Eine vielversprechende Neuausrichtung im Bereich der Lungenheilkunde wird derzeit zwischen der Universitätsmedizin Marburg und der Lungenfachklinik Immenhausen geschaffen. Am 17.07.2026 wurde eine neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die darauf abzielt, die Versorgung von Patienten mit pneumologischen Erkrankungen in Hessen signifikant zu verbessern. Prof. Dr. Gernot Rohde von der Universitätsmedizin Marburg und Prof. Dr. Stefan Andreas von der Lungenfachklinik Immenhausen hoben die zahlreichen Vorteile dieser Intensivierung hervor und skizzierten die zentralen Schwerpunkte der Zusammenarbeit.

Ein wichtiger Bestandteil der Kooperation ist die navigationsgestützte Bronchoskopie, die es ermöglicht, Gewebeproben aus schwer zugänglichen Lungenbereichen zu entnehmen. Dies erfolgt durch eine präzise Endoskopie der Trachea und Bronchien, bei der sowohl flexible als auch starre Endoskope eingesetzt werden können. Solch eine Technik ist besonders wertvoll, um unklare Atemwegserkrankungen abzuklären oder um bei Tumoren gezielt vorzugehen, wie AMBoSS berichtet.

Seltene Lungenerkrankungen und Tuberkulose

Besonders im Fokus der Kooperation steht die gemeinsame Betreuung von Patienten mit seltenen Lungenerkrankungen, darunter auch die zystische Fibrose. Angesichts der speziellen Anforderungen dieser Patientengruppe ist der interdisziplinäre Austausch unverzichtbar. Zudem soll der Bereich der Tuberkulose-Labordiagnostik entscheidend ausgebaut werden, um die regionale Versorgung zu stärken und auf künftige Herausforderungen im Gesundheitswesen zu reagieren.

Ein weiterer innovativer Aspekt dieser Vereinbarung ist die geplante Einbindung in ein molekulares Tumorboard, das individuelle Therapieentscheidungen für Krebserkrankungen ermöglicht. Solche maßgeschneiderten Ansätze gewinnen immer mehr an Bedeutung, um qualitativ hochwertige Behandlungen sicherzustellen.

Forschung und Ausbildung im Fokus

Die Kooperation umfasst auch den Bereich Forschung und Lehre. Die Lungenfachklinik Immenhausen wird aktiv an der Ausbildung von Medizinstudierenden beteiligt sein und gemeinsam mit der Universitätsmedizin Marburg Projekte zu chronischen Atemwegserkrankungen, Raucherentwöhnung und Lungenkrebs-Screening durchführen. Ein wichtiges Ziel dieser Initiativen ist es, die APL-Professur von Prof. Dr. Stefan Andreas zu einer Stiftungsprofessur für Pneumologie an der Philipps-Universität Marburg weiterzuentwickeln.

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Um die zahlreichen Aktivitäten zu koordinieren, wird ein gemeinsames Steuerungsgremium eingerichtet. Diese Vereinbarung, die zunächst für fünf Jahre gilt, verspricht, die versorgungstechnischen und wissenschaftlichen Kapazitäten in Hessen nachhaltig zu stärken und die Lebensqualität der betroffenen Patienten signifikant zu verbessern. Die Universitätsmedizin Marburg hat sich bereits auf die Diagnose und Behandlung unterschiedlichster Lungenerkrankungen spezialisiert, wobei jährlich rund 4.000 stationäre und 8.000 ambulante Patienten in der Lungenfachklinik Immenhausen behandelt werden.