Die RWTH Aachen steht im neuen THE World University Ranking weltweit auf Platz 90. Veröffentlicht wurde die Ausgabe am 30. September 2026 von Times Higher Education. Gegenüber dem Vorjahr kletterte die Hochschule damit um zwei Plätze nach oben. Bewertet wurden 2.297 Hochschulen.

Auch innerhalb Deutschlands ging es für Aachen voran: Die RWTH liegt auf Platz fünf. Grundlage dafür ist eine Mitteilung der Hochschule vom 1. Oktober 2026. Für die Universität ist das ein ordentliches Signal – zumal das Ranking nicht nur auf einem einzelnen Wert beruht, sondern mehrere Seiten des Hochschulbetriebs abklopft.

Lehre, Forschung und Industrie im Blick

Times Higher Education bewertet die Hochschulen anhand von 17 Kriterien in fünf Bereichen: Lehre, Forschungsumfeld, Forschungsqualität, Zusammenarbeit mit der Industrie und Internationalisierung. Bei der Zusammenarbeit mit der Industrie erhielt die RWTH erneut die volle Punktzahl. In den vier übrigen Bewertungsbereichen verbesserte sie sich gegenüber dem Ranking von 2025.

Hinter der Kurzmeldung steckt ein ziemlich umfangreiches Verfahren. THE ist ein britisches Hochschulmedienunternehmen und bietet neben Rankings auch Daten-, Beratungs-, Werbe- und Recruiting-Leistungen für Hochschulen an. Die Ausgabe trägt jeweils die Jahreszahl des Folgejahres; die Methodik für 2026 wurde am 22. September 2025 veröffentlicht. Die Ranglistenangaben wurden am 29. August 2026 bei timeshighereducation.com abgerufen.

Offiziell arbeitet THE mit insgesamt 18 Indikatoren in fünf Säulen. Der Indikator „Auslandsmobilität“ hat derzeit allerdings ein Gewicht von 0 Prozent, sodass faktisch 17 Indikatoren zählen. Die Lehre macht 29,5 Prozent des Ergebnisses aus, das Forschungsumfeld 29 Prozent, die Forschungsqualität 30 Prozent, die internationale Ausrichtung 7,5 Prozent und der Bereich Wirtschaft 4 Prozent.

Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Zur Lehrsäule gehören Lehr-Reputation mit 15 Prozent, die Betreuungsrelation mit 4,5 Prozent, Promotionen je Bachelorabschluss mit 2 Prozent, Promotionen je wissenschaftlichem Personal mit 5,5 Prozent sowie Einnahmen je Kopf mit 2,5 Prozent. Im Forschungsumfeld zählen Forschungs-Reputation mit 18 Prozent, Drittmittel je Kopf und Publikationen je Kopf mit jeweils 5,5 Prozent. Die Forschungsqualität setzt sich aus Zitationswirkung mit 15 Prozent sowie Research strength, Research excellence und Research influence mit jeweils 5 Prozent zusammen.

Bei der internationalen Ausrichtung fließen der Anteil internationaler Studierender, internationales Personal und internationale Ko-Autorenschaft mit jeweils 2,5 Prozent ein; Auslandsmobilität bleibt bei 0 Prozent. Der Wirtschaftsbereich besteht aus Industrie-Drittmitteln und Patenten mit jeweils 2 Prozent. Das Ranking bewertet damit Lehre, Forschung, Wissenstransfer und internationale Ausrichtung – wobei Forschungsumfeld und Forschungsqualität allein 59 Prozent ausmachen.

Oxford vorn, Asien mit angezogener Handbremse

An der Spitze bleibt die University of Oxford. Sie führt die Times Higher Education World University Rankings 2026 zum zehnten Mal in Folge an. Dahinter folgen das Massachusetts Institute of Technology auf Rang 2, Princeton University und die University of Cambridge gemeinsam auf Rang 3, Harvard University und Stanford University gemeinsam auf Rang 5, das California Institute of Technology auf Rang 7, Imperial College London auf Rang 8, die University of California, Berkeley, auf Rang 9 und Yale University auf Rang 10.

Princeton stieg nach Verbesserungen bei Lehre und Forschungsqualität auf Rang 3 und erreichte die beste Platzierung seiner Geschichte. Die Universität verbesserte sich zum dritten Mal in Folge und ist die einzige US-Universität mit einer historischen Bestplatzierung in diesem Jahr.

Die führenden Universitäten Asiens stagnierten dagegen erstmals seit 14 Jahren. Tsinghua University liegt zum dritten Mal in Folge auf Rang 12, Peking University seit zwei Jahren unverändert auf Rang 13 und die National University of Singapore auf Rang 17. Keine dieser drei Universitäten verbesserte sich damit erstmals seit der Rangliste von 2012. Im Jahrzehnt bis zur Ausgabe 2024 waren Tsinghua um 35 Plätze, Peking um 28 und die NUS um sieben Plätze gestiegen.

