Am 9. Juni 2026 wird der Lehr- und Versuchsbetrieb Gladbacherhof der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) seine Türen für interessierte Besucher öffnen. Anlässlich des bevorstehenden Tags der offenen Tür, der am Sonntag, den 21. Juni 2026, von 10 bis 18 Uhr stattfinden wird, kündigt die Universität ein abwechslungsreiches Programm an. Unter dem Motto „Agrarsysteme und Ressourcen“ werden verschiedene Forschungsarbeiten präsentiert, die sich mit ökologischer Landwirtschaft, Tierhaltung und Agroforstsystemen beschäftigen.

Diese Initiative gibt den Besuchern die Gelegenheit, sich umfassend über die wissenschaftlichen Projekte und die verschiedenen Betriebszweige der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof zu informieren. Ob bei Führungen durch den Forschungsstall oder über die Felder – der Tag verspricht spannende Einblicke in nachhaltige Landwirtschaft und innovative Forschung. Ergänzt wird das Programm durch ein kulturelles Rahmenprogramm mit Spiel und Spaß für Kinder sowie Verpflegung mit Bio-Speisen.

Erwartete Teilnehmer und Ansprechpartner

Der Tag der offenen Tür wird voraussichtlich ein breites Spektrum an Akteurinnen und Akteuren anziehen, darunter Fachleute aus Wissenschaft, Beratung, Praxis und Politik. Interessierte finden auf der Website der JLU weitere Informationen zum Event. Bei Fragen stehen die folgenden Ansprechpartner zur Verfügung:

  • Prof. Dr. Andreas Gattinger: Professur für Ökologischen Landbau, Telefon: 0641 99-37731, E-Mail: andreas.gattinger
  • Johannes Eisert: Administrator des Lehr- und Versuchsbetriebs Gladbacherhof, Telefon: 06474 710010, E-Mail: Johannes.Eisert

Forschungsschwerpunkt Agroforstwirtschaft

Ein bedeutender Teil der Forschung am Gladbacherhof wird auch durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. Das Projekt „FORMULA – Agroforstwirtschaft für eine nachhaltige multifunktionale Landwirtschaft“ ist eine Zusammenarbeit zwischen der JLU und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). Es hat eine Laufzeit von acht Jahren und startet offiziell im Oktober 2024. Ziel dieses Projekts ist es, zwei silvoarable Agroforstsysteme hinsichtlich ihrer „Beiträge für den Menschen“ (Nature’s Contributions to People – NCP) zu analysieren.

Die vergleichende Analyse wird auf der Hessischen Staatsdomäne Gladbacherhof und der konventionell bewirtschafteten Lehr- und Versuchsfläche Ackerbau(m) im Löwenberger Land, Brandenburg (DAKIS-Standort Großmutz), durchgeführt. In der ersten Projektphase von 2024 bis 2028 stehen zwei primäre Forschungsziele im Fokus. Zum einen sollen die NCP von Agroforstsystemen im Vergleich zu baumlosen Referenzsystemen bewertet werden. Zum anderen wird angestrebt, das mechanistische Verständnis der regulierenden und materiellen NCP zu verbessern.

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Indikatoren und Forschungsziele

Das Projekt gliedert sich in fünf Teilprojekte und ein koordinierendes Projekt. Dabei werden Indikatoren für die NCP zu Themen wie Klima, Wasserversorgung, Bodenqualität, Biodiversität sowie Lebensraum und Nahrungs- und Futtermittelproduktion untersucht. Zentrale Experimente umfassen gemeinsame Beprobungen von Gradienten und ein Stickstoff-Markierungsexperiment. Aktuell haben noch zwölf Forschende die Möglichkeit, sich für eine Mitarbeit von vier Jahren in einem der Teilprojekte zu bewerben. Zudem wird das Projekt in Kooperation mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) durchgeführt.

[uni-giessen.de] berichtet, dass die bevorstehenden Veranstaltungen und Forschungsprojekte eine wesentliche Rolle bei der Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft spielen. Gleichzeitig ist die Arbeit der JLU und ihrer Partner entscheidend für die Förderung nachhaltiger Landwirtschaftsmethoden, die sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte berücksichtigen.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten am Gladbacherhof sind auf der offiziellen Website der JLU erhältlich. Hier können Interessierte finden, wie sie sich aktiv in die Diskussion um nachhaltige Agrarsysteme einbringen können.