Hamburgs Museen öffnen zum Reformationstag kostenlos ihre Türen
Am Reformationstag konnten Besucherinnen und Besucher in 50 Hamburger Museen und Ausstellungsorten kostenlos unterwegs sein. Die Aktion „seeforfree“ öffnete auch Türen zu Häusern, die man sonst vielleicht nicht spontan ansteuert – von der Hamburger Kunsthalle über das Altonaer Museum bis zum Museum der Arbeit. Heute, am 1.11.2026, ist der Aktionstag bereits vorbei; die vollständige Liste der teilnehmenden Einrichtungen war auf der Seite „#seeforfree“ zu finden.
In der Kunsthalle gehörte die Sonderausstellung „David Novros. Painting“ zum Gratisprogramm. Im Bucerius Kunst Forum, dem Ort dieses Berichts, war außerdem „Von Monet bis Picasso – Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland“ kostenlos zugänglich. Dazu kamen Führungen in mehreren Sprachen und Angebote für Kinder. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bezeichnete Museen als Orte des gesellschaftlichen Austauschs und des Kennenlernens unterschiedlicher Perspektiven.
Zwischen Spielekonsolen und Hafenarbeit
Wer lieber Knöpfe drückte als Ausstellungstexte las, konnte im Retro-Spiele-Club Videospiele auf Konsolen und Computern aus den vergangenen 50 Jahren spielen. Ein paar Schritte weiter ging es im Deutschen Hafenmuseum um historische Hafenarbeit: Ein Schwimmkran und eine ausgestellte Barkasse machten das Thema ziemlich greifbar. Geplant waren außerdem Vorführungen des Reepschläger-Handwerks, ein Shanty-Chor zum Mitsingen und ein Mini-Hyrox-Parcours.
Auch außerhalb klassischer Museumsräume war etwas los: Auf dem Energieberg Georgswerder sollte eine Halloween-Feier stattfinden, außerdem war ein kostenloser Besuch des Museums des FC St. Pauli vorgesehen. Vier Einrichtungen nahmen erstmals an „seeforfree“ teil: die Botschaft der Wildtiere in der HafenCity, die historische S-Bahn Hamburg, die Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule sowie das Parabel Zentrum für Kunst in Hamburg.
In der Botschaft der Wildtiere ging es um heimische Wildtiere und ihren Schutz. Kinder konnten in einer Lernwerkstatt mehr über Wölfe und Luchse erfahren. Die historische S-Bahn Hamburg fuhr derweil mit einem restaurierten Zug im Stil der 1980er-Jahre auf den Linien S1 und S3 zwischen Blankenese, Altona, Jungfernstieg, Hauptbahnhof und Harburg Rathaus. Für die Mitfahrt war ein HVV-Ticket erforderlich – kostenlos war also der Museumsbesuch, nicht automatisch die Fahrt.
Schreiben, Tinte und Buchstaben in Frankfurt
Ein ähnlicher Gedanke steckt im Frankfurter SaTourday-Familienprogramm: Unter dem Thema „Schrift und Schreiben im Alltag“ verbinden die Angebote Gestaltung, Kunst, Geschichte und Kommunikation. Im Jungen Museum Frankfurt können Familien mit Kindern ab 7 Jahren von 11–14 Uhr die historische Schule kennenlernen. Im offenen Angebot schreiben Kinder Sütterlin und probieren sich auf einer Schiefertafel aus. Unter 18-Jährige haben dort immer freien Eintritt, am SaTourday gilt er für alle.
Im Frankfurter Goethe-Haus geht es von 11–12.15 Uhr bei „Goethes Tintenrezept“ um Schreibmaschinen und Bleistifte zu Goethes Zeit, um Goethes Schreibwelt und sein Werk. Die Führung richtet sich an Familien mit Kindern ab 5 Jahren, eine Anmeldung ist erforderlich. Für Teilnehmende ist der Eintritt frei. Anmeldungen nimmt das Haus unter [email protected] oder +49 (0)69 138 800 entgegen.
Das Museum Angewandte Kunst öffnet die „Buchstabenwerkstatt“ von 11–13 Uhr und 14–16 Uhr für Familien mit Kindern ab 6 Jahren. Im Workshop bauen die Teilnehmenden große Buchstaben aus Pappe und gestalten sie. Anmeldung: [email protected]. Unter 18-Jährige zahlen immer nichts, am SaTourday ist der Eintritt für alle frei.
Im TOWER MMK – Museum MMK für Moderne Kunst folgt von 14.30–16.30 Uhr die Führung „Was, wenn Farben erzählen könnten?“. Familien mit Kindern ab 7 Jahren untersuchen anhand von Fritz Scholders Kunst, wie Bilder ohne Worte Geschichten und Botschaften vermitteln. Die Anmeldung muss bis zwei Tage vorher unter [email protected] oder +49 (0)69 212 406 91 erfolgen. Auch hier gilt: Unter 18-Jährige immer frei, am SaTourday alle.
„Tinte & Feder“ heißt das Angebot im Museum für Kommunikation Frankfurt von 14.30–16.30 Uhr. Nach einem historischen Überblick können Familien mit Kindern ab 8 Jahren selbst mit Tinte und Feder schreiben. Workshop und Führung sind anmeldepflichtig; der Eintritt ist für Teilnehmende frei. Kontakt: [email protected].
Den Schlusspunkt setzt im Archäologischen Museum Frankfurt von 15–16 Uhr „Römische Inschriften entdecken“. Der Workshop mit Führung richtet sich an Familien mit Kindern ab 8 Jahren und vermittelt Grundlagen zum Lesen und Übersetzen römischer Inschriften. Die Anmeldung läuft über [email protected]. Unter 18-Jährige haben immer freien Eintritt, am SaTourday gilt das für alle.
