Not My Fire: Wenn Musical und Klimakrise aufeinandertreffen
Am 22. Oktober 2026 präsentiert der schwule UdK-Professor und Bühnenregisseur Mathias Noack an der UdK Berlin sein neuestes Projekt mit Studierenden des zweiten Jahrgangs im Studiengang Musical/Show. Beginn ist um 19:00 Uhr.
„Not My Fire“ heißt die Produktion, die auf einem Skript von Laura Naumann basiert. Im Zentrum stehen Fragen, die sich nicht bequem wegsingen lassen: Wie viel ist uns die Erde wert? Wollen wir tatsächlich etwas verändern? Sind wir bereit, auf etwas zu verzichten? Und kann man angesichts von Schrecken guter Stimmung bleiben?
Zwischen Botschaft und Ekstase
Noacks Inszenierung untersucht das Spannungsfeld zwischen Botschaft und Unterhaltung. Bewusstsein soll entstehen, aber eben auch Ekstase und Unterhaltung. Die Themen und Aussagen werden gesungen und gesprochen vermittelt – auch dann, wenn sie unangenehm oder unerwünscht sind. Das klingt nach einem Abend, an dem die gute Laune nicht einfach verschwindet, sondern sich mit den unbequemen Fragen ins Gehege kommt.
Auf der Bühne stehen Fenna Appold, Felix Bickele, Solen Brice, Anna Höfferer, Elias Raddatz, Katharina Shamiyeh und Michel Wiesinger.
Kultur spricht über Klima – und verbraucht selbst Ressourcen
Der Konflikt, den „Not My Fire“ aufgreift, reicht über die Bühne hinaus. Das Umweltbundesamt veranstaltet im Rahmen des Programms „Kunst und Umwelt“ ein Online-Gespräch zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kultursektor. Der Termin war am 15. Juli 2025 von 15 bis 16 Uhr; die Informationen wurden zuletzt am 14. Juli 2025 aktualisiert.
Andreas Beitin, promovierter Kunsthistoriker, Kurator und seit 2019 Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg, sprach dort mit Jacob Bilabel, dem Leiter der Green Culture Anlaufstelle. Im Mittelpunkt standen der ökologische Fußabdruck von Kultureinrichtungen, Unterstützungsangebote für Kulturinstitutionen und die Frage, welche Folgen eine betriebliche Klimabilanzierung für die künstlerische Programmplanung haben kann.
Klimawandel und Umweltzerstörung tauchen in der Gegenwartskunst häufig auf: bei Großausstellungen, in Museen, Theatern und Kunstvereinen. Gleichzeitig verursacht der Kulturbetrieb selbst Emissionen und verbraucht Ressourcen – durch Heizungs- und Klimaanlagen, Beleuchtung und Abfallmanagement, den Bau großer Kulturgebäude wie des Humboldtforums und des Museums der Moderne in Berlin, durch Flugreisen von Kulturpersonal und Kulturtourismus sowie durch den internationalen Transport von Kunstwerken im Leihverkehr.
Wenn Hitze auch Sammlungen zusetzt
Im Gespräch des Umweltbundesamts ging es deshalb auch darum, wie Kulturinstitutionen Ressourcen, Material und Energie effizienter einsetzen können und welche Programme und Hilfsangebote dafür existieren. Zugleich sind Museen, Theater und andere Einrichtungen selbst von den Folgen des Klimawandels betroffen: Hitze belastet Publikum und Sammlungen, Dürre und starke Niederschläge gefährden historische Schloss- und Gartenanlagen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anpassung von Museen und anderen Einrichtungen an diese Veränderungen – auch im laufenden Betrieb und unter finanziell angespannten Bedingungen. Beitin versteht Kulturinstitutionen als Diskursplattformen für gesellschaftliche, soziale, ökologische und ökonomische Entwicklungen. Zuvor leitete er das ZKM Museum für Neue Kunst in Karlsruhe und das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen; für seine kuratorische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Jacob Bilabel gilt als Experte für Kunst, Kultur und Nachhaltigkeit. Er leitet die durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Green Culture Anlaufstelle und war in leitender Funktion beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien tätig. 2019 gründete er außerdem die paneuropäische Green Music Initiative, eine unabhängige Denkfabrik sowie Forschungs- und Innovationsagentur für den Musik- und Entertainmentsektor.
Weitere Informationen gibt es beim Kunstmuseum Wolfsburg und bei der Green Culture Anlaufstelle. Der damalige Teilnahmelink führte zum Online-Gespräch des Umweltbundesamts. Schlagwort: Kunst und Umwelt.
