Elf Jahre nach dem Sommer der Migration 2015 wird in Brandenburg das Thema einer solidarischen Migrationsgesellschaft erneut auf die Agenda gesetzt. Am 28. Mai 2026 findet eine öffentliche Online-Veranstaltung mit dem Titel “10+1 Jahre Sommer der Migration: Und jetzt?” statt, bei der Wissenschaftler, zivilgesellschaftliche Akteur*innen und Vertreter migrantischer Selbstorganisationen über die Entwicklungen in den letzten Jahren diskutieren werden. Veranstalter ist das Forschungsprojekt VASiB in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Brandenburg.

Wie b-tu.de berichtet, gehört die Diskussion um den politischen und gesellschaftlichen Aufbruch von 2015 zu den Themenschwerpunkten der Veranstaltung. Dabei wird auch beleuchtet, welche Handlungsspielräume es heute für eine solidarische Flüchtlings- und Migrationspolitik gibt. Der erste Teil wird eine Analyse der Entwicklungen der letzten elf Jahre durch den Migrationsforscher Dr. Bernd Kasparek von der Delft University of Technology umfassen.

Aktuelle Initiativen und Programme

Ein zentraler Bestandteil des Engagements in Brandenburg ist das neue ESF+-Programm ‚Sozioökonomische Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte‘ (SIM). Dieses Programm, unterstützt vom Ministerium des Innern und für Kommunales sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, zielt darauf ab, das Zusammenleben zwischen der Brandenburger Bevölkerung und Menschen mit Migrationsgeschichte zu fördern. Das Programm ist darauf ausgelegt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.

Ein bedeutender Fördertatbestand dieses Programms ist die ‚Kommunale Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte‘ (KIM). Diese Initiative richtet sich direkt an Landkreise und kreisfreie Städte und fördert den Aufbau eines kommunalen Projektmanagements zur Unterstützung lokaler Integrationsprozesse. Dabei wird auch die Einrichtung von Deutschkursen für Geflüchtete gefördert, um den Zugang zu bedarfsorientierten Sprachkursen zu erleichtern. Anträge für KIM können bis zum 19. September 2025 eingereicht werden, wie esf.brandenburg.de informiert.

Herausforderungen der Migrationspolitik

Die Schaffung einer solidarischen Migrationsgesellschaft sieht sich jedoch nicht nur in Brandenburg Herausforderungen gegenüber. Auf europäischer Ebene wird das Thema Migration durch politische Spannungen intensiv diskutiert. Die EU-Migrationspolitik zeigt eine zunehmende Bereitschaft zur Abschottung an den Außengrenzen, was durch verschiedene Maßnahmen, wie etwa die Einrichtung physischer Barrieren, sichtbar wird. Pushbacks, also die gewaltsame Zurückweisung von Migranten an den Grenzen, verstoßen gegen EU-Recht sowie die Genfer Flüchtlingskonvention und sind ein umstrittenes Thema in der gegenwärtigen Migrationsdebatte.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Immer mehr Menschen aus Afghanistan suchen nach dem Machtwechsel der Taliban im Jahr 2021 Asyl in Europa. Während einige Staaten, vor allem im Süden, eine gerechtere Verteilung der Geflüchteten fordern, setzen andere Länder auf eine strengere Abschottungspolitik. Diese unterschiedlichen Ansätze führen zu einer komplexen Situation, die auch in der geplanten Veranstaltung am 28. Mai zur Sprache kommen wird.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Diskussion um eine solidarische Migrationsgesellschaft in Brandenburg und Europa aktueller denn je ist. Der Austausch zwischen Wissenschaft, zivilgesellschaftlicher Praxis und migrantischen Perspektiven wird weiterhin entscheidend sein, um die überfälligen Antworten auf die Herausforderungen der Migration zu finden. Anmeldung zur kostenlosen Teilnahme an der Veranstaltung ist unter der E-Mail fg-soziologie@b-tu.de möglich.