Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür und mit ihr steigt die Vorfreude und das „Fußballfieber“ in den Herzen der Fans. Ein Forschungsteam der Universität Bielefeld hat sich der Aufgabe angenommen, herauszufinden, wie dieses Fieber die körperlichen Reaktionen der Fans beeinflusst. Dabei wird nicht nur der Puls gemessen, sondern auch Stresslevel, Bewegung und Schlaf erfasst, um ein umfassendes Bild der Emotionen in Krisenzeiten zu schaffen.
Die Studie hat sich aus den Ergebnissen einer Vorgängerstudie zum DFB-Pokalfinale 2025 entwickelt, in der die Vitalfunktionen von 229 Fans analysiert wurden. Interessante Erkenntnis: Stadionbesucher hatten im Durchschnitt 94 Herzschläge pro Minute, während Fernsehzuschauer mit 79 Schlägen pro Minute einen niedrigeren Puls aufwiesen. Der Stresspegel stieg bereits 14 Stunden vor dem Anpfiff – ein klares Indiz für die intensive Verbindung, die die Fans mit ihrem Team haben.
Teilnahme und Technologie
Für die Teilnahme an dieser spannenden Untersuchung sind Fußballfans gefragt, die eine Smartwatch oder einen Fitness-Tracker nutzen. Um die Daten zu erheben, müssen sich Interessierte online registrieren und Angaben zu Nationalität, Wohnort und ihrer Lieblingsmannschaft machen. Die Geräte, die zur Datenaufzeichnung verwendet werden können, stammen von insgesamt 13 Marken, einschließlich Garmin, Apple, Google und Samsung. Besonders bemerkenswert ist, dass die Studie nun auch Teilnehmer von weiteren zwölf Herstellern einbezieht, nicht nur Garmin.
Die Daten werden anonym und datenschutzkonform erfasst, um sicherzustellen, dass die Gesundheit der Teilnehmenden geschützt bleibt. Jeder, der sich entscheidet mitzumachen, muss einmalig die Übertragung der Daten in der Garmin-Connect-App genehmigen. Nach einer ausreichenden Anzahl an registrierten Fans pro Nationalteam werden diese zu weiteren Schritten eingeladen.
Emotionen während der WM
Das Forschungsteam plant, während der WM zu erheben, welche Spiele die Teilnehmenden live verfolgen – sei es im Stadion, vor dem Fernseher, über Liveticker oder bei Public Viewing-Events. Dies soll helfen, die Reaktionen von Fans verschiedener Nationalitäten auf bestimmte Spielereignisse besser zu verstehen. Die Ergebnisse dieser Studie könnten aufschlussreiche Einblicke in die kollektiven Emotionen bieten, die während eines solchen Großereignisses aufkommen.
„Die WM 2026 bietet ideale Bedingungen, um die körperlichen Reaktionen auf kollektive Emotionen zu untersuchen“, erklärte ein Mitglied des Forschungsteams. Die Vorfreude auf die Spiele ist für viele bereits spürbar, und die Forscher hoffen, mit ihrer Arbeit einen einzigartigen Blick auf das Phänomen Fußball und Fan-Kultur werfen zu können.
Die Anmeldung zur Studie erfolgt über die Webseite uni-bi.de/worldcupfever. Wer also noch Teil dieser spannenden Forschung werden möchte, sollte sich beeilen und seine Smartwatch schnappen – denn da liegt was an!