Dr. Hans-Peter Schertl, ein emeritierter Geowissenschaftler von der Ruhr-Universität Bochum, hat ein spannendes Kapitel über Jade aufgeschlagen. 2008 stieß er mit seinem Team in der Dominikanischen Republik auf ein bisher unbekanntes Jade-Vorkommen, während sie sich mit Hochdruckgesteinen beschäftigten. Dies war nicht nur ein glücklicher Zufall, sondern ein Fund, der tiefer gehende Fragen aufwarf und schließlich zu einem anerkannten Forschungsprojekt führte. News.RUB beschreibt, dass die Proben nach ihrer Entdeckung für zwei bis drei Jahre in der Schublade verschwanden, bevor sie schließlich analysiert wurden. Die Untersuchung ergab die typischen Eigenschaften von Jade, was die wissenschaftliche Welt aufhorchen ließ.

Ein tiefgehendes Projekt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde ins Leben gerufen, um die Jade-Vorkommen gezielt weiter zu erforschen. Die DFG förderte diese Arbeiten zwischen 2010 und 2015. Im Fokus standen die mineralogisch-petrologische Charakterisierung der Jadeitite im Rio San Juan-Komplex sowie die Diskussion über ihre Genese. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass Jadeitite in Serpentinit-Mélangen reichlich vorkommen, und dass sie wichtige Hinweise auf die Geschichte der Subduktionszonen geben könnten.

In den letzten Jahren hat sich Schertl nicht nur wissenschaftlich weiter engagiert, sondern auch internationale Kontakte gepflegt. Im Jahr 2025 wurde er zur Gastprofessur nach Hefei in China eingeladen, wo er von der Offenheit und dem Engagement der Studierenden beeindruckt war. Er hat einige Grundkenntnisse in Chinesisch und konnte die kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern hautnah erleben. Dabei stellte er fest, dass an vielen chinesischen Universitäten ein reges Interesse an der Ruhr-Universität Bochum besteht, was zeigt, dass diese Institution auch international hoch im Kurs steht.

Die Erkenntnisse über Jade haben auch Auswirkungen auf die Archäologie und die Kulturgeschichte. Jade wurde über Jahrtausende hinweg für Schmuck, Kultobjekte und Werkzeuge verwendet. Schertls Entdeckungen könnten somit neue Theorien über historische Handelswege und den kulturellen Austausch zwischen verschiedenen Zivilisationen eröffnen. Das große Potenzial, das in den Jade-Vorkommen der Dominikanischen Republik steckt, zeigt sich auch in der Entstehungsgeschichte der Gesteine, wie die Untersuchung von Zobodat andeutet.

Während Schertl mittlerweile im Ruhestand ist, bleibt er der Forschung treu und engagiert sich weiterhin als senior researcher an der Ruhr-Universität Bochum. Seine laufenden Projekte und der anhaltende Austausch mit der akademischen Gemeinschaft in China und darüber hinaus zeigen, dass das Interesse an Jade und deren Erforschung keineswegs abnimmt. Die aufkommenden Fragen zur Genese und Bedeutung dieser Gesteine sind heute wichtiger denn je – und vielleicht steht uns noch so mancher spannender Fund bevor.

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