Was bewegt die Welt der Seltenen Erden? Am 22. Mai 2026 wurden die Weichen für wichtige Diskussionen rund um diesen Rohstoffsektor gestellt. Dr. Jakob Kullik, ein Experte für Rohstoffpolitik an der Technischen Universität Chemnitz, hat ein populärwissenschaftliches Buch mit dem Titel „Seltene Erden. Der globale Kampf um die Rohstoffe der Zukunft“ in den Startlöchern. Das Werk erscheint am 1. Juni 2026 im Verlag Quadriga und beleuchtet die geopolitischen Dimensionen selten gefragter Rohstoffe.
In seinem Buch thematisiert Kullik die vorherrschende Dominanz Chinas im globalen Markt für Seltene Erden, die annähernd 60% der weltweiten Verarbeitung dieser kritischen Mineralien steuern. Diese 17 Elemente, die größten teils den Lanthanoiden entstammen und für Technologien wie E-Auto-Motoren und Windturbinen unverzichtbar sind, haben im 21. Jahrhundert eine zentrale Rolle eingenommen.
Rohstoffversorgung unter Druck
Die USA und die EU stehen vor großen Herausforderungen. Der globale Bedarf an Seltenen Erden wächst rasant, während die Möglichkeiten des Recyclings im Moment nur weniger als 5% der Nachfrage decken können. Kullik fordert daher ein verstärktes Engagement von Politik und Industrie, um die Rohstoffversorgung in Europa zu sichern. Es wird erwartet, dass dies nicht nur wirtschaftliche, sondern auch sicherheitspolitische Dimensionen hat, da die geopolitische Konkurrenz um diese Ressourcen weiter zunimmt.
Der globale Wettbewerb um kritische Mineralien wird intensiviert, insbesondere nachdem China im Jahr 2025 seine Exportkontrollen für Verarbeitungstechnologien verschärfte. Die USA haben mit dem Inflation Reduction Act von 2022 sofort reagiert, um heimische Produktionsanlagen zu fördern. Über 3 Milliarden Dollar stehen bereit, um die Kapazitäten zur Verarbeitung von Seltenen Erden zu steigern.
Der Aufstieg der Allianzen
Um der Abhängigkeit von China entgegenzuwirken, haben die USA strategische Allianzen mit Ländern wie Australien und Kanada geschmiedet, um die Versorgungssicherheit für Seltenerdoxiden und Lithium zu verbessern. Auch der EU Critical Raw Materials Act (CRMA), der 2024 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, bis 2030 Förderziele für kritische Rohstoffe festzulegen. Ein bedeutender Aspekt ist die Identifikation von 34 kritischen Rohstoffen in der EU und die Beschleunigung von Genehmigungen für Bergbauprojekte in verschiedenen europäischen Ländern.
Die geopolitische Karte der Rohstoffe ist also im Wandel. Kullik warnt, dass die Kontrolle über diese Ressourcen potenziell neue Konflikte auslösen kann. Die Herausforderungen sind nicht nur technologischer Natur, sondern betreffen auch die nationale Sicherheit. Unternehmen setzen zunehmend auf „China-plus-one“-Strategien, um die Risiken in ihren Lieferketten zu diversifizieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass 2026 als ein Schlüsselmoment in der Geopolitik der Rohstoffe angesehen wird. Die Entwicklungen in den kommenden Monaten und Jahren könnten nicht nur die Energiezukunft Europas, sondern auch die Stabilität des globalen Marktes entscheidend prägen. Kulliks Buch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Diskurs über Rohstoffe und deren strategische Bedeutung für die Zukunft an Dringlichkeit gew gewinnt und wir alle auf das nächste Kapitel in diesem aufregenden Feld warten.
Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Chancen im Bereich der Seltenen Erden besuchen Sie TU Chemnitz oder Informed Clearly.