Nürnberger Initiative bündelt Forschung für intelligente Robotik und humanoide Systeme
In Nürnberg ist die Initiative „Intelligente Robotik“ gegründet worden. Ihr Ziel: Die Region soll sich als Standort für Robotik weiterentwickeln – nicht irgendwann, sondern mit Forschung, Unternehmen und Hochschulen vor Ort.
Beim Kick-off konnten Gäste erste Roboter kennenlernen. Auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König war dabei und probierte einen Teil der Roboter aus, an denen Studierende forschen. Ein Termin mit viel Technik zum Anfassen – und mit einer Frage, die über den Tag hinausweist: Kommen humanoide Roboter künftig aus der Region?
Forschungseinrichtungen ziehen an einem Strang
Der Initiative gehören Forschungseinrichtungen aus der Region an. Beteiligt sind unter anderem Schaeffler, die Technische Universität Nürnberg, die Friedrich-Alexander-Universität und die TH Nürnberg. Veranstaltungsort war die FAU Erlangen-Nürnberg.
Der Zusammenschluss soll die vorhandenen Kompetenzen sichtbarer machen und die Robotik in der Region weiter voranbringen. Für Studierende bedeutet das: Ihre Forschungsprojekte stehen nicht nur im Labor herum, sondern konnten beim Auftakt direkt ausprobiert werden. Marcus König griff selbst zu und testete einen Teil der Systeme.
Warum menschenähnliche Roboter so viel können müssen
Gerade in der Logistik stoßen herkömmliche Automatisierungen an Grenzen. Manche Tätigkeiten verbinden das Fortbewegen, Greifen, Ablegen, Öffnen, Verpacken und Quittieren – und zwar nicht immer in derselben Reihenfolge. Ob ein Gegenstand an einem bestimmten Ort liegt, wie er beschaffen ist oder welcher Prozesszustand gerade gilt, kann sich laufend ändern.
Ein Roboter, der Menschen in solchen Umgebungen ganzheitlich unterstützt, braucht deshalb mehrere Fähigkeiten zugleich. Dazu gehört die Wahrnehmung: Sensoren müssen die Umgebung, relevante Objekte und Menschen erfassen. Er muss greifen können, idealerweise mit gliedrigen Händen, die unterschiedliche Gegenstände handhaben. Für menschzentrierte Arbeitsumgebungen ist außerdem die Fortbewegung auf zwei Beinen ein möglicher Baustein. Und ohne anpassungsfähige Interaktion mit Menschen und Umgebung wird es schnell hakelig.
Humanoide Robotik in der Logistik meint dabei nicht ausschließlich vollständig menschenähnliche Maschinen. Auch spezialisierte, modulare Systeme gehören dazu. Je nach Einsatz können mobile Plattformen oder spezialisierte Greifer praktischer und wirtschaftlicher sein als ein komplexer humanoider Roboter – weniger Science-Fiction, mehr passende Lösung für den konkreten Handgriff.
Welche Technologie am Ende sinnvoll ist, hängt vom Einsatzszenario, den betrieblichen Rahmenbedingungen und den wirtschaftlichen Zielen ab. In Nürnberg wird nun daran gearbeitet, diese Fragen gemeinsam zu beantworten. Der Artikel über die Gründung der Initiative wurde am 19. Oktober 2026 um 19:55 Uhr veröffentlicht.
