OncoImmuNEX: Greifswald erforscht Nanoantikörper für die Krebstherapie
In Greifswald entsteht ein neuer Anlauf für die Krebstherapie: Die Universitätsmedizin Greifswald und das Biotechnologie-Unternehmen Ymolution wollen gemeinsam Nanoantikörper erforschen, die krebsrelevante Proteine gezielt erkennen können. Am 28. Oktober 2026 übergab Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank dafür im Greifswalder BioTechnikum den Förderbescheid.
Das Verbundprojekt trägt den Namen „OncoImmuNEX“. Untersucht wird, ob sich die Nanoantikörper später therapeutisch nutzen lassen. Dafür stehen rund 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben über das Technologie-Beratungsinstitut TBI mit rund 1,34 Millionen Euro.
Grundlagenforschung trifft Anwendung
Prof. Karlhans Endlich, wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin, sieht in dem Projekt eine Verbindung von Grundlagenforschung, klinischer Erfahrung und der Entwicklung einer medizinisch nutzbaren Technologie. Mehr ist aus dem weiteren Ausgangstext nicht verlässlich zusammenzufassen, da er weitgehend unleserlich beziehungsweise verschlüsselt ist.
Ymolution bringt dafür eine Plattform ein, die eine tierversuchsfreie Herstellung hochspezifischer Nanoantikörper ermöglichen soll. Das neu gegründete Start-up aus Greifswald bildet zentrale Prinzipien des adaptiven Immunsystems in einem mikrobiellen Wirt nach. So soll die schnelle und selektive Auswahl funktionsfähiger Nanoantikörper möglich werden.
Auszeichnung für Ymolution
Dass die junge Firma bereits Aufmerksamkeit über Greifswald hinaus bekommt, zeigte sich am 11. Juni 2026: Auf der 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft erhielt Ymolution den ersten Platz des 6. Baltic Sea Region Health Innovation Award (BSR HIA). Minister Dr. Wolfgang Blank zeichnete die Gewinner mit Geld- oder Sachleistungen aus.
Der BSR HIA steht unter der Schirmherrschaft von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und richtet sich an Start-ups sowie Gründungsvorhaben. Der Preis soll Ideen und Erfindungen aus der Gesundheitswirtschaft im Ostseeraum und den ehemaligen Partnerländern der Konferenz nachhaltig unterstützen. Internationale Netzwerke sollen dabei weiter ausgebaut werden.
Von den eingereichten Projekten wird erwartet, dass sie die Entwicklung eines patientennützigen Produkt- oder Dienstleistungskonzepts ermöglichen und potenzielle Investoren im Ostseeraum anziehen. Bei Ymolution geht es um eine Plattform, die die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und therapeutischer Antikörperkandidaten beschleunigen soll.
Nanoantikörper könnten für die Diagnose und Behandlung von Krebs, Alzheimer, Allergien und Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Bislang ist ihre Entwicklung langsam und kostspielig und hängt vielfach von der Immunisierung von Tieren ab. Als mögliche Anwendungen nennt Ymolution Nanoantikörper gegen Tau bei Alzheimer sowie gegen biospezifische Krebstargets.
Am Universitätsstandort Greifswald bekommt diese Idee nun einen konkreten klinischen Bezug. Im Projekt „OncoImmuNEX“ wird geprüft, ob sich die gezielt erkennenden Moleküle eines Tages therapeutisch einsetzen lassen. Der Förderbescheid liegt vor, die Arbeit beginnt.
