Fünf Hamburger Wissenschaftseinrichtungen haben am 29. Oktober 2026 die ELLIS-Unit Hamburg gegründet und in das europäische KI-Exzellenznetzwerk ELLIS aufgenommen. Beteiligt sind die Universität Hamburg (UHH), die Technische Universität Hamburg (TUHH), das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H).

ELLIS steht für „European Laboratory for Learning and Intelligent Systems“. Das 2018 gegründete Netzwerk verbindet führende europäische Forschungseinrichtungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und legt einen Schwerpunkt auf die Grundlagenforschung zum maschinellen Lernen. Mit Hamburg sowie neuen Standorten an der Côte d’Azur, in Innsbruck, Irland und Norwegen umfasst ELLIS nun 49 Units.

Fünf Einrichtungen, ein Forschungsdach

Die Hamburger Unit bündelt Forschung in fünf Bereichen: Grundlagen des maschinellen Lernens, kognitive und cyberphysische Systeme, Klimaforschung, Physik sowie biomedizinische Wissenschaften. Für Uni-Präsident Hauke Heekeren ist die Mitgliedschaft vor allem eine Gelegenheit, die Zusammenarbeit Hamburger Forschender mit Kolleginnen und Kollegen in Europa zu stärken – insbesondere von Promovierenden und Postdocs.

Die wissenschaftliche Leitung übernehmen Prof. Dr. Nihat Ay von der TUHH und Prof. Dr. Stefano Panzeri vom UKE. Koordiniert wird die Einheit von Dr. Katrin Schöning-Stierand vom Hub of Computing and Data Science der UHH.

Zum wissenschaftlichen Team gehören 13 Principal Investigators aus den fünf Partnereinrichtungen: an der UHH Johanna Baehr, Chris Biemann, Gregor Kasieczka, Anne Lauscher, Nicolas Schuck und Frank Steinicke; an der TUHH Nihat Ay und Annika Eichler, die auch bei DESY tätig ist; bei DESY Martin Burger; am UKE Stefano Panzeri, Cristina Becchio und Stefan Bonn sowie an der HSU/UniBw H Oliver Niggemann.

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Die neue Struktur baut auf der bisherigen Zusammenarbeit im PIER-PLUS-Handlungsfeld „Computing and Data Science“ auf. Über ELLIS erhalten die Hamburger Forschenden Zugang zu internationalen Kooperationen, thematischen Forschungsprogrammen und Förderangeboten für Promovierende und Postdocs. Die Unit soll die Kooperation der Einrichtungen und der Metropolregion Hamburg vertiefen, den Austausch mit anderen ELLIS-Standorten und europäischen Forschungsprogrammen ausbauen und Hamburg für internationale wissenschaftliche Talente attraktiver machen.

Vom Klima bis zur Klinik

Hinter den fünf Forschungsfeldern steckt eine ziemlich breite Palette. An der UHH geht es unter anderem um Klimaforschung, Physik und Neurowissenschaften. Die TUHH untersucht maschinelles Lernen für Ingenieurwissenschaften – etwa als Ergänzung oder Ersatz mechanistischer Modelle und digitaler Zwillinge. Bei DESY stehen die Analyse großer und komplexer Datenmengen sowie effizientere Beschleunigerprozesse im Mittelpunkt.

Am UKE reicht das Spektrum von medizinischer Forschung und Versorgung über Diagnostik und Therapie bis zur Erforschung des Gehirns und verschiedener Erkrankungen. Die HSU/UniBw H widmet sich der Grundlagenforschung zu Erklärbarkeit, Grenzen und verantwortungsvollem Einsatz intelligenter Systeme. Viel Stoff für gemeinsame Projekte also, und vermutlich auch für ziemlich lange Sitzungen.

Wissen soll nicht im Labor bleiben

Die Beteiligten wollen Forschungsergebnisse nicht nur innerhalb der Wissenschaft austauschen. Für den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit unterstützen das „ligeti zentrum“ und die Körber-Stiftung die Einheit. Geplant sind unter anderem eine ELLIS-Vortragsreihe und Veranstaltungen, die maschinelles Lernen über künstlerische Zugänge vermitteln.

Damit bekommt die Hamburger KI-Forschung neben internationalen Kooperationen, Forschungsprogrammen und Nachwuchsförderung auch eine öffentliche Bühne. Die ersten Schritte sind gesetzt – seit dem 29. Oktober 2026 gehört Hamburg offiziell zu einem Netzwerk mit 49 ELLIS-Units.