Berlin-Liga am 7. Spieltag: Türkspor verteidigt die Spitze, Kellerduell in Kroatien
Am heutigen 9.10.2026 steht der 7. Spieltag der Berlin-Liga an. Neun Partien, reichlich Bewegung in der Tabelle und einige Duelle, bei denen es schon ordentlich im Bauch kribbelt. Austragungsort dieses Überblicks ist die FU Berlin.
Zu jeder Begegnung lassen sich Spieldaten wie Aufstellungen, Torfolge, Schiedsrichter und Zuschauer abrufen. Dazu kommen Abstimmungen zum FuPa-Spieler der Partie sowie – falls vorhanden – Bildergalerien und Videos. Fehlen Angaben, können Vereinsverwalter sie ergänzen und verwalten. Praktisch, gerade wenn nach Abpfiff noch schnell eine Aufstellung nachgetragen werden muss.
Spannung an der Spitze und Druck im Keller
Meteor steht gegen Johannisthal unter Druck. Im direkten Duell mit dem Mitaufsteiger soll der Anschluss gehalten werden. Meteor verlor zuletzt 0:5 gegen Viktoria, Johannisthal unterlag Türkspor. Beide brauchen also dringend ein Erfolgserlebnis.
Als Tabellenführer reist Türkspor zu Staaken und will die Spitzenposition verteidigen. Staaken gewann nur eines der ersten sechs Spiele und steht auf Platz 15. Für die Gastgeber ist das kein gemütlicher Nachmittag.
Blau-Weiß empfängt den Frohnauer SC. Frohnau feierte am Mittwoch den ersten Saisonsieg und möchte gleich nachlegen. Blau-Weiß ist allerdings seit drei Spielen ungeschlagen – da kann die Euphorie schnell einen Dämpfer bekommen.
In Rudow trifft ein formstarkes Team auf einen angeschlagenen Gegner. Rudow ist seit vier Partien ungeschlagen, hat zwölf Punkte gesammelt und liegt auf Platz sechs. Biesdorf steht mit fünf Punkten auf einem Abstiegsplatz und wartet seit vier Spielen auf einen Sieg.
Topspiel, Elfmeter und ein frisches Duell
Der SC Charlottenburg verpasste unter der Woche im Topspiel gegen Wilmersdorf den Sprung an die Tabellenspitze. Gegen Inter soll nun ein Sieg her. Der Aufsteiger geht mit einem 2:1 gegen Biesdorf im Rücken in die Partie.
Am Ostpreußendamm empfängt der Tabellenfünfte Viktoria den Drittplatzierten Empor. Viktoria liegt drei Punkte hinter Tabellenführer Türkspor, Empor hat zwei Zähler mehr. Empor spielte unter der Woche, Viktoria könnte deshalb etwas ausgeruhter sein – im Fußball ist das manchmal schon die halbe Miete, manchmal aber auch gar nichts.
Stern hat am Mittwoch gegen Empor 3:3 gespielt. Fünf Elfmeter gab es in dieser Partie, und in der 90.+9 Minute setzte Stern einen Strafstoß an die Latte. Der mögliche Sieg war damit weg. Nun kommt Wilmersdorf, der Tabellenzweite, der unter der Woche den SCC besiegte.
Im Tabellenmittelfeld treffen der Berliner SC und der TSV Mariendorf aufeinander. Beide sind derzeit nicht in guter Form. Der Berliner SC ist Siebter und seit drei Spielen ohne Sieg. Mariendorf verlor zwei Spiele, gewann dazwischen aber gegen Inter.
Ganz unten empfängt Croatia die Spandauer Kickers. Der Tabellenletzte gegen den Vorletzten – und beide Mannschaften sind die einzigen Teams der laufenden Saison ohne Sieg. Mehr Druck passt kaum in 90 Minuten.
Eine Liga mit Berliner Geschichte
Die Berlin-Liga, bis 2008 Verbandsliga Berlin, ist die höchste Spielklasse des Berliner Fußball-Verbands. Seit der Einführung der 3. Liga 2008/09 gehört sie zur sechsthöchsten Ebene im deutschen Männerfußball. Der Meister steigt direkt in die Oberliga Nordost auf und wird Berliner Fußballmeister.
