Sieben Perspektiven entscheiden über die Kunst von morgen im Kunsthaus Frankenthal
Im Kunsthaus Frankenthal werden die Weichen für die kommenden Ausstellungen gestellt. Am Montag, 19. Oktober 2026, sichtet und bewertet der siebenköpfige Künstlerische Beirat die eingegangenen Bewerbungen und wählt Kunstschaffende für die städtischen Ausstellungen der Folgejahre aus. Das Gremium trifft sich dafür nur alle zwei bis drei Jahre – dann geht es gleich um mehrere Jahrgänge.
Das Kunsthaus widmet sich unterschiedlichen Positionen zeitgenössischer Kunst. Die Stadt Frankenthal veranstaltet dort jährlich fünf eigene Ausstellungen. Dazu kommen jeweils eine Ausstellung des Lions Clubs und eine des Kunstkreises Frankenthal. Für Bewerberinnen und Bewerber stehen der Bewerbungsbogen und die Richtlinien unter www.frankenthal.de/kunsthaus bereit.
Sieben Perspektiven an einem Tisch
Im Beirat sitzen Fachleute aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Stadtverwaltung: Dr. Manuela Husemann von der Kunsthalle Mannheim, Professorin Tina Stolt von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, Anne-Marie Sprenger vom BBK Pfalz, Stefan Engel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Dr. Maria Lucia Weigel, Leiterin des Erkenbert-Museums Frankenthal, der Frankenthaler Künstler Joachim Hanisch sowie Oberbürgermeister Dr. Nicolas Meyer.
Damit treffen kunstwissenschaftliche, kuratorische, regionale und kommunale Perspektiven aufeinander. Bei der Auswahl sollen regionale Positionen ebenso berücksichtigt werden wie bedeutende Arbeiten aus dem überregionalen Umfeld. Das städtische Ausstellungsprogramm soll regionale Talente fördern und nationale sowie internationale Kunstpositionen nach Frankenthal holen – ein ziemlich weiter Radius für ein Haus am Mina-Karcher-Platz.
Das Kunsthaus Frankenthal ist unter der Adresse Mina-Karcher-Platz 42a, 67227 Frankenthal (Pfalz), zu finden. Geöffnet ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 12:30 bis 16:30 Uhr. Montags und dienstags bleibt geschlossen.
Vom Werkskindergarten zum Ausstellungsort
Die Geschichte des Gebäudes reicht weit zurück. Im November 1883 stiftete Philipp Karcher, damals Direktor der Frankenthaler Zuckerfabrik, das Haus anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums als Werkskindergarten für die Beschäftigten. Nachdem diese Nutzung aufgegeben worden war, übernahm die Stadt Frankenthal das Gebäude und betrieb es ab 1926 als städtischen Kindergarten.
1943 übernahm die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt den Kindergarten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im Juli 1945 wieder städtisch eröffnet. Im Herbst 1950 war schon wieder Schluss, weil die Räume zur Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht wurden. Von 1956 bis 1960 war dort die Berufsschule untergebracht, ab 1961 diente das Gebäude als Obdachlosenasyl.
Nach einem Brand im Obergeschoss musste das Haus 2003 geräumt werden. Danach begann der Umbau zum Kunsthaus; die Eröffnung wurde am 7. September 2007 gefeiert. Träger und Finanzier ist die Frankenthaler Kulturstiftung, deren Vorstandsvorsitzender von Amts wegen der Oberbürgermeister ist.
Platz für regionale und überregionale Kunst
Heute verfügt das Kunsthaus über moderne Ausstellungsräume für regionale und überregionale Ausstellungen. Im Erdgeschoss stehen rund 250 Quadratmeter zur Verfügung: drei Räume mit zusammen etwa 180 Quadratmetern, ein Foyer mit etwa 40 Quadratmetern und ein Windfang mit etwa 30 Quadratmetern. Nicht riesig, aber genug, damit Werke Luft bekommen und Besucherinnen und Besucher nicht gleich Schulter an Schulter durch die Räume schieben müssen.
Das Haus ist Begegnungsstätte für Menschen mit Interesse an Kunst und Kultur, zugleich Ort für professionelle Künstler und die Frankenthaler Gesellschaft. Professionelle Kunstschaffende können dort ihre Werke ausstellen. Die Entscheidung darüber, wer in den nächsten Jahren zu sehen sein wird, fällt nun am Montag.
Die Angaben stammen aus der Stadtverwaltung Frankenthal (Pfalz); die entsprechende Information wurde am 16. Oktober 2026 um 9:56 Uhr zuletzt aktualisiert. Für den Hochschulstandort Kaiserslautern ist dabei vor allem die Beteiligung von Professorin Tina Stolt von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau interessant – die Verbindung zwischen Wissenschaft, Kunst und Stadtverwaltung sitzt hier buchstäblich mit am Tisch.
