Am 12. Mai 2026 dürfen sich Interessierte auf einen ganz besonderen Abend an der Technischen Universität Dresden (TUD) freuen. Der britische Physiker und Nobelpreisträger Duncan Haldane wird um 19:00 Uhr im Audimax des Hörsaalzentrums einen öffentlichen Vortrag halten. Sein Thema, „Quantum Entanglement, Topological Quantum States, and the ‘Second Quantum Revolution’“, verspricht spannende Einblicke in die faszinierende Welt der Quantenmechanik und der topologischen Zustände der Materie. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung wird jedoch empfohlen, um sicherzustellen, dass alle Plätze belegt werden können. Weitere Informationen sind auf der Webseite der TUD zu finden.
Duncan Haldane, bekannt für seine wegweisenden Beiträge zur theoretischen Festkörperphysik, wurde 2016 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Diesen erhielt er gemeinsam mit David Thouless und Michael Kosterlitz für ihre Entdeckungen zu topologischen Phasen der Materie. Haldane begann seine akademische Laufbahn 1973 mit einem Bachelorstudium an der Universität Cambridge, gefolgt von seiner Promotion 1978. Über die Jahre sammelte er wertvolle Erfahrungen an Institutionen wie dem Institut Laue-Langevin und der Princeton University, wo er seit 1990 die Eugene Higgins Professur für Physik innehat.
Die Quantenverschränkung im Fokus
Ein zentraler Aspekt von Haldanes Vortrag wird die Quantenverschränkung sein. Diese beschreibt den Zustand zweier oder mehrerer Systeme, die miteinander korreliert sind, selbst wenn sie räumlich getrennt sind. Ein klassisches Beispiel ist das sogenannte EPR-Paradoxon, das die Merkwürdigkeiten der Quantenmechanik illustriert. In einem solchen verschränkten Zustand verfügen die Systeme – oft als A und B bezeichnet – über keine bestimmten Eigenschaften, sondern sind in überlagerten Zuständen einzufangen. Interessanterweise beeinträchtigt eine Messung bei System A den Zustand von System B, selbst wenn diese weit voneinander entfernt sind.
Die Theorie der Quantenverschränkung fordert fundamental unser Verständnis über Kausalität und Information heraus. Messwerte, die aus diesen verschränkten Zuständen gewonnen werden, sind nicht deterministisch; sie sind vielmehr durch Wahrscheinlichkeiten charakterisiert. Ein verschränkter Zustand kann unter anderem beschrieben werden durch den Singulett-Zustand, der die Zufälligkeit der Resultate unterstreicht und somit auch die Diskussion um den Grad der Verschränkung anstößt.
Ein Blick in die Zukunft
Duncan Haldanes Vortrag ist nicht nur eine Gelegenheit, mehr über die Quantenmechanik zu lernen, sondern auch ein Vorgeschmack auf die „Zweite Quantenrevolution“. Diese wird als eine neue Ära angesehen, die durch Fortschritte in der Quanteninformationstechnologie geprägt ist und möglicherweise revolutionäre Auswirkungen auf Computertechnologien, Sicherheitsprotokolle und Informationsverarbeitung haben könnte.
Der Vortrag ist Teil einer Reihe, in deren Rahmen die TUD hochkarätige Wissenschaftler in ihre Vorlesungen einlädt. Der nächste Nobelpreisträgervortrag wird am 17. Juni 2026 von Georg Bednorz über „Supraleitung – vom Phänomen zur Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“ gehalten. Es bleibt also spannend an der Technischen Universität Dresden, wo die Neugier auf die Geheimnisse der modernen Physik stets hoch im Kurs steht.