Am Freitag, 6. November 2026, wird Erfurt zur nächtlichen Forschungslandschaft. Von 18:00 bis 00:00 Uhr öffnen die beteiligten Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet ihre Räume für die „Lange Nacht der Wissenschaften“. Der Eintritt ist kostenlos, ein Ticket ist nicht erforderlich – man kann also auch spontan losziehen.

An der Universität Erfurt eröffnet Prof. Dr. Patrick Becker den Abend mit einem Vortrag und Workshop zur Frage „Künstliche Intelligenz als Heilsvision?“. Im ErfurtLab dreht sich anschließend vieles um Entscheidungen: Wie kommen Menschen zu einem Entschluss, und welche Rolle spielt dabei das Bauchgefühl? Das klingt zunächst nach einer kleinen Alltagsfrage, führt aber ziemlich direkt in die Psychologie und die Forschung.

Roboter, Greenscreen und ein Klavier aus Besteck

Für Kinder gibt es im ErfurtLab und in der Werkstatt für Medienbildung einiges zum Ausprobieren. Sie können mit Greenscreen und VR experimentieren, bei Lego-Trickfilmen Regie führen, ein elektronisches Besteck-Klavier bauen und kleine Roboter programmieren. Es darf also gebastelt, gesteuert und vermutlich auch ein bisschen herumprobiert werden.

Wer lieber in die Tiefe geht, kann die Universitätsbibliothek unterirdisch erkunden. Dazu kommen ein Tschechisch-Schnupperkurs und mehrere Lesungen: apl. Prof. Michael Haspel spricht über „Martin Luther King und die Bürgerbewegung in der DDR“. Alumna Gilda Giebel stellt ihr neues Buch „Das Böse im Mann“ vor. Darin geht es um emotionale Abhängigkeit und um die reale Gefahr, die aus Sehnsucht entstehen kann.

Die Forschungsbibliothek Gotha gibt Einblicke in ihre Globen-Sammlung. PD Dr. habil. Benjamin Dreer-Göthe von der Erfurt School of Education vergleicht außerdem die Ausbildung von Pilotinnen und Piloten mit der Lehrkräftebildung – zwei Wege, bei denen Verantwortung, Übung und der Umgang mit unerwarteten Situationen eine Rolle spielen.

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Wissenschaft zum Anschauen, Mitmachen und Nachfragen

Veranstaltet wird die Wissenschaftsnacht von der Stadtverwaltung Erfurt in Kooperation mit der Universität Erfurt, der Fachhochschule Erfurt und dem Helios Klinikum Erfurt. Angesprochen sind vor allem junge, gebildete und wissenschaftsnahe Menschen, aber ebenso Jugendliche ab etwa 12 Jahren. Sie sollen Fachrichtungen und Tätigkeitsfelder kennenlernen und sich für ein Studium oder eine Ausbildung interessieren.

Gezeigt werden wissenschaftliche Potenziale aus verschiedenen Disziplinen, besonders aus dem Bereich der angewandten Wissenschaften. Neue Forschungs- und Anwenderprojekte kommen ebenso vor wie der Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sowie Besuchern. Die Formate sind bewusst kurzweilig angelegt: zuhören, ausprobieren, nachfragen, weitergehen – und vielleicht später doch noch einmal zurückkommen.

Uni-Pressesprecherin Carmen Voigt erklärt, die Veranstaltung solle der Öffentlichkeit Einblicke in den Hochschulalltag, die Forschung und deren Bezug zur Lebenswirklichkeit geben. Zugleich soll sie das Verständnis für die Rolle der Wissenschaft und ihrer Anwendungen stärken, wissenschaftliche Arbeit und wissenschaftsnahe Unternehmen öffentlich vorstellen und die Verantwortung der Wissenschaft gegenüber Gesellschaft und Öffentlichkeit sichtbar machen.

Freier Eintritt, gemeinsame Finanzierung

Die Kooperationspartner finanzieren die Veranstaltung gemeinsam mit jeweils 3.000 Euro. Hinzu kommen Sponsoren- und Spendengelder der SWE sowie der Sparkasse Mittelthüringen. Aus diesen Mitteln werden auch die Marketingmaßnahmen finanziert. Die beteiligten Einrichtungen tragen die Veranstaltungskosten in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich selbst.

Ob irgendwo der Kaffeeduft aus einer geöffneten Kantine kommt, bleibt den jeweiligen Häusern überlassen. Die Öffnung von Kantinen oder anderen gastronomischen Einrichtungen für Besucher ist jedenfalls wünschenswert – gerade bei sechs Stunden Wissenschaft, Gesprächen und Wegen durch die Stadt wäre ein kleiner Imbiss zwischendurch nicht schlecht.

Das vollständige Programm der „Langen Nacht“ steht auf der Website der Wissenschaftsnacht. Veranstaltungen werden außerdem unter www.wissenschaftsnacht.erfurt.de eingetragen.

Die Projektleitung liegt bei der Stadtverwaltung Erfurt, Amt für Wirtschaftsförderung. Fragen beantwortet Frau Haupt unter 0361 655 1916 oder per E-Mail an wissenschaftsnacht@erfurt.de.