Am 31. Mai 2026 verstarb Prof. Dr. Roland Schöne, der langjährige wissenschaftliche Leiter des Seniorenkollegs an der Technischen Universität Chemnitz. Mit seinem Tod verliert die Bildungslandschaft nicht nur einen hochgeschätzten Wissenschaftler, sondern auch einen innovativen Pionier, der das Konzept des lebenslangen Lernens an der Universität entscheidend prägte. Prof. Schöne gründete 1993 das Seniorenkolleg, heute bekannt als Campuskolleg, und setzte sich leidenschaftlich für die Bildung älterer Menschen ein.
Seine akademische Laufbahn war beeindruckend: Von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2006 leitete er die Professur für Erwachsenenbildung und betriebliche Weiterbildung an der Philosophischen Fakultät. Prof. Schöne war maßgeblich an der Entwicklung von Bildungsangeboten im Bereich der Erwachsenenbildung beteiligt. Sein Engagement für den Dialog zwischen den Generationen war unverkennbar, und er initiierte diverse Programme, darunter ein Seniorenpatenprogramm für ausländische Studierende und einen Innovationszirkel zur technischen Produktentwicklung in Zusammenarbeit mit der Industrie.
Ein Vorbild für viele
Das Seniorenkolleg, das Prof. Schöne ins Leben rief, erfreut sich großer Beliebtheit und bietet eine breite Palette an Bildungsangeboten für ältere Menschen. Rund 15 Vorträge pro Semester werden angeboten, zu denen namhafte Referenten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft eingeladen werden. Themen wie Technik und neueste wissenschaftliche Entwicklungen stehen dabei hoch im Kurs. Viele der Teilnehmenden, von denen etwa die Hälfte allein lebt, nutzen auch die Gelegenheit zu Diskussionen nach den Vorträgen, was den Austausch und die soziale Begegnung fördert, wie chemnitz.de berichtet.
Die Teilnahmegebühr beträgt 35 Euro pro Semester, was den Zugang zu diesen wertvollen Bildungsmöglichkeiten erleichtert. Zusätzlich gibt es Kurse, Exkursionen und Projekte, die aktiv zur Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren beitragen. Schöne zeigte sich stets darum bemüht, die Bedürfnisse älterer Menschen zu erkennen und zu adressieren, etwa durch die Arbeit in drei Arbeitsgruppen, die sich unterschiedlichen Themen wie Technik und politischer Bildung widmen. Besonders bemerkenswert ist die AG ‚Wirfinder‘, die zur Entwicklung eines dreh- und verschiebbaren Tellers für Kühlschränke in Kooperation mit Hettich und zur Anmeldung von 17 Patenten führte.
Anerkennung für Lebenswerk
2020 fand eine Würdigung seines Lebenswerks statt, als Prof. Schöne in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz eingetragen wurde. Außerdem erhielt er 2022 das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement in der Bildung, das ihm vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier überreicht wurde. Prof. Schöne stellte stets die Wichtigkeit des Dialogs zwischen den Generationen heraus und forderte mehr Anerkennung für die Leistungen älterer Menschen.
Die Idee eines ‚Hauses für Ältere‘ zur Würdigung ihrer Beiträge zur Gemeinschaft könnte das Vermächtnis von Prof. Schöne weitertragen und die Bedeutung des lebenslangen Lernens unterstreichen, das er so leidenschaftlich vertreten hat. Sein Erbe wird an der TU Chemnitz und darüber hinaus weiterleben, durch die vielen Menschen, die von seinen Initiativen profitiert haben.