Grüner Campus: Studierende ernten Wissen und Gemüse am Acker!
Die grüne Seite der Bildung gewinnt zunehmend an Bedeutung, und das zeigt sich eindrucksvoll am neuen CampusAcker der Leuphana-Universität in Lüneburg. Hier haben rund 40 Studierende des Lehramts seit Beginn des Sommersemesters 2026 die Möglichkeit, praktisches Wissen über nachhaltige Landwirtschaft zu erlangen. Laima Franke, eine der engagierten Studentinnen, sammelt gerade Kartoffelkäfer auf diesem besonderen Acker, der nicht nur für die Ausbildung, sondern auch für einen umweltbewussten Umgang mit Lebensmitteln steht. Man sagt, dass dieser Acker nach Prinzipien der Nachhaltigkeit bewirtschaftet wird – Pestizide haben hier keinen Platz. Stattdessen setzt man auf biologische Schädlingsbekämpfung, etwa mit selbst angesetztem Brennnesselsud.
Der CampusAcker bietet eine beeindruckende Vielfalt an Gemüsesorten, darunter Palmkohl, Kartoffeln, Mangold, Kohlrabi, Zucchini und Ringelbeeten. Das Konzept beruht auf der Idee, dass Studierende lernen, nachhaltige Ernährung und Umweltbildung in ihren künftigen Grundschulunterricht zu integrieren. Die Praktische Arbeit ist ein zentraler Bestandteil der CampusAckerdemie, die im März 2026 ins Leben gerufen wurde. Hier bietet der Acker die Bühne für Seminare zu Themen wie Sachunterricht und Biologie, begleitet von der erfahrenen Ackercoach Katja Frielinghaus, die wertvolle Anleitungen zur Pflanzenpflege gibt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Ein weiteres Beispiel für dieses Engagement ist die Universität Hildesheim, die ebenfalls Teil des Hochschulprogramms CampusAckerdemie ist, das von Acker e.V. initiiert wurde. Dort wurde am Samelsonplatz ein Acker eingerichtet, in dem Studierende der Grundschuldidaktik lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) direkt anzuwenden. BNE ist seit der UN-Dekade BNE von 2005 bis 2014 in allen Bildungsbereichen verankert und das niedersächsische Kultusministerium hat beschlossen, dass Schulen in Niedersachsen sich verbindlich mit nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft auseinandersetzen müssen.
In den Seminaren an der Universität Hildesheim arbeiten die Studierenden an projektspezifischen Themen, die sich mit Gemüseanbau und Schulgartenarbeit beschäftigen. Sie lernen, wie sie Schulgärten als Lernorte für nachhaltige Entwicklung planen und umsetzen können. Diese praxisorientierte Herangehensweise ermöglicht es den Studierenden, echte Kompetenzen in nachhaltiger Landwirtschaft zu erwerben.
Förderung für nachhaltige Bildungsprojekte
Um solche Projekte zu unterstützen, stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, wie etwa über die Bingo-Umweltstiftung, die mit beträchtlichen Beträgen zur Finanzierung dieser Initiativen beiträgt. Förderfähig sind Projekte, die sich mit Qualitätssicherung in der Bildung, Natur- und Umweltbildung sowie der globalen Erziehung befassen. In Hessen können Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung staatliche Förderungen erhalten, wobei auch hier der Fokus auf umweltfreundlichen und pädagogischen Aspekten liegt.
Die Kombination aus Theorie und Praxis, die diese Projekte bieten, ist entscheidend, um zukünftige Lehrkräfte für das Thema nachhaltige Ernährung und Umweltschutz zu sensibilisieren. Zudem können Studierende nach der reichen Ernte regelmäßig das Geerntete kochen, verarbeiten und natürlich probieren – manch einer nimmt sogar das ein oder andere Gemüse mit nach Hause.
Insgesamt zeigt sich, dass die Verankerung nachhaltiger Bildung in den Lehramtsstudiengängen sowohl an der Leuphana-Universität als auch an der Universität Hildesheim eine vielversprechende Initiative darstellt. Studierende werden hier nicht nur auf ihre zukünftigen Berufe vorbereitet, sondern auch auf die Herausforderungen einer zunehmend umweltbewussten Gesellschaft.
