Ein Wegbereiter der Nachhaltigkeit: Ralf Stappen verstorben!
Am 23. Juni 2026 überschattet der Tod von Ralf Stappen die Hochschulgemeinschaft der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Stappen, ein Pionier der Nachhaltigkeit und Geographiestudent der 1990er-Jahre, hat bedeutende Impulse für umweltbewusstes Handeln an Hochschulen und in der Gesellschaft gesetzt. Er war nicht nur der Gründer des Umweltreferats des Studentischen Konvents, sondern auch der Initiator der Umwelt-Ringvorlesung, die sich mit den Ergebnissen der UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 beschäftigte. In diesem Kontext verstand er die Agenda 21 als klaren Handlungsauftrag.
Stappen entwickelte gemeinsam mit Kommilitonen Konzepte für nachhaltige Entwicklung und verstand es, lokale Fragestellungen mit globalen Herausforderungen zu verknüpfen. Ein markantes Beispiel seiner Arbeit war das Projekt „Naturschutz und Lebensstile im Naturpark Altmühltal“, das im Rahmen des Europäischen Naturschutzjahres 1995 konzipiert wurde und durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde. Dabei setzte er sich intensiv mit dem Selbstverständnis einer katholischen Universität auseinander und versuchte, das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Arbeit, gesellschaftlicher Verantwortung und kirchlicher Sozialverkündigung zu fördern.
Ein bleibendes Erbe der Nachhaltigkeit
Nach seinem Studium blieb Ralf Stappen der Region eng verbunden. Er engagierte sich viele Jahre im Sachausschuss Kirche und Umwelt des Diözesanrats der Katholiken und war maßgeblich an der Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes im Bistum Eichstätt im Jahr 2010 beteiligt. Sein Lebenswerk wird als entscheidender Beitrag zur Ausrichtung der Katholischen Universität auf Nachhaltigkeit betrachtet, wobei sein Engagement für eine umweltbewusste Zukunft auch nach seinem Tod nachwirken wird.
In einer Zeit, in der Themen wie Klimaschutz immer drängender werden, zeigt das Projekt „Zukunftsforum Klimafreundliche Hochschulen“ (ZKH), wie Hochschulen diese Herausforderungen angehen können. Am 17. April 2026 fand die Abschlusskonferenz dieses Projekts an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde statt. Hier wurden Strategien zur Förderung von Klimaschutz an Hochschulen erörtert. Das ZKH-Projekt begleitet 15 kleine und mittlere Hochschulen auf ihrem Weg zum Klimaschutz und zielt darauf ab, Treibhausgasemissionen um mindestens 10 % zu reduzieren.
Nachhaltige Entwicklung im Altmühltal
Darüber hinaus sind im Naturpark Altmühltal wichtige Initiativen zur nachhaltigen Nutzungsentwicklung angesiedelt. Die Planung und Umsetzung der Projekte erfolgt in zwei Phasen. Das erste Projekt zur Planung endete im März 2023 und beinhaltete eine „sozioökonomische Analyse“ sowie die Entwicklung eines „Konzeptes zur Entwicklung nachhaltiger naturschutzkonformer Landnutzungsformen“. Intensive Gespräche mit Landwirten, Jägern und Fischern haben die regionale Zusammenarbeit verstärkt. Das zweite Projekt, das im November 2024 startete, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird zur nachhaltigen Entwicklung in der Region beitragen.
Ralf Stappen hat mit seinem Wirken nicht nur die Katholische Universität geprägt, sondern auch das Bewusstsein für ökologische Themen in der Region geschärft. Sein Engagement bleibt ein inspirierendes Beispiel für zukünftige Generationen in der Hochschulbildung und darüber hinaus.
Für mehr Informationen über Ralf Stappen und seine Beiträge zur Nachhaltigkeit besuchen Sie bitte die Seiten der Katholischen Universität Eichstätt, des Naturparks Altmühltal und des Zukunftsforums Klimafreundliche Hochschulen.
