Am 15. Juli 2026 wurden an der Gmünd Ulm School of Education (GUSE) wichtige Ergebnisse einer bundesweiten Fallstudie zu sexualisierter Gewalt an Schulen präsentiert. Die Studie, die von Prof. Dr. Edith Glaser von der Universität Kassel und Prof. Dr. Julia Gebrande von der Hochschule Esslingen mitverantwortet wurde, trägt den Titel „Sexualisierte Gewalt in der Schule“. Im Mittelpunkt steht die Forderung, dass Wissen über sexualisierte Gewalt fest in die Lehrkräfteausbildung integriert werden muss und nicht vom Engagement einzelner Lehrkräfte abhängen darf, wie PH-GMÜND berichtet.

Die Studie identifiziert drei zentrale Ansatzpunkte für die Lehrkräftebildung: ein verpflichtendes Qualifikationsziel im Studium, regelmäßige Fortbildungsangebote sowie Kompetenzanforderungen für Schulleitungen. Diese Maßnahmen sind nötiger denn je, um die Handlungskompetenz im Kinderschutz zu stärken. Denn gerade bei Meldungen und Verdachtsfällen kommt den Schulleitungen eine Schlüsselrolle zu.

Fortbildung und Schutzkonzepte

Um Lehrkräfte in ihrem Umgang mit sexualisierter Gewalt bestmöglich zu unterstützen, bietet das Land Hessen verschiedene Fortbildungsangebote an. Hierzu gehört das Programm „Umgang mit sexualisierter Gewalt und schulische Schutzkonzeptentwicklung“, das Lehrkräfte in ihre Pflichtausbildung integrieren können. Die Hessische Lehrkräfteakademie hat regelmäßige Qualifizierungsangebote für Schulleitungen eingerichtet, die auch in einem monatlichen Newsletter „Fortbildung aktuell“ beworben werden, wie KULTUS Hessen darstellt.

Besonders interessant ist der digitale Kurs „Was ist los mit Jaron?“, der als Serious Game angeboten wird und Lehrkräften grundlegendes Wissen über den Schutz von Schülern vor sexueller Gewalt vermittelt. Die online durchgeführte Fortbildung dauert etwa vier Stunden und ist offiziell anerkannt. Zudem gibt es einen Moodle-Kurs, der sich mit Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz befasst.

Schulangepasste Lösungen

Zusätzlich betont die Studie die fachdidaktischen Herausforderungen im körpernahen Unterrichten, etwa in den Fächern Kunst, Musik und Sport. Der bisherige Umgang mit Schulabsentismus wird ebenfalls kritisch beleuchtet. Um sicherzustellen, dass Wachsamkeit gegenüber solchen Themen im Schulalltag nicht zum stillen Mittun führt, sollen klare Handlungsleitfäden und verbindliche Qualifikationen für Lehrkräfte geschaffen werden.

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Die GUSE plant zudem weitere Veranstaltungsformate, um den Austausch zwischen Wissenschaft, Lehrkräftebildung und schulischer Praxis zu fördern. Ein umfassender und nachhaltiger Ansatz ist notwendig, um die institutionelle Aufarbeitung bereits stattgefundener Fälle zu gewährleisten und eine sichere Schulumgebung für alle Schüler zu schaffen.