„Off the Record“ von netzpolitik.org für transparenten Journalismus ausgezeichnet
Der Podcast „Off the Record“ von netzpolitik.org hat beim „Medienspiegel – Preis für transparenten Journalismus“ einen Sonderpreis erhalten. Die Auszeichnung kommt an einem Ort an, der im Zusammenhang mit dem diesjährigen Hauptpreis ebenfalls eine Rolle spielt: in Braunschweig, wo die TU Braunschweig und die Braunschweiger Klinik Gegenstand kritischer Berichterstattung waren. Heute ist der 4.11.2026.
Gestaltet wird der monatliche Podcast von Anna Biselli, Chris Köver, Ingo Dachwitz, Sebastian Meineck und Serafin Dinges. Gemeinsam sprechen sie mit wechselnden Gästen über Hintergründe der Arbeit von netzpolitik.org – nicht nur über fertige Texte, Recherchen und Berichte, sondern auch darüber, wie diese Inhalte entstehen. Genau das hob die Jury hervor.
Ein Blick hinter die Redaktionstür
„Off the Record“ macht Recherche- und Redaktionsarbeit transparent und gibt Einblicke in die Organisationsstrukturen des Mediums. Das klingt erst einmal nach einem Blick in den Maschinenraum, ist aber ziemlich konkret: In der Rubrik „Thema des Monats“ geht es um ausgewählte digitalpolitische Themen oder eigene Recherchen. „Aus dem Maschinenraum“ widmet sich internen Prozessen und Ereignissen, etwa der Finanzierung.
Bei der „Blattkritik“ schaut das Team auf die Erfolge und Rückschläge des vergangenen Monats zurück. Im „Postfach“ beantworten die Beteiligten Fragen von Hörer:innen. So entsteht ein Podcast, der nicht einfach nur erklärt, was netzpolitik.org veröffentlicht, sondern auch, wie es dazu kommt – inklusive der Stellen, an denen etwas nicht glattläuft.
Die Jury würdigte, dass „Off the Record“ neben Reportagen und Berichten auch deren Entstehung vermittelt. Das ist im Medienbetrieb nicht selbstverständlich: Wer recherchiert hat, welche Entscheidungen gefallen sind und wie ein Beitrag zustande kam, bleibt sonst oft hinter der fertigen Veröffentlichung verborgen.
Ein Preis mit Geschichte
Der undotierte „Medienspiegel“-Preis besteht seit 2016. Seit 2021 wird er jährlich von der Initiative Tageszeitung (ITZ) und der Vereinigung der Medien-Ombudsleute (VDMO) vergeben. Sein Ziel: Selbstkontrolle, Selbstkritik und Transparenz in den Medien zu fördern.
Den Hauptpreis erhielt die Braunschweiger Zeitung. Sie hatte kritisch über die TU Braunschweig und die Braunschweiger Klinik berichtet. In den investigativen Recherchen wollten sich Quellen nicht namentlich äußern, was Kritik an der Berichterstattung auslöste. Laut Jury arbeitete die Zeitung die Vorgänge anschließend vorbildlich auf und erklärte ihre Vorgehensweise transparent.
Einen weiteren Sonderpreis bekam das Schweizer Medium blick.ch. Ausgezeichnet wurde der transparente Umgang mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Redaktion. Drei Preisträger, drei unterschiedliche Einblicke in journalistische Arbeit – und immer wieder die etwas unbequeme Frage, wie Medien ihre Entscheidungen erklären.
Das Team von netzpolitik.org dankte der Jury und den Spender:innen. Durch deren Unterstützung würden der Podcast und die weitere Arbeit ermöglicht. Der nächste Blick hinter die Redaktionstür kommt damit vermutlich wieder monatlich – mit einem Thema, einem vollen Postfach und allem, was im Maschinenraum gerade klappert.
