Was passiert mit all den alten Autos, die jeden Tag in der EU entsorgt werden? Jährlich verschwinden zwischen vier und sechs Millionen Fahrzeuge, wodurch wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Um diesem Verlust entgegenzuwirken, haben Forschende der Technischen Universität München im Rahmen des Projekts Car2Car innovative Verfahren entwickelt, die darauf abzielen, Kunststoffe im Recyclingprozess besser im Kreislauf zu halten. Diese neue Herangehensweise könnte nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch dabei helfen, die Klimaziele der EU zu erreichen.

Bei der Stilllegung eines Fahrzeugs werden verschiedene Komponenten wie Batterien und Katalysatoren ausgebaut, während der verbleibende Auto-Mix geschreddert wird. Hierbei fallen eine Vielzahl an Materialien an, darunter Metalle, Textilien sowie Kunststoffe und Verbundstoffe. Trotz der Komplexität der Rückgewinnung, gewinnt das Kunststoffrecycling innerhalb der Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Der EU-Vorschlag sieht vor, den Anteil an recyceltem Kunststoff in Neuwagen schrittweise auf 25 Prozent zu erhöhen, wobei mindestens 20 Prozent dieses Anteils aus „Closed-Loop-Recycling“ stammen müssen.

Neue Verordnung: Ein Schritt zur Kreislaufwirtschaft

Die Europäische Kommission hat kürzlich eine vorläufige politische Einigung über eine neue Verordnung zur Behandlung von Altfahrzeugen begrüßt, wie die österreichische Vertretung berichtet. Diese Verordnung wird die Konstruktion, Herstellung und Behandlung von Autos am Lebensende regeln und zielt auf eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise in der Automobilbranche ab. Mehrere Millionen Tonnen an Sekundärrohstoffen, darunter Stahl und Aluminium, sollen jährlich recycelt und der Industrie wieder zugeführt werden.

Stéphane Séjourné, Exekutiv-Vizepräsident der Kommission, hebt hervor, dass diese Maßnahmen ein nachhaltiges Geschäftsmodell für die Recycling-Lieferkette in Europa schaffen sollen. Da die Automobilindustrie einer der größten Verbraucher von Rohstoffen ist, wird eine verbesserte Sammlung und Demontage der Fahrzeuge als notwendig erachtet, um einen höheren Recyclinganteil innerhalb der EU zu sichern.

Verbindliche Vorgaben und Herstellerverantwortung

Die neuen Regelungen werden verbindliche Vorgaben für Fahrzeughersteller beinhalten. Ab 2036 müssen mindestens 25 Prozent der Kunststoffe in Fahrzeugen aus Rezyklaten stammen, wovon 20 Prozent aus Altfahrzeugen kommen sollen. Außerdem werden die Behandlungsstandards für Altfahrzeuge verschärft, so dass künftig mindestens 30 Prozent der Kunststoffe recycelbar sein müssen.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erhöhung der Transparenz bei der Entsorgung von Fahrzeugen. Jährlich verschwinden in der EU nach Schätzungen etwa 3 bis 4 Millionen Fahrzeuge, deren Verbleib oft unklar bleibt. Dies führt nicht nur zu einem Verlust an Ressourcen, sondern auch zu Umweltproblemen. Die neue Verordnung möchte diesem Missstand durch striktere Kontrollen und die Vorgabe, dass nur verkehrssichere Fahrzeuge exportiert werden dürfen, entgegenwirken.

Mit dieser Neuregelung steht die EU vor einem bedeutenden Transformationsprozess, der nicht nur das Recycling von Materialien fördert, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet. Auch wenn die Branche noch am Anfang einer nachhaltigeren Entwicklung steht, ist der Schritt hin zu einer verbesserten Ressourcennutzung klar erkennbar, wie auch der BVSE feststellt. Das Ziel ist klar: weniger Abfall, mehr Recycling und eine umweltfreundliche Zukunft für die Automobilindustrie.