Im Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum startet eine spannende Therapiestudie, die sich an Menschen richtet, die Schwierigkeiten in der Interaktion haben. Um an der Studie teilzunehmen, sind vor allem Personen mit Depressionen, Ängsten oder Persönlichkeitsstörungen gesucht. Eine offizielle Diagnose ist dafür jedoch nicht notwendig. Diese Neuigkeit hat das Potenzial, vielen Betroffenen eine wertvolle Unterstützung zu bieten.

Das innovative Kiesler-Kreis-Training wird in dieser Studie angewendet, ein Ansatz, der ursprünglich zur Behandlung von chronischen Depressionen entwickelt wurde. Das Trainingsmanual wurde von Donald Kiesler verfasst und legt großen Wert auf die Wechselwirkungen zwischen zwischenmenschlichen Verhaltensmustern, die sich gegenseitig beeinflussen. Teilnehmer können sich direkt per E-Mail an Kiesler-Kreis-Training@ruhr-uni-bochum.de wenden, um mehr Informationen zu erhalten und sich für ein unverbindliches Telefonscreening anzumelden.

Details zur Teilnahme und Therapiemethoden

Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sollten sich nicht in psychotherapeutischer Behandlung befinden. Nach dem telefonischen Screening wird das Studienteam eine Diagnosestellung vornehmen, bevor die Therapie beginnt. Die Therapie umfasst insgesamt 12 Sitzungen, die jeweils 100 Minuten dauern.

Das Kiesler-Kreis-Training selbst besteht aus fünf Modulen, die auf die Stärkung und Verbesserung zwischenmenschlicher Fähigkeiten abzielen:

  • Kennenlernen des Kiesler-Kreises
  • Nonverbale und verbale Kommunikation
  • Konflikttraining
  • Empathie
  • Korrigierende Beziehungserfahrung

Diese Module kombinieren Psychoedukation, Rollenspiele und Übungen, die den Patienten helfen sollen, ihre interpersonellen Probleme gezielt anzugehen. Laut Ärzteblatt können sowohl Gruppen von rund acht Patienten als auch Einzeltherapiesitzungen durchgeführt werden.

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Ein Blick auf die theoretischen Grundlagen

Der theoretische Teil des Kiesler-Kreis-Trainings behandelt interpersonelle Probleme, die häufig bei psychischen Erkrankungen vorkommen, wie etwa bei sozialen Phobien oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen. Fallvignetten zeigen besondere interpersonelle Herausforderungen auf: Herr Unruh steht exemplarisch für soziale Phobie, Frau Instabil für Borderline-Persönlichkeitsstörung und Frau Panzer für chronische Depression.

Das Manual, das 2019 erschienen ist, bietet nicht nur die notwendigen Anleitungen für Therapeuten, sondern auch praktische Hilfsmittel. Diese können von den Behandlern heruntergeladen werden, inklusive Informationsmaterialien und Arbeitsblätter. Es kostet 44,95 Euro (inkl. E-Book) und ist im Beltz Verlag erhältlich. Das umfassende Training betont die Wichtigkeit einer durchdachten Einbettung in einen Gesamtbehandlungsplan.

Die Therapiestudie in Bochum stellt einen vielversprechenden Schritt zur Unterstützung von Menschen dar, die in der Interaktion mit anderen Herausforderungen erleben. Interessierte sollten sich daher nicht scheuen, sich zu informieren und möglicherweise diese wertvolle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.