Ein Bauwagen als Tor zur Welt: Lernen im Freien für Kinder!
In den letzten Jahren haben Bauwagen als innovative Lernräume stark an Bedeutung gewonnen. Besonders im Kontext der schulischen Bildung fungieren sie nicht nur als praktische Klassenzimmer, sondern bieten auch vielgestaltige Lernimpulse. Ein eindrucksvolles Beispiel dieser Entwicklung zeigt die Kooperation zwischen dem Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZLB) der KU und der Mariensteiner Schule, die kürzlich ins Leben gerufen wurde. Alexander Steindl, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ZLB, koordiniert das Programm, das abwechslungsreiche Unterrichtseinheiten für Schüler der ersten bis achten Klassen bereitstellt.
Diese Schüler haben die Möglichkeit, regelmäßig die KU zu besuchen, um ihren Blick zu erweitern und neue Perspektiven zu gewinnen. Der Bauwagen dient dabei nicht nur als geschützter Rückzugsort, sondern auch als erlebnisreiche Lernumgebung im Freien. Studierende der KU nutzen diesen Raum, um verschiedene didaktische Methoden zu erproben und die direkte Rückmeldung der Schüler in ihre Lehransätze einzubringen.
Vielfältige Projekte im Bauwagen
Im Sommersemester sind über 20 Termine im Bauwagen geplant, wobei verschiedene Fachbereiche, wie Biologie, Religionspädagogik, Musikpädagogik und Kunstpädagogik involviert sind. Die Projekte werden auf unterschiedliche Jahrgangsstufen abgestimmt und variieren bezüglich ihrer Ziele und Dauer. Ein bemerkenswerter Aspekt ist das Streitschlichterprogramm der Religionspädagogik für ältere Kinder, während die Musikpädagogik ein inklusives Projekt anbietet, das den Zusammenhalt und den Rhythmus der Gemeinschaft fördert.
Im Bereich Kunstpädagogik liegt der Fokus auf Kreativitätsentwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung. Ergänzend dazu erweitert der Kapuzinergarten das Angebot des Bauwagen-Klassenzimmers mit Projekten zur Biologiedidaktik, wo Schüler das nachhaltige Gärtnern erlernen und gemeinsam an Beeten arbeiten. Dabei wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine Atmosphäre des Miteinanders und der Wertschätzung für die Beiträge jedes Kindes geschaffen.
Bauwagen als Zugang zu Bildung
Die hohen Nachfrage von Dozierenden und Studierenden bestätigt den Erfolg dieses Projekts, sodass sogar eine Warteliste an der KU besteht. Die Kinder, die an diesem Programm teilnehmen, bringen unterschiedliche Biografien mit und benötigen Zeit zum Ankommen. Die positiven Interaktionen zwischen ihnen und den Studierenden schaffen eine Wohlfühlatmosphäre und fördern den Lernprozess. Insgesamt wird die Kooperation als ein Schritt zur Inklusion betrachtet, wobei der Bauwagen als Zugang zu sozialen und öffentlichen Orten in der Stadt dient.
Auf der anderen Seite zeigt die Grundschule in Gelsenkirchen, dass der Trend zu mobilen Klassenzimmern weiter zunimmt. Ihr neuer Bauwagen, der auf einem Tridemanhänger mit 230 V Elektroverlegung aufgebaut ist, soll nicht nur als Lern- und Erlebnisraum fungieren, sondern auch einen Wetterschutz während von Schulfesten bieten. Er wird eine Schlüsselrolle im Schulalltag übernehmen und ist ein zentraler Ort für intensivpädagogische Maßnahmen. Der Wagen wurde am 9. Januar 2023 fristgerecht ausgeliefert und steht damit nicht nur für modernen Unterricht, sondern auch für die Veränderung der Lernkultur an Schulen.
Dieser Trend hin zu rollenden Klassenzimmern und die kreative Nutzung von Bauwagen zeigen eindrücklich, dass Schule längst nicht mehr nur in vier Wänden stattfindet. Vielmehr eröffnen sich durch solche innovativen Ansätze neue Möglichkeiten für die Bildung von Kindern und Jugendlichen.
