Studierende bringen Medienkompetenz direkt in den Klassenraum!
In der heutigen Zeit, in der digitale Informationen flüchtiger als je zuvor sind, spielt Medienkompetenz eine entscheidende Rolle im Bildungswesen. Am 16. Juli 2026 berichtet die KU-Journalistikprofessorin Friederike Herrmann von einem innovativen Schulprojekt, das die Nachrichten- und Informationskompetenz von Schülerinnen und Schülern aufbaut. Die Initiative mit dem Titel „Journalismus macht Schule“ hat zum Ziel, Jugendliche zu ermutigen, sich kritisch und faktenbasiert mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinanderzusetzen.
Besonders bemerkenswert ist, dass nicht erfahrene Journalistinnen und Journalisten, sondern Journalistikstudierende in die Klassenräume gehen. Diese agieren als Coaches und begegnen den Jugendlichen auf Augenhöhe, wodurch eine offene und produktive Lernatmosphäre entsteht. Der Journalistikstudent Timothy Hageneier berichtet von einem „guten Draht“ zu den Schülerinnen und Schülern, die großes Interesse an den Themen zeigten, die in dem Schulprojekt behandelt werden. Herrmann beschreibt die Studierenden dabei als große Geschwister, die das Lernen in der Klasse positiv beeinflussen.
Praktische Ansätze zur Medienbildung
Die Studierenden bereiten ihre Kurse in Gruppen vor und leiten praktische Übungen ein, die den sicheren Umgang mit Medien thematisieren. Dazu gehört beispielsweise die Arbeit mit Agenturmeldungen sowie die Erstellung eines TikTok-Kanal-Prototypen. Durch solche innovativen Ansätze lernen die Jugendlichen, zwischen echten Informationen und den Meinungen von Influencern zu unterscheiden. Es ist alarmierend, dass laut der Umfrage zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler fälschlicherweise glauben, der blaue Haken auf Plattformen wie Instagram oder TikTok kennzeichne die Richtigkeit von Informationen.
In der heutigen Informationsgesellschaft ist es unerlässlich, dass Schulen Medienkompetenz fördern. Schüler:innen navigieren zwar intuitiv durch digitale Tools, tun sich jedoch oft schwer, Inhalte zu bewerten und Quellen zu prüfen. Die Kultusministerkonferenz hat daher die verbindliche Einbettung von Medienkompetenz in alle Fächer und Schulformen gefordert. Sie umfasst vier Dimensionen: Informationsbewertung und Quellenkritik, technische Medienkompetenz, produktive Medienkompetenz sowie soziale und ethische Aspekte. Um diese Fähigkeiten aufzubauen, müssen Lehrer ein Klima schaffen, in dem kritisches Denken gefördert wird.
Zukunftsperspektiven und Ausbaustrategien
Die Ergebnisse des Projekts zeigen deutlich, dass Schülerinnen und Schüler gelernt haben, Informationen kritisch zu hinterfragen. Die Lehrerinnen und Lehrer, die an dem Pilotprojekt beteiligt sind, sowie die Dozierenden an der KU sind sich einig, dass es eine wichtige Lücke im Lehrplan schließt. Friederike Herrmann zieht ein positives Fazit und plant, das Projekt auszubauen. Neben Jugendlichen sollen auch andere Zielgruppen, wie ältere Menschen, von Medienkompetenzschulungen profitieren.
Ein besonders spannender Aspekt ist, dass Schülerinnen und Schüler durch projektbasiertes Lernen zu aktiven Gestaltern digitaler Räume befähigt werden sollen. Innovative Schulprojekte, wie das von Herrmann und ihrem Team, setzen hierbei Maßstäbe und bieten Ansätze, die in deutschen Schulen zur Etablierung einer umfassenden Medienbildung führen können.
Weitere Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten: Journalismus macht Schule und Strategien zur Förderung von Medienkompetenz.