Ihre heutige Form hat die Liga nach der Wiedervereinigung gefunden. Vorher gab es in Berlin unterschiedliche höchste Spielklassen: in West-Berlin die Oberliga, in Ost-Berlin die Bezirksliga. Am 20. November 1990 wurden die zuvor im DFV organisierten Ost-Berliner Vereine in den für West-Berlin zuständigen Berliner Fußball-Verband integriert. Ziel war eine gemeinsame, eingleisige höchste Spielklasse für ganz Berlin.
Zur Saison 1990/91 wurde die Ost-Berliner Bezirksliga abgeschafft und als zweite Staffel in die West-Berliner Landesliga eingegliedert. Beide Staffeln blieben zunächst nach West und Ost getrennt. Nach der Saison 1990/91 wurde die Oberliga Berlin aufgelöst; zur Saison 1991/92 wechselten ihre Mannschaften in die Staffeln Nord und Mitte der neu geschaffenen Oberliga Nordost. Die Landesliga Berlin blieb zunächst zweigeteilt, nun aber nicht mehr nach West und Ost.
Zur Saison 1992/93 nahm die eingleisige Verbandsliga Berlin den Spielbetrieb auf. Bei ihrer Einführung war sie die vierthöchste deutsche Spielklasse – hinter 1. Bundesliga, 2. Bundesliga und Oberliga Nordost. Nach der Wiedereinführung der Regionalligen als dritthöchster Spielklasse 1994 wurde die Verbandsliga zur fünfthöchsten Liga.
Nach der Saison 2007/08 wurde die deutsche Ligastruktur erneut reformiert: Die eingleisige 3. Liga kam, die Regionalligen wurden viertklassig, und alle Ligen im NOFV-Gebiet rückten um eine Spielklassenebene nach unten. Für den Aufstieg in die NOFV-Oberliga Nord galt damals ein besonderer Modus. Der Berliner Meister war direkt qualifiziert, der Zweitplatzierte konnte sich in zwei Relegationsspielen gegen den Zweitplatzierten der Verbandsliga Sachsen-Anhalt durchsetzen. Der SV Lichtenberg 47 verlor diese Relegation gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg.
Zur Saison 2008/09 wurde die Verbandsliga Berlin in Berlin-Liga umbenannt. Ab der Saison 2017/18 trug sie aufgrund erworbener Namensrechte den Namen „11Teamsports Berlin-Liga“.
Zahlen, Rekorde und die nächste Spielklasse
Die Ewige Tabelle umfasst 79 Mannschaften, die seit 1992 an der Liga teilnahmen. Der TSV Rudow hat die meisten Teilnahmen und führt diese Wertung an. Der 1. FC Schöneberg erzielte bislang die wenigsten Punkte. Tennis Borussia Berlin gewann die Berlin-Liga sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Mannschaft; auch der BFC Dynamo war mit zwei Mannschaften in der Liga vertreten.
Die meisten Teilnehmer kamen aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg, jeweils zehn Mannschaften. Aus Pankow stammten mit drei Mannschaften die wenigsten Teilnehmer. In der Saison 2024/25 spielte mit Blau-Weiß Hohen Neuendorf erstmals eine Mannschaft aus Brandenburg in der Berlin-Liga.
Beim Toreschießen setzte Türkiyemspor 1999/2000 eine Marke: 144 Treffer und eine Tordifferenz von +113 bedeuten jeweils Saisonbestwerte. Sparta Lichtenberg erzielte bereits dreimal mehr als 100 Tore in einer Saison. Am anderen Ende der Statistik steht Club Italia, das 2012/13 insgesamt 244 Gegentore kassierte und mit −207 auch die schlechteste Tordifferenz verbuchte.
Für die Berlin-Liga 2026/27 sind 19 Mannschaften qualifiziert. Sie bildet die sechste Spielklassenebene im deutschen Ligasystem. Darüber liegen Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga, danach folgen die Regionalligen als vierte und die Oberligen als fünfte Ebene. Unterhalb der Berlin-Liga geht es je nach Landesverband mit Landesligen, Verbandsligen, Bezirksligen, Kreisligen sowie A-, B-, C- und gegebenenfalls D-Klassen weiter.
