In der jüngsten Veranstaltung an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) hatte Christine Vogler, eine prominente Stimme in der Pflege- und Gesundheitspolitik, das Wort. Sie sprach vor Studierenden und Mitarbeiter:innen über zentrale Reformen und Herausforderungen im Pflegebereich und betonte die Dringlichkeit einer Weiterentwicklung der Pflegebildung. BTU berichtet, dass Vogler insbesondere das neu eingeführte Befugniserweiterungsgesetz erläuterte, dessen Ziel es ist, die pflegefachliche Verantwortung zu stärken und Pflegefachpersonen mehr Kompetenzen in der Patientenversorgung zu geben.

Mit dem Gesetzentwurf möchte die Koalition Pflegekräften die Möglichkeit bieten, eigenverantwortlich Aufgaben zu übernehmen, die bisher Ärzten vorbehalten waren, beispielsweise in den Bereichen Diabetes- und Wundmanagement sowie Demenz. Auf diese Weise wird angestrebt, den Pflegeberuf nicht nur attraktiver, sondern auch effizienter zu gestalten. Die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Befugniserweiterung fand am 11. September 2025 im Bundestag statt und wurde zur weiteren Beratung in den Gesundheitsausschuss überwiesen, wie Bundestag berichtet.

Einheitliches Berufsbild und Ausbildung

Ein weiteres zentrales Thema in der Diskussion war das Fehlen eines eigenen Gesetzes für Advanced Practice Nurses (APN) in Deutschland. Vogler betonte die Notwendigkeit, die generalistische Pflegeausbildung zu stärken und die Professionalisierung der Pflegebildung voranzutreiben. Diese Entwicklungen sind besonders wichtig, da bis 2055 ein Anstieg der Pflegefälle auf bis zu 8,2 Millionen erwartet wird, was die Nachfrage nach Pflegeleistungen erheblich erhöhen wird, wie auch der Bundestag feststellt.

Die anstehende Pflegefachassistenzausbildung, die 2027 beginnen soll, wird ebenfalls umfassend reformiert. Sie soll 27 verschiedene Ausbildungsformen ersetzen und eine Ausbildungszeit von in der Regel 18 Monaten haben. Dies fördert nicht nur die Einheitlichkeit des Berufsbildes, sondern verbessert auch die Qualität der Ausbildung. Dabei wird eine generalistische Ausbildung angestrebt, die durch Pflichtpraktika in verschiedenen Pflegebereichen ergänzt wird.

Gesellschaftliche Sichtbarkeit des Pflegeberufs

Vogler und andere Expert:innen heben die gesellschaftliche Bedeutung des Pflegeberufs hervor. So fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) in mehreren Positionspapieren eine klare Zuordnung pflegerischer Qualifikationen im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der die Bildungswege und Status innerhalb der Pflege transparenter und vergleichbarer machen soll. Dies könnte dazu beitragen, die Wertschätzung für den Beruf zu erhöhen und die Attraktivität der Ausbildung weiter zu fördern, wie Übergabe darstellt.

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Die Veranstaltung an der BTU regte zu lebhaften Diskussionen über die Herausforderungen und Perspektiven der Pflegebildung an. Der Austausch soll nicht nur die Akteure in Wissenschaft und Bildung zusammenführen, sondern auch dazu beitragen, die strategische Weiterentwicklung der Pflege in Deutschland voranzutreiben. Entscheidungen über Bildung und Gesetzgebung werden dabei als Schlüssel zur Professionalisierung der Pflege betrachtet.