Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, wird Dr. Georg Bednorz, Nobelpreisträger in Physik, einen Vortrag mit dem Titel „Supraleitung – vom Phänomen zur Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“ an der Technischen Universität Dresden halten. Der Vortrag findet im Audimax statt und ist für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Bednorz, der 1986 zusammen mit Karl Alexander Müller die Hochtemperatursupraleitung entdeckte, wird seiner Zuhörerschaft die faszinierenden Aspekte und Anwendungen dieses Phänomens näherbringen.

Doch was genau ist Supraleitung? Dabei handelt es sich um den Zustand, in dem Materialien elektrischen Strom verlustfrei leiten können, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Die Entdeckung der Hochtemperatursupraleiter, die typischerweise aus keramischen Materialien bestehen, war im Jahr 1986 ein Meilenstein in der Physik. Die ersten Erfolge erzielten Bednorz und Müller mit Lanthan-Barium-Kupferoxid, das bei einer Temperatur von 35 K supraleitend wird. Diese Entdeckung markierte einen Wendepunkt in der Forschung, und nur ein Jahr später erhielten die beiden den Nobelpreis für Physik, was für den kürzesten Abstand zwischen Entdeckung und Preisverleihung in der Geschichte spricht, wie tu-dresden.de berichtet.

Die Evolution der Supraleiter

Die Suche nach neuen Supraleitern ist auch heute noch von hoher Relevanz. Seit der Entdeckung von Bednorz und Müller haben Forscher in den letzten Jahrzehnten immer wieder neue Materialien identifiziert, die höhere Sprungtemperaturen aufweisen. Dazu gehören YBa2Cu3O7 mit 92 K und Bi2Sr2Ca2Cu3O10 mit 110 K, wobei das Rekordmaterial Hg0,8Tl0,2Ba2Ca2Cu3O8 sogar 138 K erreicht hat. Ein entscheidender Vorteil dieser Hochtemperatursupraleiter ist, dass sie mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden können, was ihre Anwendung in der Technik vereinfacht, erläutert weltderphysik.de.

Ein großes Hindernis bei der praktischen Nutzung ist allerdings die Sprödigkeit der meisten keramischen Materialien. Dennoch gibt es bahnbrechende Entwicklungen, wie zum Beispiel einen Pilotversuch in Essen, wo ein 1 Kilometer langes Erdkabel mit Hochtemperatursupraleitern für das Mittelspannungsnetz seit 2014 erfolgreich in Betrieb ist. Diese Innovation zeigt, dass die technischen Anwendungen dieser Materialien breit gefächert sind, von der Medizintechnik bis hin zur Energieversorgung.

Der Ausblick auf die Zukunft

Ein spannendes Ziel der Forschung bleibt die Entwicklung von Supraleitern, die bei Raumtemperatur funktionieren. Mehrere vielversprechende Ansätze, darunter die Arbeiten von Ranga Dias mit kohlenstoffreichen Verbindungen, haben bereits Aufmerksamkeit erregt, jedoch bleiben viele Ergebnisse umstritten. Der Wettlauf um den ersten durchschlagenden Supraleiter bei Raumtemperatur ist jedoch weiterhin im Gange, und die Wissenschaftler stehen vor der Herausforderung, diese Anomalien besser zu verstehen und für die Technik nutzbar zu machen.

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Interessierte können sich auf eine aufschlussreiche Veranstaltung freuen, die nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart der Supraleitung beleuchtet, sondern auch einen Blick in die Zukunft gewährt. Zum Vortrag von Dr. Georg Bednorz lädt die TU Dresden herzlich ein, und Unterstützer wie die Ardenne GmbH und das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe fördern diese Vortragsreihe seit 2016.

Für weitere Informationen können Sie sich direkt an Nicole Gierig, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Technischen Universität Dresden, wenden.