Die Förderung lebenslangen Lernens steht im Fokus einer neuen Initiative, die von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Technischen Universität Dortmund ins Leben gerufen wurde. Am 13. Mai 2026 wurde die "School of Advanced Professional Studies" gegründet, die als gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) unter dem Dach beider Institutionen agiert. Das Ziel dieser Bildungseinrichtung ist klar: Die Bedeutung des Lernens in allen Lebensphasen zu unterstreichen und hochwertige Weiterbildungsangebote zu schaffen.
Die neue Plattform wird nicht nur ein breites Spektrum an Möglichkeiten für die Weiterbildung bereitstellen, sondern auch die Sichtbarkeit sowie strategische Positionierung der beiden Universitäten am Weiterbildungsmarkt erheblich stärken. Laut tu-dortmund.de soll die School of Advanced Professional Studies die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft fördern. Prof. Kornelia Freitag von der RUB hebt die Schaffung einer Plattform für hochwertige Weiterbildungen hervor. Gemeinsam mit Prof. Wiebke Möhring von der TU Dortmund wird betont, dass die Angebote an den Bedürfnissen der Teilnehmer ausgerichtet sein sollen.
Ein zentraler Punkt der kommenden Monate wird die inhaltliche Ausgestaltung der Weiterbildungsangebote sein. Dabei wird gemeinsam an organisatorischen Maßnahmen und einem Qualitätssicherungskonzept gearbeitet. Durch diese strategische Zusammenarbeit wird es den Universitäten ermöglicht, ihre Ressourcen gezielt einzusetzen und ihre Angebote marktfähig zu gestalten.
Empfehlungen zur wissenschaftlichen Weiterbildung
Zusätzlich zu dieser Initiative gibt es umfassende Empfehlungen zur wissenschaftlichen Weiterbildung in Deutschland, die von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) entwickelt wurden. Diese Empfehlungen wurden im Rahmen der 32. Mitgliederversammlung am 16. November 2021 verabschiedet und sollen die wissenschaftliche Weiterbildung auf ein neues Level heben. Entstanden sind sie aus dem Bund-Länder-Programm „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ sowie den Empfehlungen des Wissenschaftsrats und der nationalen Weiterbildungsstrategie.
Die Empfehlungen unterteilen sich in verschiedene Handlungsfelder, die Hochschulen, Länder und den Bund betreffen. Beispielsweise fordert die HRK Hochschulen auf, Chancen zur wissenschaftlichen Weiterbildung besser zu nutzen und die notwendigen Strukturen hierfür aufzubauen. Eine zentrale Organisationseinheit für die wissenschaftliche Weiterbildung soll geschaffen werden, um eine nachhaltige Basis für Weiterbildungsaktivitäten zu gewährleisten. Die Empfehlungen sind also ein klares Signal für die Hochschulen, sich neu aufzustellen und die Weiterbildung stärker in ihre Strukturen zu integrieren.
Herausforderungen und Risiken
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Das Ende des oben genannten Programms hat bereits zu einem Verlust an Personal und Strukturen geführt, was zeigt, dass die nachhaltige Verankerung solcher Initiativen nicht selbstverständlich ist. Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und wissenschaftlicher Weiterbildung bleibt ein weiteres großes Thema. Während sich die nationale Weiterbildungsstrategie stark auf die berufliche Weiterbildung konzentriert, bleibt die wissenschaftliche Weiterbildung oft untergeordnet.
Weitere Schwierigkeiten sind in der Etablierung des Weiterbildungsportals „hoch & weit“ zu erkennen, welches als zentrales Informationsportal fungieren soll. Zwar ist das Ziel klar, doch technische und inhaltliche Herausforderungen müssen noch bewältigt werden. Ein einheitlicher Rechtsrahmen und die Klärung der hoheitlichen Aufgaben für Hochschulen sind ebenfalls notwendig, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und die Qualität der Angebote zu sichern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gründung der School of Advanced Professional Studies in Dortmund und Bochum eine vielversprechende Antwort auf die wachsenden Bedürfnisse der Weiterbildung in Deutschland darstellt. Mit einem klaren Fokus auf Qualität und Anpassungsfähigkeit sorgt die Initiative dafür, dass niemand in der spannenden Reise des Lernens zurückgelassen wird. Angesichts der von der HRK vorgelegten Empfehlungen wird es spannend sein zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren weiter entfalten werden und welche konkreten Fortschritte im Bereich der wissenschaftlichen Weiterbildung erzielt werden können.