Das Chile-Wandbild vor dem Audimax der Universität Bielefeld hat viel zu feiern: Es wird 50 Jahre alt und ist seit kurzem in die Denkmalliste der Stadt Bielefeld eingetragen. Damit erhält dieses beeindruckende Kunstwerk nicht nur Anerkennung, sondern auch eine umfassende Restaurierung steht bevor. Die Initiative stammt vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW in Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde. Die Restauratorin Sunniva Vohland wird ein Konzept entwickeln, das die Reinigung und Renovierung des 16 Meter langen und 4 Meter hohen Murals umfasst. Im Herbst 2026 soll mit den Arbeiten begonnen werden, nach einer sorgfältigen Voruntersuchung.

Das Wandbild, das in der Tradition des lateinamerikanischen „Muralismo“ steht, wurde in der Nacht auf den 12. Dezember 1976 heimlich von der exilchilenischen „Brigade Salvador Allende“ und dem Bielefelder AStA an die Wand gebracht. Hintergrund war der Militärputsch von Augusto Pinochet gegen die gewählte Volksfrontregierung Salvador Allendes am 11. September 1973. Die Aktion dauerte 14 Stunden und war konspirativ organisiert, was damals für viel Stirnrunzeln sorgte.

Eine Geschichte des Widerstands

Die Botschaft des Wandbildes ist klar: Es thematisiert nicht nur den Putsch, sondern auch den Widerstand und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Chile. In der Folge kam es an der Universität zu einem regen Austausch, mit Diskussionsveranstaltungen und Konzerten unter dem Motto „Solidarität mit dem chilenischen Volk“. Auch wenn die Universitätsleitung damals das unrechtmäßige Zustandekommen des Wandbildes kritisierte, sprach sich der Senat für den Erhalt aus. Dies war ein starkes Zeichen gegen die Duldung des Faschismus.

In der Vergangenheit wurde das Wandbild mehrfach angegriffen, blieb jedoch stets unangetastet. Während der kürzlichen Planungen zur Modernisierung des Hauptgebäudes der Universität wurde beschlossen, das Kunstwerk zu erhalten, was zur bevorstehenden Restaurierung führt. Mit einer filmischen Dokumentation und einer Feierstunde anlässlich des 35-jährigen Bestehens wurde das Bild 2011 erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Bedeutung des Wandbildes als Ausdruck des Widerstandes bleibt ungebrochen.

Ein Programm für die Jubiläumsfeier

Anlässlich des Jubiläums wird der AStA ein Veranstaltungsprogramm unter dem Titel „Mural50“ vom 13. bis 18. Juli anbieten. Infotafeln sollen der umfassenden Dokumentation der Geschichte des Wandbildes dienen und Studierende für seine Bedeutung sensibilisieren. Das geplante Restaurierungskonzept wird zudem Vorschläge zur Präsentation, Beleuchtung und zum Schutz des Kunstwerks in der neuen Umgebung des sanierten Neubaus beinhalten.

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Das Bielefelder Chile-Wandbild gilt mittlerweile als das einzige Mural seiner Thematik in Deutschland, das an seinem ursprünglichen Standort erhalten bleibt. Der Bescheid über die Eintragung in die Denkmalliste hebt das öffentliche Interesse an diesem kulturhistorischen Erbe, sowohl aus historischen als auch aus künstlerischen Gründen, hervor. Damit wird nicht nur die Vergangenheit gewürdigt, sondern auch ein Stück Geschichte für die kommenden Generationen bewahrt. aktuell.uni-bielefeld.de und chronik.uni-bielefeld.de berichten über die Entwicklungen rund um dieses bedeutende Kunstwerk.