Revolution im Bauwesen: Roboter produzieren Beton in nur drei Stunden!
Am 15. Juli 2026 wurde in der Versuchshalle KIBKON der Ruhr-Universität Bochum ein neuer Maßstab im Bauwesen gesetzt: Die innovative Anlage CREATE (Concrete Robotics Engineering in Automation Technology) wurde feierlich eingeweiht. Mit dieser neuartigen Produktionsanlage können Betonbauteile in nur drei Stunden erstellt werden, wobei die Teile bereits vollständig durchgehärtet und qualitätsgeprüft sind. Diese technologische Errungenschaft geht auf eine Idee von Prof. Dr. Peter Mark zurück, der seit 2020 die Vision eines automatisierten Bauprozesses verfolgt.
Die Entwicklung von CREATE wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Großgeräteförderung realisiert. Eine engverknüpfte Zusammenarbeit zwischen den Forschenden der Universität, der Verwaltung und dem Herstellerunternehmen BT Innovation brachte die Vision zur Realität. Rektor Prof. Dr. Martin Paul betonte bei der Einweihung die Bedeutung interdisziplinärer Kooperationen in den Bereichen Bauwesen, Informatik, Robotik und Automatisierungstechnik.
Einblicke in die Technologie
Die CREATE-Anlage beherbergt drei Industrieroboter, die mit hochmodernen Werkzeugen ausgestattet sind. Jeder Roboter verfügt über 13 verschiedene Werkzeuge, darunter Greifer, Schweißer und Schrauber. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit der Roboter, selbstständig das passende Werkzeug auszuwählen, was den gesamten Herstellungsprozess enorm beschleunigt. Die Schalungen sind ebenfalls vielseitig einstellbar und werden mit Stahlstäben als Bewehrung versehen. Diese Bewehrungsstäbe können durch Methoden wie Schweißen oder Drahtverbindung miteinander verbunden werden, bevor die Form mit Beton gefüllt wird.
Nach der Befüllung werden die Bauteile in einem speziellen Ofen bei 80 Grad Celsius ausgehärtet, was die lange Wartezeit anderer Baustellen drastisch verkürzt. Im Vergleich dazu müssen bei herkömmlichen Baustellen oft 3 bis 5 Tage abgewartet werden, bevor die Bauteile ausgeschalt werden können. Zudem vergehen bis zu 28 Tage, bis die volle Belastbarkeit erreicht wird. Die digitale Steuerung der Roboter ermöglicht zudem einen ununterbrochenen Betrieb rund um die Uhr, was die Effizienz zusätzlich steigert.
Die Zukunft des Bauens
Die Nutzung der CREATE-Technologie geht jedoch weit über die Hochschule hinaus. Geplant sind auch Kooperationsprojekte mit Industriepartnern sowie Forschungsarbeiten im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1683 „Modular Reuse“. Diese Perspektiven stehen im Einklang mit den Zielen, die die Abteilung „Robotergestütztes Bauen“ an der Universität Stuttgart verfolgt. Dort ist das Hauptziel die Gestaltung des Bauens der Zukunft durch den verstärkten Einsatz von Robotern und Automatisierung.
Das Team in Stuttgart sieht großes Potenzial in der Automatisierung, um nicht nur die Bauzeiten zu verkürzen, sondern auch die Qualität signifikant zu steigern und den Energiebedarf zu optimieren. Die Herausforderung liegt dabei in der Notwendigkeit, zuverlässige, robuste und effiziente Robotersysteme zu entwickeln, die für die speziellen Anforderungen im Bauwesen zugeschnitten sind. Langfristig wird sogar ein robotisches Bausystem angestrebt, das automatisierte Montage- und Demontageprozesse ermöglichen soll, wobei alle Komponenten idealerweise kompatibel und harmonisch aufeinander abgestimmt sind.
Mit der Einweihung von CREATE in Bochum und den laufenden Entwicklungen in Stuttgart wird klar: Die Zukunft des Bauens wird sicherlich von Robotern und innovativen Technologien geprägt sein. Es bleibt spannend, wohin diese Reise uns führt.
