Forschende der Universität Bielefeld untersuchen zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die körperlichen Reaktionen von Fans verschiedener Nationalteams auf Spielereignisse. In einer vorausgegangenen Studie, die sich mit dem DFB-Pokalfinale 2025 beschäftigte, wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Spielgeschehen und den Vitalfunktionen wie Puls und Stresslevel bei den Zuschauern festgestellt.
Die aktuelle Studie wird in Kooperation mit der Wissenswerkstadt Bielefeld durchgeführt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und wie Spielereignisse sowie die Nationalität der Fans deren körperliche Reaktionen beeinflussen. Für die WM 2026 werden Fußballfans, die eine Garmin-Smartwatch tragen, gesucht, um umfassende Daten zu erfassen.
Teilnahmebedingungen und Datenerfassung
Die Teilnehmenden müssen sich online registrieren und Angaben zu ihrem Aufenthaltsland, Geschlecht, Nationalität und favorisiertem Team machen. Bei ausreichender Anzahl von Fans eines bestimmten Nationalteams werden individuelle Einladungen zum Verbinden der Smartwatch verschickt. Während des Turniers werden die Teilnehmer befragt, welche Spiele sie verfolgt haben, sei es im Fernsehen, über Liveticker oder beim Public Viewing.
Die Daten, die erfasst werden, umfassen Herzfrequenz, Stresslevel, Bewegung und Schlaf. Diese Daten werden automatisch und anonymisiert per Smartwatch aufgezeichnet. Die Akkulaufzeit der Geräte ermöglicht eine lückenlose Datenerfassung über mehrere Tage, was für eine umfassende Analyse der Fan-Reaktionen unerlässlich ist. Laut den bisherigen Ergebnissen der Studie zur Sportbegeisterung beträgt die durchschnittliche Herzfrequenz von Stadionbesuchenden 94 bpm, während Fernsehzuschauer einen Wert von 79 bpm aufweisen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Pulswerte nach Toren um bis zu 36% anstiegen und der Stresspegel bereits 14 Stunden vor Anpfiff eines Spiels signifikante Erhöhungen zeigte.
Forschungsteam und Ausblick
Das aktuelle Studienteam setzt sich aus mehreren Professoren und Wissenschaftlern zusammen und ist im Fokusbereich QUAMU der Universität Bielefeld angesiedelt. Die Anmeldung zur Studie erfolgt über die Webseite uni-bi.de/worldcupfever, wobei die Teilnahme ausschließlich für Besitzer einer Garmin-Smartwatch möglich ist. Die Datenübertragung geschieht über die Garmin-Connect-App, die automatisch Leistungs-, Gesundheits- und Aktivitätsdaten sendet.
Insgesamt bietet die Studie einen spannenden Einblick in das Phänomen des „Fußballfiebers“ und könnte wichtige Erkenntnisse über die Auswirkungen von sportlichen Ereignissen auf Fans liefern. Die Ergebnisse könnten nicht nur für zukünftige Sportveranstaltungen von Bedeutung sein, sondern auch für die Psychologie des Publikums und die Sportszuschauerforschung im Allgemeinen.