Wie riecht die Zukunft? Ab heute kann man in Dresden Antworten auf diese Fragen entdecken! Die Technischen Sammlungen Dresden eröffnen die Sonderausstellung „Die Zukunft des Riechens – Von der Nase zu riechenden Maschinen“. Diese innovative Ausstellung läuft bis zum 1. November 2026 und wurde von der Technischen Universität Dresden (TUD) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Dresden und der Friedrich-Schiller-Universität Jena ins Leben gerufen. Ziel ist es, die faszinierende Forschung zur elektronischen Nase sichtbar zu machen und den Besucher:innen einen Einblick in die Welt der Riechmaschinen zu geben.
Der Geruchssinn ist ein oft unterschätzter, aber überaus mächtiger Navigationshelfer im Alltag. Während wir Menschen oft subjektiv wahrnehmen, können Tiere durch ihren ausgeprägten Geruchssinn Emotionen und sogar Krankheiten erkennen. Die Ausstellung beleuchtet diesen Vergleich und stellt die Perzeptronik vor, ein Forschungsfeld, das Maschinen zur Sinneswahrnehmung befähigt. Diese Entwicklung, die durch Fortschritte in der Sensortechnologie und künstlicher Intelligenz vorangetrieben wird, lässt Maschinen wie Roboter erst auf die eigene Umwelt reagieren.
Elektronische Nasen: Eine technische Meisterleistung
Eine elektronische Nase funktioniert prinzipiell so, dass sie Gerüche durch technische Sensoren erkennt. Ursprünglich als einfacher Gassensor konzipiert, erzeugt sie elektronische Signale zur Messung von Gaskonzentrationen. Der Begriff „elektronische Nase“ bezieht sich auf das Erkennen von Gerüchen und hat sein Vorbild im menschlichen Riechsystem. Während wir über etwa 350 verschiedene Typen von Riechzellen verfügen, die bei der Geruchswahrnehmung aktiv werden, nutzen elektronische Nasen eine Vielzahl von Gassensoren, um ein Bild der Luftzusammensetzung zu erstellen. Dabei werden mehrere Sensoren – 6 bis 40 – mathematisch verarbeitet.
Die Technologien, die diesen elektronischen „Nasen“ zugrunde liegen, sind beeindruckend. Sie erkennen flüchtige organische Verbindungen, die in vielen Produkten wie Farben, Pharmazieartikeln oder Kühlmitteln vorkommen können und gesundheitliche Risiken wie Augenreizungen oder Kopfschmerzen verursachen. In einer von der EU unterstützten Studie wurde beispielsweise gezeigt, dass ein neu entwickelter Sensor mit 83,3 % Genauigkeit zwischen verschiedenen Gerüchen wie Nelken, Eukalyptus und Rosen unterscheiden konnte. Dies eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere in der Umweltüberwachung und öffentlichen Sicherheit.
Ein Blick in die Zukunft
Dresden, als führender Standort der Mikroelektronik, bietet die idealen Bedingungen für diese Forschung, die unter dem Projekt „Olfactorial Perceptronics“, gefördert durch die VolkswagenStiftung, durchgeführt wird. Projektleiter Prof. Gianaurelio Cuniberti von der TUD betont, dass das Ziel nicht nur darin besteht, Technologien zu entwickeln, die den natürlichen Riechfähigkeiten von Tieren ähneln, sondern auch darüber hinauszugehen.
Die Ausstellung bietet den Besucher:innen interaktive Erlebnisse: Mit Hands-on-Objekten, Versuchsmodellen und multimedialen Installationen können sie selbst erfahren, wie eine elektronische Nase funktioniert. Ergänzt wird die Ausstellung durch Video-Interviews mit jungen Wissenschaftler:innen sowie führenden Experten, die das Thema weiter vertiefen.
Finanziert durch die VolkswagenStiftung, wird die Ausstellung von einem kreativen Team gestaltet, das unter anderem Paul Bauer von Interaktive Medien Potsdam und Jörg-Peter Bauer von der Filmproduktion Klarheit umfasst. Die Veröffentlichung in der Ausstellung könnte der Beginn einer spannenden Reise in die Welt des Riechens sein, die durch technologische Innovationen spannend eröffnet wird.