Dr. Kerstin Wolff wird Honorarprofessorin

Am 15. Juli 2026 wurde Dr. Kerstin Wolff zur Honorarprofessorin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel ernannt. Ihre eindrucksvolle Karriere begann an derselben Universität, wo sie Geschichte, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte studierte. Ihre Abschlussarbeit über die Anerkennung der Hausfrauentätigkeit als Beruf, veröffentlicht 1995, zeigt bereits früh ihr Engagement für die Gleichstellung von Frauen. Aktuell leitet sie die Forschungsabteilung des Archivs der deutschen Frauenbewegung (AddF), einem zentralen Dokumentationszentrum zur Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland.

Der Fokus ihrer Forschung liegt besonders auf den Akteurinnen der deutschen Frauenbewegung von 1848 bis 1970. Ihre Dissertation über die ‘Stadtmütter’ wurde 2003 mit dem Elisabeth Selbert Preis des Landes Hessen ausgezeichnet. Diese Preisträgerin spiegelt das Erbe einer beeindruckenden Frau wider, die die Grundlage für die Gleichberechtigung im Grundgesetz legte: Elisabeth Selbert.

Ein Leben für die Gleichberechtigung

Elisabeth Selbert, geboren als Martha Elisabeth Rohde, war eine Pionierin in der Frauenrechtsbewegung. Nach ihrer Ausbildung und ersten beruflichen Erfahrungen während des Ersten Weltkriegs engagierte sie sich politisch in der SPD und war maßgeblich in den ersten Jahren der Bundesrepublik aktiv. Besonders hervorzuheben ist ihr Beitrag zur Formulierung des Gleichheitsgrundsatzes im Grundgesetz, das am 18. Januar 1949 als unveräußerliches Grundrecht angenommen wurde. Somit legte Selbert den Grundstein für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern in der jungen Bundesrepublik.

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Ihr Engagement endete nicht mit ihrer politischen Karriere. Sie setzte sich auch für eine Reform des patriarchalisch geprägten Familienrechts ein. Trotz ihrer Verdienste wurde Selberts Einfluss lange Zeit vernachlässigt, bis in den letzten Jahrzehnten ihr Werk von Historikerinnen wiederentdeckt wurde. Ihre letzte Ruhe fand sie in Kassel, wo sie 1984 zur Ehrenbürgerin ernannt wurde und nach ihrem Tod im Archiv der deutschen Frauenbewegung ein bleibendes Erbe hinterließ.

Der Beitrag von Dr. Kerstin Wolff und die Arbeit des AddF stehen im direkten Zusammenhang mit Selberts Vision für eine gerechtere Gesellschaft. In der heutigen Zeit bleibt die Auseinandersetzung mit den Themen Gleichstellung und Frauenrechte von brennender Aktualität. Das AddF wurde bereits 2021 als Ort der Demokratiegeschichte ausgezeichnet und verfolgt weiterhin den Fokus auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, wie es Selbert ursprünglich forderte.

Wer Interesse an der Arbeit des AddF hat, kann sich direkt an Christina Soose wenden unter der Telefonnummer +49 561 989 3670 oder per E-Mail an soose@addf-kassel.de.

Für weitere Informationen über Elisabeth Selbert und ihre bedeutende Rolle in der Frauenrechtsbewegung, bitte besuchen Sie Digitales Deutsches Frauenarchiv oder Spiegel.