen. Dazu gehört die Erstellung von Leitfäden, die darauf abzielen, Anliegen im Einzelsetting zu klären, sowie die Konzeption kompletter Manuale für Coaching-Curricula im Gruppenkontext. Zu den Themen dieser Manuale zählen unter anderem Stressbewältigung, Zeitmanagement und Prüfungsbewältigung. Das Coaching-Magazin weist darauf hin, dass die Möglichkeiten, Coaching-Angebote online anzubieten – vor allem über Video-Plattformen – stetig zunehmen. Der Chatbot könnte dabei ein entscheidendes Werkzeug sein, um die Vorteile systemischer Coaching-Ansätze zu digitalisieren.

Die Überzeugung, dass Chatbots systemische Werkzeuge nutzen können, gründet sich auf ihrer Fähigkeit, auch komplexe Coaching-Techniken anzuwenden, wie beispielsweise Skalierungsfragen. Dabei ist es jedoch essentiell, dass technologisch vermittelte psychologische Interventionen von Fachleuten mit psychologischen Qualifikationen begleitet werden. Das Forschungsprojekt „Karrierecoaching via Chatbot“ verfolgt genau das Ziel: herauszufinden, ob ein festgelegter Gesprächsverlauf mit einem Coaching-Chatbot den Klienten helfen kann, Karriereressourcen zu stärken und näher an ihre Ziele zu gelangen.

Die genannten Ansätze zeigen auf, dass die Zukunft des Coachings auch in der digitalen Welt hoch im Kurs steht. Die Studienergebnisse von Soucek und seinem Team könnten somit einen wichtigen Schritt in die richtigen Richtung markieren, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Coaching voll auszuschöpfen.

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