Am 11. Juni 2026 wird die TU Chemnitz Schauplatz einer spannenden Veranstaltung. Der Molekularchemiker Prof. Mark R. Crimmin von Imperial College London, der in diesem Jahr als Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreisträger der Alexander von Humboldt Stiftung ausgezeichnet wurde, wird einen Vortrag halten. Crimmin bringt beeindruckende Expertise mit, insbesondere in der Umwandlung von Ewigkeitschemikalien wie PFAS, die in der Umwelt immer mehr zur Problemstellung werden. Dieses Thema ist vor allem aktuell, da die Regulierung von PFAS in vielen Ländern, darunter Deutschland, uneinheitlich ist und nach wie vor dringender Handlungsbedarf besteht. Schädliche Eigenschaften dieser Verbindungen liegen in ihrer extreme Langlebigkeit und der weitreichenden Verbreitung, was gesundheitliche Risiken mit sich bringt berichtet das Umweltbundesamt.
Während Crimmin in Chemnitz forscht, wird er gemeinsam mit Chemikern unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Kretschmer die Wechselwirkungen zweier Metalle an der Professur für Anorganische Chemie untersuchen. Dies könnte letztlich auch dazu beitragen, effizientere und umweltfreundlichere industrielle Prozesse zu entwickeln, in denen der Einsatz von PFAS vermieden wird. In der EU fallen jedes Jahr hohe Mengen an Schalenabfällen aus Krustentieren und Insekten an, die potenziell als nachhaltige Alternativen herangezogen werden könnten. Ein Beispiel sind innovative wasserabweisende Beschichtungen für Textilien, entwickelt am Fraunhofer IGB, die aus Chitosan hergestellt werden wie von Fraunhofer berichtet wird.
Regulierung und Herausforderungen von PFAS
Die Regulierung von PFAS ist ein komplexes Thema. Während einige Verbindungen wie PFOS und PFOA international verboten sind, schauen viele andere Substanzen noch auf eine unklare rechtliche Lage. Insbesondere ist Deutschland zusammen mit Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden dabei, ein Verfahren zur Beschränkung von PFAS in der EU zu entwickeln. Das Ziel ist es, den Einsatz dieser Chemikalien auf Bereiche zu beschränken, in denen keine geeigneten Alternativen vorhanden sind oder für die sozio-ökonomische Vorteile überwiegen.
Die Diskussion über alternative Materialien wie Chitosan und die Entwicklung neuer Technologien zeigt, dass die Wissenschaftler auf dem richtigen Weg sind. Dr. Taybet Bilkay-Troni und ihr Team arbeiten an einem neuen Polymer für Anionenaustauschermembran-Wasserelektrolyseure. Dieses PFAS-freie Material trumpft mit Stabilität und Verarbeitbarkeit auf. Die Marktreife dieser Technologie ist in drei bis fünf Jahren zu erwarten, was auf einen richtungsweisenden Fortschritt in der chemischen Forschung und Anwendung hinweist.
Für Interessierte findet der Vortrag von Prof. Crimmin an der TU Chemnitz am 11. Juni 2026 um 9:30 Uhr im Raum A12.232 der Universitätsteilstraße der Nationen 62 statt. Verantwortlich für die Organisation ist Prof. Dr. Robert Kretschmer, der unter +49 (0)371 531-39173 oder robert.kretschmer@chemie.tu-chemnitz.de erreichbar ist.