Die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf hat eine bemerkenswerte Neuigkeit zu vermelden. Am 29. April 2026 wurde Professorin Anna De Paoli geehrt und erhielt einen Ruf auf die Professur für Filmproduktion. Ihr Fokus liegt auf der faszinierenden zeitlichen Dimension des Kinofilms, insbesondere wie der Film verschiedene Generationen beeinflusst und begeistert.
Ein Blick auf Filmklassiker wie „Nosferatu“ zeigt deutlich, dass sie von jungen Menschen oft als Neuentdeckung wahrgenommen werden, besonders wenn sie in 35mm Projektionen gezeigt werden. Ein wichtiger Aspekt, den De Paoli hervorhebt, ist die Überdauerung von Filmen, die stark von ihrer Qualität und dem Dialog mit nachfolgenden Generationen abhängt. Daher ist es nicht überraschend, dass sie bei ihrer Lehre auf Filme setzt, die die Studierenden zum Nachdenken anregen.
Ein innovativer Lehransatz
In ihrer Rolle als Professorin nutzt De Paoli verschiedene Filme, um die Studierenden in ihren Seminaren einzubeziehen. Zurzeit stehen unter anderem der Kurzfilm „Suspense“ von 1913 sowie die Debütfilme „A Quiet Girl“ und „Piaffe“ auf dem Lehrplan. Sie sieht es als Privileg, Filmprojektionen selbst steuern zu können und genießt die Seminare, die direkt im Kino stattfinden.
Ein ganz besonderes Augenmerk legt sie auf die Entwicklung und Umsetzung von Ideen im Kontext bestehender Werke. In der Projektarbeit experimentieren die Studierenden unter ihrer Anleitung mit unterschiedlichen Genres. Ein zentrales Anliegen von De Paoli ist es, den Rahmen des Möglichen zu erweitern und neue Zugänge zur Filmproduktion zu schaffen.
FILM MACHT SCHULE
Parallel zu ihrer Professur hat De Paoli auch Verbindungen zur Initiative „FILM MACHT SCHULE“. Diese internationale Filmbildungsinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen Filmschaffenden und Schüler*innen zu fördern. Im Rahmen der Methode “Cinema en curs” werden Schüler*innen aus verschiedenen Ländern in die Welt des Films eingeführt. Sie lernen Filmrezeption und -analyse, um gemeinsam ein Dokumentarfilmprojekt zu entwickeln, das ihre Lebens- und Erfahrungswelt thematisiert. Diese Projekte können über ein Schuljahr oder in modularen 3-4 Monaten realisiert werden, wobei wöchentliche Workshops den Schulalltag bereichern.
Die Lehrkräfte arbeiten dabei eng mit Filmemacher*innen zusammen, und am Ende dieser intensiven Workshopreihe steht eine Präsentation im Kinosaal vor Publikum. Solche Momente sind für die Schüler*innen von ogrommer Bedeutung und tragen wesentlich zur filmischen Bildung bei.
Von 2018 bis 2021 wurde die cinema en curs-Methodik an das deutsche Schulsystem angepasst, unterstützt durch die Kulturstiftung des Bundes. Durch entsprechende pädagogische Materialien auf Deutsch und eine Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam werden Schüler*innen optimal auf ihre filmische Reise vorbereitet.
Anna De Paoli ist überzeugt von der Bedeutung der künstlerischen Praxis und der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Filmuni. Ihre Pläne, die Reihe „TENDENZEN“ für Gasthörende zu öffnen und als Podcast zu veröffentlichen, zeigen bereits jetzt ihre Ambitionen, den Dialog über Film in verschiedene Richtungen zu öffnen. Es wird spannend zu sehen, wie sich ihr Engagement und ihre Vision für die Zukunft des Films entwickeln werden.