An der Universität Rostock richtet sich der Blick bereits auf das bevorstehende Wintersemester. Einige Studiengänge sind stark gefragt, andere bleiben trotz freier Plätze eher überschaubar. Die Vorlesungen beginnen am 12. Oktober – viel Zeit für die letzten Entscheidungen bleibt also nicht.

Bei den zulassungsbeschränkten Fächern stehen Kommunikations- und Medienwissenschaften, Biowissenschaften, Humanmedizin und Zahnmedizin weit oben. Auch medizinische Biotechnologie legt beim Interesse zu. Für Zahnmedizin gilt dasselbe. Der Andrang kommt nicht völlig überraschend, angenehm macht er die Bewerbung trotzdem nicht.

Rostock: Gefragt sind Medizin, Medien und Lehramt

Unter den zulassungsfreien Studiengängen zählen Deutsch auf Lehramt, Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft, Sonderpädagogik und Wirtschaftsingenieurwesen zu den beliebten Angeboten. Neue Studienangebote starten im kommenden Wintersemester, darunter neue Quereinstiegs-Master.

Weniger Einschreibungen gibt es vergleichsweise unter anderem in Berufspädagogik, Latein und im Masterstudiengang Aquakultur. Wie viele Studierende letztlich in Rostock beginnen werden, konnte die Universität noch nicht nennen. Im vergangenen Wintersemester waren dort mehr als 12.500 Studierende eingeschrieben.

Greifswald bietet derzeit 118 Studiengänge an. Besonders gefragt sind Medizin, Rechtswissenschaften, sämtliche Lehramtsstudiengänge, Psychologie, Pharmazie, Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und biologische Studiengänge. Die neuen Lehramtsstudiengänge werden stark angenommen: Bereits vor dem Ende der Einschreibefrist lag die Zahl der Einschreibungen dort mehr als 50 Prozent über dem Vorjahreswert.

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Greifswald zählt Köpfe – und Fächerfälle

Im Wintersemester 2025/2026 entschieden sich 9.728 Studierende für ein Studium in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Davon schrieben sich 1.800 an der Universität Greifswald in das 1. Fachsemester ein. Im vergangenen Wintersemester waren knapp 10.000 Studierende in Greifswald eingeschrieben. Neben den gefragten Fächern gibt es dort auch seltene Angebote, darunter Ballistik.

Die amtliche Statistik „Studierende an Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern“ erfasst Zahlen nach Hochschulen und Hochschularten, für Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sowie nach deutschen und ausländischen Studierenden, Studienanfängern, Fächergruppen, Hochschul- und Fachsemestern und Staatsangehörigkeit. Die Zählung nach Studierendenköpfen ist vor allem für politische Entscheidungen und regionale Interessenvertreter gedacht.

Gezählt wird zu festen Stichtagen: im Wintersemester am 1. Dezember, im Sommersemester am 1. Juni. Die Datei „Schnellübersicht Fachfälle“ liefert einen schnellen Überblick über aktuelle Studierendenfachfälle. Die Semesterverlaufsstatistik dieser Fachfälle wird für Lehre, Hochschulplanung und -steuerung sowie zur Berechnung von Studienabbruch beziehungsweise Schwund verwendet.

Der Unterschied klingt zunächst nach Verwaltungsdetail, ist für die Hochschulen aber ziemlich praktisch: In Diplom- und Staatsexamensstudiengängen sowie in einem Teil der Bachelor- und Masterstudiengänge entspricht die Zahl der Fachfälle der Zahl der Studierendenköpfe. Bei Lehramts- und Magisterstudiengängen sowie bei einem Teil der Bachelor- und Masterstudiengänge können dagegen zwei oder mehr Fachfälle auf einen Studierendenkopf entfallen. Für Raum- und Lehrkapazitäten zählt deshalb die Fachfallstatistik, weil sie die Lehrbelastung je Studiengang abbildet.

Landesweit: leichte Erholung nach Jahren des Rückgangs

Der Blick über Rostock und Greifswald hinaus zeigt ein wechselhaftes Bild. Im Studienjahr 2025 gab es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 5.761 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im ersten Hochschulsemester. 4.998 begannen im Wintersemester 2024/25, weitere 763 im Sommersemester 2025.

Detaillierte Zeitreihen des Statistischen Bundesamtes liegen für die Wintersemester ab 1998/99 vor. Damals lagen die Erstsemesterzahlen bei unter 5.000, bis sie im Wintersemester 2009/10 auf über 7.000 stiegen. Danach gingen die Zahlen überwiegend zurück. Besonders deutlich war der Rückgang in den Wintersemestern 2021/22 und 2022/23; auch in den Wintersemestern 2023/24 und 2024/25 setzte er sich fort.

Im Wintersemester 2025/26 stiegen die Zahlen leicht an und lagen ungefähr auf dem Niveau von 2022/23. Bei den Studienanfängerinnen und Studienanfängern waren Betriebswirtschaftslehre, Medizin, Grundschul- beziehungsweise Primärstufenpädagogik und Biologie die beliebtesten Studienfächer.

Auf dem Rostocker Campus heißt das nun: volle Hörsäle in manchen Fächern, freie Plätze in anderen, dazu neue Angebote und die üblichen letzten Klicks im Bewerbungsportal. Und irgendwo dazwischen vermutlich der erste Kaffee vor der Vorlesung am 12. Oktober.