Schlaf ist längst kein stilles Privatvergnügen mehr. In Deutschland wälzen sich viele nachts herum, schauen auf die Uhr und schleppen sich am nächsten Morgen müde in Hörsaal, Büro oder Labor. Eine forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Bayern zeigt: 71 Prozent der Befragten schlafen weniger als sieben Stunden pro Nacht, 29 Prozent kommen auf sieben bis neun Stunden. 32 Prozent schlafen weniger als sechs Stunden, fünf Prozent sogar weniger als fünf.

In den vergangenen drei Monaten berichteten 57 Prozent von wiederkehrenden oder anhaltenden Schlafproblemen. Frauen waren mit 62 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 52 Prozent. 15 Prozent klagten über nahezu nächtliche Beschwerden, 31 Prozent über Probleme ein- oder mehrmals pro Woche. Die neuen Daten des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ zeichnen ein ähnliches Bild: Fast jeder dritte Erwachsene hat Probleme beim Durchschlafen, etwa jeder sechste beim Einschlafen, rund jeder achte mit beidem. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im „Journal of Health Monitoring“.

Wenn die Nacht nicht mehr erholt

Am häufigsten geht es ums Durchschlafen: 81 Prozent nannten diese Schwierigkeit. Einschlafprobleme folgen mit 49 Prozent, frühes Erwachen mit 43 Prozent. Bei den 18- bis 39-Jährigen überwogen Einschlafprobleme mit 64 Prozent; ab 40 Jahren traten Durchschlafprobleme bei über 80 Prozent auf.

Die Folgen liegen morgens schnell auf der Hand: 66 Prozent berichteten von Müdigkeit und Erschöpfung, 45 Prozent von geringerer Belastbarkeit, 42 Prozent von geringerer Leistungsfähigkeit. Als Ursachen wurden vor allem Stress (65 Prozent), Raumtemperatur (43 Prozent) und körperliche Beschwerden (38 Prozent) genannt. Laut „Norvio Schlafreport 2025“ kommen Arbeitsstress, ständige Erreichbarkeit, Bildschirmlicht, psychologischer Druck, soziale Vergleiche und FOMO, Zukunftsängste, ungesunde Lebensgewohnheiten, verschobene Tagesrhythmen und vernachlässigte Schlafhygiene hinzu. Chronischer Stress mit erhöhten Cortisolwerten und eine veränderte Dopamin-Regulation werden ebenfalls genannt. Bildschirmlicht kann die Melatoninproduktion und den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen; bei Studierenden gilt Social Jetlag als eng mit digitalen Medien und verschobenen Tagesrhythmen verbunden.

Regelmäßige Schlafprobleme über längere Zeit können eine Insomnie darstellen, wenn Leistungsfähigkeit oder Lebensqualität leiden. Das RKI wertete dafür Daten von mehr als 14.000 Frauen und über 12.000 Männern aus der Jahreserhebung 2024 seines Panels „Gesundheit in Deutschland“ aus. Befragt wird dabei wiederholt die deutschsprachige Bevölkerung in Privathaushalten. Bei identischer Abfrage lag die Prävalenz von Ein- und/oder Durchschlafstörungen bei 18- bis 79-Jährigen in DEGS 1, also 2008–2011, bei 30,3 Prozent; in der aktuellen Analyse waren es 35,3 Prozent.

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Als mögliche Gründe für die Zunahme nennen die Autorinnen und Autoren im „Journal of Health Monitoring“ verstärkte Mediennutzung, insbesondere Smartphones, sowie gesamtgesellschaftliche Krisen wie die COVID-19-Pandemie, den Klimawandel oder drohende militärische Konflikte. Insomnien gelten als Risikofaktor für körperliche Erkrankungen, besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und für psychische Störungen. Außerdem stehen Schlafstörungen mit häufigerer Nutzung des Gesundheitssystems, höheren direkten Kosten für Diagnostik und Behandlung sowie indirekten Kosten durch geringere Arbeitsproduktivität und kurz- und langfristige Arbeitsunfähigkeit in Zusammenhang.

Wer über längere Zeit schlecht schläft und im Alltag deutlich beeinträchtigt ist, sollte ärztlich abklären lassen, ob eine medizinisch definierte Insomnie vorliegt, welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen und ob körperliche oder psychische Grunderkrankungen dahinterstecken. Bisher nahmen 25 Prozent der Befragten ärztliche oder psychologische Beratung in Anspruch, sechs Prozent verwendeten verschreibungspflichtige Schlafmedikamente. Weitere Informationen und Empfehlungen des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit gibt es unter www.rki.de/schlafstoerungen.