Die Zahl chinesischer Universitäten unter den Top 200 blieb mit 13 zum dritten Mal in Folge stabil. Unterhalb dieser Spitzengruppe geht es für Ost- und Südostasien aber weiter aufwärts: Hongkong stellt erstmals sechs Universitäten in den Top 200, und alle sechs verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr. Südkorea legte bei allen vier Forschungsqualitätsindikatoren zu und hat nun vier Universitäten in den Top 100. Die University of Tokyo erreichte mit Rang 26 ihre bisher beste Platzierung.

Japan war an der Spitze insgesamt etwas schwächer vertreten. Nur 4 Prozent der japanischen Hochschulen verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr. China entwickelte sich deutlich positiver: 21 Prozent der chinesischen Universitäten stiegen im Ranking, die durchschnittliche Punktzahl erhöhte sich um einen Punkt. China hat nun fünf Universitäten in den Top 40, gegenüber drei im Vorjahr, und mit 35 Universitäten in den Top 500 Australien überholt. 18 chinesische Hochschulen erreichten ihre bisher beste Platzierung – mehr als in jedem anderen Land.

Tsinghua und Peking erzielen bereits Höchstwerte bei Forschungseinnahmen, Forschungsstärke und Patenten. Schwächer schneiden sie bei internationaler Ausrichtung und bestimmten Qualitätsindikatoren der Forschung ab. Als mögliche Begrenzungen für weitere Fortschritte nennt der Artikel nationale Rahmenbedingungen, geringere Hochschulautonomie, weniger Unterstützung für Grundlagenforschung und Einschränkungen der akademischen Freiheit.

USA und Großbritannien unter Druck

Die USA belegen erneut sieben der zehn besten Plätze. Das MIT ist mit Rang 2 die bestplatzierte US-Universität. Außerdem haben die Vereinigten Staaten sechs weitere Plätze in den Top 20 und insgesamt 35 Universitäten in den Top 100 – gegenüber 38 im Vorjahr. Mit 102 Hochschulen in den Top 500 bleiben sie zwar führend, verzeichnen aber den niedrigsten Wert ihrer Geschichte. Die durchschnittliche US-Punktzahl sank.

25 US-Universitäten erreichten ihre bisher schlechteste Platzierung. Dazu gehören die University of Chicago auf Rang 15, die Columbia University auf Rang 20 und Duke University auf Rang 28. Harvard University fiel auf Rang 5, die schlechteste Platzierung seit sechs Jahren; Harvard liegt nur 0,1 Punkte hinter Princeton und Cambridge.

Die Daten spiegeln überwiegend das akademische Jahr 2023 wider und erfassen die späteren Maßnahmen der Trump-Regierung gegen Hochschulen noch kaum. Experten erwarten mögliche weitere Rückgänge durch weniger Forschungsfinanzierung sowie weniger internationale Studierende und Wissenschaftler. Harvard steht zugleich unter politischem Druck, unter anderem durch angedrohte Kürzungen staatlicher Mittel und Einschränkungen bei der Aufnahme internationaler Studierender.

Als mögliche Folgen für US-Universitäten werden die Abwanderung von Forschenden, sinkende Forschungsleistungen, weniger internationale Zusammenarbeit und eine geringere globale Reputation genannt. Der historische Ruf des US-Forschungssystems gilt zugleich weiterhin als stark; ein deutlicher Bedeutungsverlust wird kurzfristig nicht erwartet.

Auch Großbritannien zeigt Warnzeichen. Oxford bleibt auf Rang 1, Cambridge liegt gemeinsam auf Rang 3 und Imperial College London auf Rang 8. Von 105 britischen Universitäten, die in den vergangenen zwei Jahren bewertet wurden, verschlechterten sich 27 Prozent, während sich nur 12 Prozent verbesserten. Die durchschnittliche Punktzahl stieg nur geringfügig.

Zwölf britische Hochschulen erreichten ihre bisher schlechteste Platzierung, darunter die London School of Economics and Political Science auf Rang 52 und die University of Warwick auf dem gemeinsamen Rang 122. Erstmals sind weniger als 50 britische Universitäten in den Top 500 vertreten; aktuell sind es 49. Die Lücke zwischen der Qualität der Spitzenforschung, die weiter zunimmt, und der durchschnittlichen Forschungsqualität, die sinkt, wird größer. Auch die durchschnittlichen Werte für den Anteil internationaler Beschäftigter und das Verhältnis von Studierenden zu Lehrpersonal gingen zurück. Die britische Finanzierungskrise im Hochschulbereich könnte diese Entwicklung verstärken.

Demografie, Mobilität und der Blick über die Zentren hinaus

Der demografische Rückgang stellt für Ostasien, die USA und Großbritannien eine weitere Herausforderung dar. Weniger junge Menschen könnten die Zahl potenzieller Studierender, Forschender und Hochschulbeschäftigter verringern. In Südkorea werden bereits Hochschulen geschlossen oder zusammengelegt. Besonders Südkorea, Taiwan und Japan gelten als früh von den demografischen Folgen betroffen.

Hochschulen könnten durch stärkere internationale Rekrutierung und Partnerschaften gegensteuern. Nach Einschätzung einzelner Experten dürfte der demografische Rückgang die Rankings asiatischer Universitäten kurzfristig wegen hoher staatlicher Investitionen noch nicht stark beeinträchtigen. In den USA beginnt laut Artikel die