Die Technische Universität München (TUM) setzt mit der Einführung der „Board Academy“ ein gezieltes Zeichen in der Weiterbildung für Führungspersönlichkeiten. Dieses neue Programm, das vom TUM Institute for LifeLong Learning angeboten wird, richtet sich an Mitglieder von Aufsichtsräten, Vorständen und Geschäftsführungen. Es zielt darauf ab, Entscheidungsträger im Unternehmensumfeld über die neuesten technologischen Entwicklungen und deren Relevanz für die Wirtschaft und Gesellschaft zu informieren. Laut TUM soll die Weiterbildung dabei helfen, die Urteilsfähigkeit in komplexen und dynamischen Märkten zu fördern.

In einer Zeit, in der Unternehmen mit den Herausforderungen des technologischen Wandels und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert sind, bietet die Board Academy Raum für offene Diskussionen mit Spitzenforschenden. Teilnehmende haben die Möglichkeit, in Techlaboren den aktuellen Forschungsstand kennenzulernen und die Bedeutung neuer Technologien für ihre Branchen zu analysieren. Prof. Claudia Peus hebt hervor, dass ein Reality-Check dringend notwendig ist, um auch einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Technologische Souveränität als Schlüsselthema

Ein zentrales Thema, das durch die Board Academy deutlich wird, ist die Rolle der Technologien, insbesondere der Künstlichen Intelligenz (KI). Diese wird nicht nur bei der TUM als eine von sechs Schlüsseltechnologien definiert, die die europäische Industrie voranbringen sollen, sondern wird auch von der Europäischen Kommission durch einen Rechtsrahmen gefördert. Dieser Rahmen zielt darauf ab, Grundrechte zu garantieren und die Einführung sowie Innovation von KI innerhalb der EU zu unterstützen, wie TUM Brussels berichtet.

Trotz dieser Fortschritte sieht sich Europa jedoch Herausforderungen gegenüber, darunter ein Mangel an Ressourcen und eine starke Abhängigkeit von ausländischen Anbietern. Es ist wichtig, die technologische Souveränität in Europa zu stärken, damit die Entwicklung kritischer Technologien eigenständig vorangetrieben werden kann. Dabei müssen auch die Kompetenzen in der Entwicklung und Nutzung dieser Technologien signifikant verbessert werden. Die EuroTech Universities Alliance hat daher eine Veranstaltung organisiert, um die Bedeutung dieser Schlüsseltechnologien für den zukünftigen Wohlstand Europas zu beleuchten.

Die europäische Perspektive auf KI

Eine aktuelle Studie von Accenture zeigt, dass 62 % der europäischen Unternehmen auf souveräne KI setzen, also auf Lösungen, die mit eigenen Ressourcen entwickelt werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren. In Deutschland sind es sogar 72 % der Firmen, die dies unterstützen. Dies könnte als Indiz für eine wachsende Nachfrage in regulierungsintensiven Branchen gedeutet werden. Hohe Werte finden sich beispielsweise im Bankwesen und der öffentlichen Verwaltung, wo 76 % beziehungsweise 69 % der Unternehmen auf souveräne KI-Lösungen setzen wollen. Diese Tendenz zeigt sich auch in den Plänen vieler Organisationen, ihre Investitionen in die Kontrolle über Cloud, KI, Daten und Sicherheit in den kommenden Jahren zu erhöhen, wie Accenture feststellt.

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Durch die Trainierung und Weiterbildung im Bereich neuer Technologien, wie sie durch die Board Academy gefördert wird, kann die TUM nicht nur zur Verbesserung der unternehmerischen Kompetenzen in Deutschland beitragen, sondern auch zur Schaffung eines stabilen Rahmens für die Innovationsfähigkeit in Europa insgesamt.