In der heutigen digitalen Ära wird die forensische Wissenschaft durch innovative Technologien revolutioniert. Ein bemerkenswertes Projekt, das die Dokumentation von Tatorten erheblich verbessern soll, wird von Forschenden der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) vorangetrieben. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung intelligenter 3D-Zwillinge von Tatorten, die durch Künstliche Intelligenz (KI) interaktiv nutzbar gemacht werden.

Die Herausforderung der kurzfristigen Zugänglichkeit von Tatorten sorgt dafür, dass eine schnelle Dokumentation essenziell ist. Mit Hilfe von 3D-Modellen, die aus hunderten oder sogar tausenden von Fotografien erstellt werden, ermöglicht das BLKA eine detaillierte digitale Rekonstruktion von Tatorten. Dies erweist sich insbesondere als nützlich, um für Ermittlungen relevante Informationen auch nach der eigentlichen Spurensicherung zugänglich zu halten.

Künstliche Intelligenz im Einsatz

Die spezielle KI-Software, die die TUM entwickelt, geht jedoch weit über die bloße Visualisierung hinaus. Für die Ermittler wird es künftig möglich sein, den virtuellen Tatort zu „befragen“. Beispiele für mögliche Anfragen sind „Ich suche eine rote Jacke“ oder „Zeige mir alle scharfen Gegenstände“. Dank der Fähigkeit der Software, Objekte im digitalen Raum automatisch zu erkennen und zu klassifizieren, wird die Ermittlungsarbeit entscheidend unterstützt, indem gefundene Gegenstände im Modell hervorgehoben werden.

Parallel dazu startet ein gemeinsames Projekt mit dem Titel „Weiterentwicklung der Kombination von Künstlicher Intelligenz und Digitaler Forensik“ unter der Leitung von Rebekah Overdorf von der Ruhr-Universität Bochum und Frank Breitinger von der Universität Augsburg. Dieses von der DFG für vier Jahre geförderte Projekt hat im April 2026 begonnen und zielt darauf ab, die Synergien zwischen KI und digitaler Forensik zu stärken. In Anbetracht der zunehmenden Relevanz digitaler Beweismittel, wie etwa Chatprotokollen und Cyberangriff-Hinweisen, wird erwartet, dass diese Initiative neue Standards für die Ermittlungsprozesse setzen könnte.

Wirksame Ansätze zur digitalen Forensik

Ein wichtiger Aspekt der digitalen Forensik ist die Sicherung, Untersuchung und Aufbereitung von Daten. Das Projekt besteht aus mehreren Teilprojekten, die sich unter anderem mit der Verbesserung der Forensik im Zusammenhang mit KI und autonomen Fahrzeugen beschäftigen. Ziel ist auch die Entwicklung von Werkzeugen zur Identifikation möglicher Manipulationen, die in Verkehrsdelikten eine Rolle spielen könnten.

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Mit der Herausforderung von steigenden Fallzahlen und großen Datenmengen braucht es dringend effektive Lösungen zur Beschleunigung der Ermittlungsprozesse. Die Forschenden haben erkannt, dass die KI bislang noch nicht effektiv in die digitale Forensik integriert ist, was zu Ermittlungsrückständen führt. Daher sollen im Zuge der Projektphasen Richtlinien formuliert und ein ethischer Rahmen entwickelt werden, um die Integration der KI in die digitale Forensik zu gestalten.

Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Strafverfolgungsbehörden ist dabei entscheidend, um sicherzustellen, dass theoretische Ansätze auch praktische Auswirkungen in der realen Ermittlungsarbeit haben.

Insgesamt wird die Entwicklung dieser Technologien und deren Integration in die Tatortanalyse nicht nur die Effizienz der Ermittlungsverfahren steigern, sondern könnte auch dazu beitragen, zukünftig viele ungelöste Fälle aufzuklären.