In der Welt der pharmazeutischen Forschung gibt es spannende Neuigkeiten aus Dortmund. An der Technischen Universität Dortmund leitet Prof. Dr. Markus Thommes seit 2014 den Lehrstuhl für Feststoffverfahrenstechnik und hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das das Auflösungsverhalten schlecht wasserlöslicher Wirkstoffe entscheidend verbessern könnte. Damit lässt sich die Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen erheblich steigern, was für die Patient:innen von großem Vorteil ist. Diese Errungenschaft könnte jedoch nicht nur die Pharmabranche revolutionieren, sondern findet auch Anwendung in der Lebensmitteltechnologie und im Pflanzenschutz. Laut TU Dortmund wird das Verfahren bereits als ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Wertschöpfung erachtet.
Die Einbettung von Arzneistoffpartikeln in eine Hilfsstoffträgermatrix stellt eine zentrale Herausforderung dar. Das von Prof. Thommes und seinem Team entwickelte Verfahren nutzt einen neuartigen elektrostatischen Abscheider sowie einen Aerosol-Generator, um die Partikel gleichmäßig und schonend in die Trägermatrix einzubetten. Diese Partikel, die durch Sprühtrocknung erzeugt werden, gelangen anschließend in einen Schmelzelektrofilter, wo sie in einer Matrix gefangen werden, die nach dem Erstarren als Trägersubstanz dient. Durch diesen Prozess ergeben sich laut Bionity signifikante Verbesserungen im Auflösungsverhalten der Wirkstoffe.
Staatliche Unterstützung und Patente
Die Forschung wird im Rahmen des Förderprogramms VIP+ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziell unterstützt. Hierbei konnten Fördermittel in Höhe von knapp einer Million Euro mobilisiert werden, um Innovationen voranzutreiben und mögliche Anwendungsbereiche gezielt zu erschließen. Prof. Thommes wird für sein Projekt bereits mit 200.000 Euro aus dem Wettbewerb „NRW-Patentvalidierung“ unterstützt, um den technologischen Reifegrad weiter zu steigern. Ab dem 1. April 2026 gibt es sogar eine weitere Förderung in Höhe von 967.331,31 Euro, die dem Projekt zugutekommt.
Ein besonders wichtiges Element dieser fortschrittlichen Arbeit ist das Schutzrechteportfolio, denn der Erfolg in der Forschung hängt stark von der Fähigkeit ab, Ideen zu schützen und zu vermarkten. Deshalb hat die PROvendis GmbH, die im Auftrag der TU Dortmund handelt, bereits Schutzrechte für das neue Verfahren angemeldet. Das Patent für die USA wurde im Mai 2025 erteilt und auch in Europa ist der Schutz gewährleistet. Dies untermauert die Bedeutung solider Patentanmeldungen für die Akquise von Fördergeldern, wie Prof. Thommes bestätigt.
Der Weg zur Marktreife
Der Weg von der Forschung zum marktreifen Medikament ist lang und komplex. Neben der grundlegenden Forschung müssen Medikamente strenge klinische Studien durchlaufen, die von Pharmaunternehmen organisiert oder an Clinical Research Organisationen (CROs) delegiert werden. Bei jedem Schritt ist die Zustimmung nationaler Behörden und Ethik-Kommissionen notwendig, die die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten der neuen Arzneimittel prüfen. Studienteilnehmer:innen müssen umfassend informiert werden und können jederzeit ihr Einverständnis widerrufen. Diese verpflichtenden Schritte sind entscheidend, um die Qualität und Sicherheit von Medikamenten zu gewährleisten, bevor sie auf den Markt kommen, wie auf vfa erläutert wird.
Die Entwicklungen an der TU Dortmund sind also nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht spannend, sondern zeigen auch, wie wichtig Innovationen in der Arzneimitteltechnik für die Zukunft der Gesundheitsversorgung sind. Mit Hilfe moderner Verfahrenstechnik könnten die neuen Verfahren bald das Leben zahlreicher Menschen verändern.