Auf dem Campus der Universität Kiel ist wieder Bewegung: Das neue Semester hat begonnen, in Kiel, Flensburg und Lübeck sind Tausende Studierende gestartet. Heute, am 12.10.2026, wirkt der Semesteranfang allerdings etwas anders als sonst. Wegen der Rückkehr zu G9 an den Gymnasien fehlt in diesem Jahr ein regulärer Abiturjahrgang.

Das zeigt sich besonders deutlich an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Vorläufig haben sich 3.466 Menschen neu eingeschrieben. Im vergangenen Wintersemester waren es noch gut 4.200. Insgesamt studieren an der CAU knapp 22.900 Menschen – in den Fluren, Hörsälen und Cafés bleibt es also trotzdem alles andere als ruhig.

Wirtschaft, Biologie und Jura vorn

Am beliebtesten ist in Kiel derzeit Betriebswirtschaftslehre mit 411 Einschreibungen. Dahinter folgen Biologie mit 361 und Rechtswissenschaft mit 349. Jura kommt dabei nicht nur bei den Erstsemestern gut an: Mehr als 2.200 Personen studieren in Kiel Rechtswissenschaft. Damit liegt das Fach vor Medizin.

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät ist mit knapp 4.600 Studierenden die zweitgrößte von insgesamt acht Fakultäten der CAU. Die aktuellen Werte sind allerdings noch nicht in Stein gemeißelt. Einschreibe- und Nachrückverfahren laufen weiter, die endgültigen Zahlen werden zum Jahresende erwartet.

Flensburg bleibt stabil, Lübeck etwas darunter

An der Europa-Universität Flensburg (EUF) gibt es vorläufig rund 1.600 Neueinschreibungen. Etwa 5.400 Studierende gehören dort insgesamt zur Universität; die Zahl der Neueinschreibungen liegt ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Rund 73 Prozent der Studierenden sind in Bereichen der Bildungswissenschaften und des Lehramts eingeschrieben.

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In den Bildungswissenschaften sowie in den Bereichen Europa und Transformation geht es inzwischen auch um digitale Medien und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Das wird an der EUF in verschiedenen Modulen vermittelt – nicht als einzelnes Randthema, sondern verteilt über mehrere Studienbereiche.

Die Universität zu Lübeck meldet vorläufig 1.166 Neueinschreibungen. Im Vorjahr waren es 1.250. Humanmedizin ist mit 194 Erstsemestern das stärkste Fach, gefolgt von Psychologie. Im Masterbereich verzeichnet „Robotik und Autonome Systeme“ mit 62 Einschreibungen den stärksten Zulauf.

Mehr als nur Einschreibezahlen

Wie sich die Hochschullandschaft im Land entwickelt, lässt sich nicht allein an den aktuellen Erstsemesterzahlen ablesen. Das CHE-Portal zu Schleswig-Holstein bündelt landesspezifische Daten und Analysen zu Hochschulen und Hochschulstandorten, Hochschulpersonal, Studierenden, Studienanfängerinnen und Studienanfängern sowie Studienabschlüssen.

Auch Studienzufriedenheit, Studienfinanzierung und BAföG-Bezug gehören dazu. Erfasst werden außerdem Zugangsbeschränkungen, Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, Teilzeitstudium, duales Studium und Lehramtsstudium. Die Analysen reichen von der Zahl der Hochschulen und Standorte über die Verteilung der Studierenden nach Hochschultyp, Trägerschaft und Studienfach bis zu den beliebtesten Studienfächern der Erstsemester.

Darüber hinaus geht es um jährliche Studienabschlüsse und deren Abschlussarten, die Zufriedenheit der Studierenden nach Ergebnissen des CHE-Hochschulrankings sowie um die Anzahl und Entwicklung zugangsbeschränkter Studiengänge. Betrachtet werden ebenso die Entwicklung der Studierenden ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, Teilzeitstudierende und Teilzeitstudiengänge, der Anteil dual Studierender und die Zahl der Lehramtsstudierenden und Lehramtsabsolventinnen und -absolventen.

Zum Personalbereich gehören Angaben zur Zahl der Professorinnen und Professoren sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Hochschuldaten für Schleswig-Holstein und Hamburg stellt Statistik Nord bereit. Wer andere Bundesländer vergleichen möchte, kann sie über eine Karte auswählen.

Hochschulpolitik im Hintergrund

Rechtlicher Rahmen der Hochschulen im Land ist das aktuelle „Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein“ (HSG). Vor dem Bildungsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags nahm Ulrich Müller, Mitglied der Geschäftsleitung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, am 30. September 2026 zum geplanten neuen Hochschulrecht Stellung.

Bis zum Jahresende wird sich noch einiges an den Zahlen drehen. Bis dahin bleibt an der Uni Kiel vor allem der auffällige Abstand zum vergangenen Wintersemester im Blick – während in den Mensen längst wieder Tabletts klappern und die ersten Stundenpläne vermutlich schon irgendwo zwischen Kaffeebecher und Bibliotheksausweis verschwinden.

Quelle: NDR
Quelle: CHE Hochschuldaten Schleswig-Holstein