Risiko auf Rädern: Cannabis und die Illusion der Fahrtüchtigkeit
Heute ist der 24.09.2026 und ich bin hier an der TU Dresden, um über ein Thema zu sprechen, das viele von uns betrifft – Cannabis und Autofahren. Eine aktuelle Studie, durchgeführt von DEKRA, der Technischen Universität Dresden und dem Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, hat einige spannende (und auch beunruhigende) Ergebnisse zutage gefördert. 41 junge Teilnehmer, im Durchschnitt 24 Jahre alt, nahmen an einem Experiment teil, das den Einfluss von Cannabis auf das Fahrverhalten untersuchte. Was dabei herauskam, könnte einige zum Nachdenken anregen.
Die Versuchspersonen mussten in einem Fahrsimulator drei verschiedene Testfahrten absolvieren: zuerst nüchtern, dann eine halbe Stunde nach dem Konsum von Cannabis und schließlich zwei Stunden später. Das Besondere: Die Teilnehmer konsumierten selbst mitgebrachtes Cannabis in ihrer typischen „Feierabend-Dosis“. Zu Beginn der Studie fühlten sich alle Probanden fahrtüchtig, doch nach 30 Minuten nach dem Konsum gaben nur noch 17 % an, dass sie sich sicher fühlten. Nach zwei Stunden lag dieser Wert immerhin wieder bei 49 % – das klingt schon fast beruhigend, oder? Aber die Realität auf der Straße sieht oft anders aus.
Die Zahlen sprechen für sich
Die tatsächlichen Fahrverhalten der Probanden war alles andere als defensiv. Nach dem Konsum fuhren viele Teilnehmer tendenziell schneller und jeder zehnte Teilnehmer überschritt das Tempolimit von 80 km/h. Die Analyse erfolgte auf einem 800 Meter langen Stück Landstraße ohne Mittelmarkierung. Erstaunlich, aber auch besorgniserregend: 39 % der Probanden wiesen eine halbe Stunde nach dem Cannabis-Konsum erhebliche Spurabweichungen auf, zwei Stunden später waren es immerhin noch 32 %. Es ist schon komisch, wie sich die Wahrnehmung vom eigenen Fahrverhalten von dem, was man tatsächlich tut, unterscheiden kann.
Insgesamt waren die THC-Werte im Blut der Teilnehmer relativ niedrig und viele stuften sich selbst als Gelegenheitskonsumenten ein. Das wirft die Frage auf: Wie sicher sind wir uns wirklich über unsere Fahrtüchtigkeit? Dr. Thomas Wagner, einer der Forscher, betont, dass Cannabis das Nervensystem beeinflusst und die Leistungsfähigkeit beim Fahren nachhaltig beeinträchtigen kann. Das sollte uns allen zu denken geben, vor allem wenn man bedenkt, wie viele Menschen Cannabis konsumieren.
Die Wirkungen und rechtlichen Rahmenbedingungen
Cannabis ist weltweit die am dritthäufigsten konsumierte Droge, nur hinter Alkohol und Nikotin. Die Auswirkungen auf den Körper sind vielfältig: Euphorie und Entspannung kann in Angst oder sogar Halluzinationen umschlagen. Dabei ist es kein Geheimnis, dass THC die Reaktionszeit verlängert und die Konzentration beeinträchtigt. Das führt nicht nur zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr, sondern kann auch rechtliche Folgen haben. Der neue Grenzwert für THC im Straßenverkehr liegt bei 3,5 Nanogramm im Blutserum, und die rechtlichen Konsequenzen sind nicht zu unterschätzen – vor allem für Fahranfänger und unter 21-Jährige, bei denen ein vollständiges Cannabisverbot gilt.
Außerdem ist Mischkonsum von Alkohol und Cannabis im Straßenverkehr verboten, und Fahren unter Cannabiseinfluss kann als Straftat gewertet werden, wenn es zu Unfällen kommt. Die DVW unterstützt die Initiative #mehrachtung, die auf sicheres Fahren unter Cannabiseinfluss hinweist. Das klingt alles nach einer sehr komplexen Lage, nicht wahr? Man fragt sich, wo der Spaß bleibt, wenn man ständig an die Verantwortung denken muss.
In Anbetracht all dieser Aspekte ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Cannabis nicht nur eine entspannende Wirkung hat, sondern auch ernsthafte Konsequenzen mit sich bringen kann. Vielleicht hilft es, sich vor dem nächsten Joint selbst zu fragen: „Bin ich wirklich bereit, das Risiko einzugehen?“