Temperatur, Kissen, feuchte Luft

Auch das Schlafzimmer selbst mischt kräftig mit. Laut einer Erhebung des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2023 klagen 41 Prozent der deutschen Haushalte über zu hohe Feuchtigkeit im Schlafzimmer. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt 16 bis 18 °C. Auf Grundlage von 15 klinischen Studien könne sich dabei die Tiefschlafdauer um bis zu 23 Prozent verlängern. Eine Untersuchung der Universität Bologna mit 1.200 Teilnehmenden ermittelte bei 17 °C durchschnittlich 118 Minuten Tiefschlaf, bei 22 °C dagegen 92 Minuten.

Als ideale relative Luftfeuchtigkeit gelten 40 bis 60 Prozent. Unterhalb von 35 Prozent steigt laut einer Studie der TU Dresden die Infektanfälligkeit der Atemwege um 37 Prozent. Oberhalb von 65 Prozent kann sich das Schimmelwachstum laut Fraunhofer-Institut für Bauphysik um bis zu 400 Prozent beschleunigen. Bei niedrigen Temperaturen soll die Luftfeuchtigkeit nach Angaben des Fraunhofer-Instituts 55 Prozent nicht überschreiten. Trotzdem kippen 78 Prozent der Befragten eines Deutschen Energieberater-Netzwerks zum Lüften lediglich das Fenster. Fachleute empfehlen fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, zwei- bis dreimal täglich.

Ein Hygrometer sollte laut Fachleuten eine Genauigkeit von ±2 Prozent aufweisen. Günstige Geräte unter 15 Euro können um etwa ±5 Prozent abweichen. Ein Liter verdunstendes Wasser erhöht nach einer Berechnung der TU Berlin die relative Luftfeuchtigkeit um fünf Prozentpunkte. Luftentfeuchter wie der Comfee MDF-16DEN3 entfernen bis zu 16 Liter Wasser pro Tag und kosten etwa 120 bis 350 Euro.

Ergonomische Nackenkissen sollen Kopf und Nacken stützen, ein Zurückfallen des Kopfes verhindern, die Atemwege offen halten und Schnarchen reduzieren. Üblich sind viscoelastischer Memory-Schaum und Kaltschaum. Ob das wirklich angenehm ist, hängt von Auswahl, Passform und Schlafposition ab. Genannt werden das Tempur Original für 100 bis 130 Euro, Medi-Comfort für 50 bis 70 Euro, Tempur Cloud für 120 bis 150 Euro und Sissel Classic für 35 bis 50 Euro.

Memory-Schaum hält etwa drei bis fünf Jahre, Latex fünf Jahre und länger, Federkern zwei bis vier Jahre, Polyester ein bis drei Jahre. Alternativen mit Zirbenspänen, Zirbenflocken oder Schafwollkügelchen lassen sich durch Entnehmen oder Nachfüllen von etwa 200 bis 500 Gramm anpassen. Treten Kopfschmerzen, Atemreiz oder allergische Beschwerden auf, soll das Kissen nicht weiter genutzt werden. Es ersetzt keine medizinische Behandlung.

Bettklima-Geräte regulieren Wärme, Kälte und Feuchtigkeit direkt im Bett. Es gibt luftbasierte Systeme mit Gebläse, wassergeführte Systeme mit temperiertem Wasser sowie Trocknungs- und Belüftungssysteme. Bei der Auswahl zählen Kühl- und Wärmeleistung, Lautstärke, Bedienung und die Kompatibilität mit Matratze, Topper und Bettwäsche. Dichte Matratzen und wenig atmungsaktive Textilien können die Wirkung verringern.

Decke, Wärmflasche und ein kleiner Markt

Stiftung Warentest prüfte in Ausgabe 10/2026 16 Ganzjahresdecken mit Synthetikfüllung: Elf erhielten „Gut“, vier „Befriedigend“, eine „Ausreichend“. Testsieger wurde die Bett1.de Bodyguard mit der Note 2,1; sie wurde als eher kalt eingestuft. Die Knerst Mikrofaser bekam die Note 2,5 und kostete 24 Euro. Eine weitere Decke für 179 Euro erhielt insgesamt „Gut“, bei den Schlafeigenschaften jedoch nur „Befriedigend“. Schlusslicht war die Jysk Tronfjellet mit der Note 3,9 („Ausreichend“). Nach mehreren Wasch- und Trocknungsgängen verlor sie Volumen, außerdem verrutschte die Füllung. Die Beco Active Duo Mono erhielt die Note 3,0.

Alle getesteten Decken bezeichneten die Hersteller als „mittelwarm“. Stiftung Warentest stufte sie teilweise als eher kalt oder eher warm ein, weil „mittelwarm“ nicht einheitlich definiert ist. Für Senioren wird als Einschlafhilfe eine Wärmflasche an den Füßen mit etwa 40 bis 45 °C empfohlen: in Bezug oder Handtuch wickeln und zehn bis 15 Minuten vor dem Zubettgehen an die Füße oder