Am 18. Mai 2026 fand eine Klausurtagung des Akademischen Senats der Universität Bremen statt, die das zentrale Thema Resilienz in Zeiten zunehmender Angriffe auf Hochschulen, Forschende und die Wissenschaftsfreiheit behandelte. In der aktuellen Diskussion wird die steigende Verbreitung anti-wissenschaftlicher und anti-demokratischer Meinungen im Internet als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen. Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda hob in seinem Impulsvortrag den Druck auf Universitäten, insbesondere in den USA, hervor und verwies auf erfolgreiche Kampagnen gegen essentielle Themen wie Klimaforschung, Gleichstellung und Diversität.

Die Wissenschaftsfreiheit ist weltweit gefährdet, und dies betrifft auch Deutschland. Rektorin Jutta Günther unterstrich die Dringlichkeit, Netzwerke zu bilden und die institutionelle Resilienz zu stärken. Laut Günther sind Mut und Entschlossenheit erforderlich, um die Angriffe auf die Wissenschaft infolge politischer Instrumentalisierung abzuwehren. Zudem stellte Petra Dobner, Professorin für Politikwissenschaften, die aktuelle Situation der Hochschulen in Sachsen-Anhalt in den Kontext der bevorstehenden Landtagswahl, wodurch die brisante Thematik definitiv zu einem Hot-Button-Thema der Demokratiebildung wurde.

Institutionelle Resilienz im Fokus

Anwesende des Akademischen Senats zeigten sich einig darin, die Thematik der institutionellen Resilienz weiter zu verfolgen. Ziel ist es, die hochschulpolitische Arbeit zu stärken und das Bewusstsein für die Gremienarbeit innerhalb der Universität zu erhöhen. Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung betont die Notwendigkeit von resilienten Hochschulen in Zeiten politischer Polarisierung und aufkommender Angriffe auf die Hochschulautonomie sowie die Wissenschaftsfreiheit. Laut den Analysen nehmen Hochschulleitungen die Wissenschaftsfreiheit als gesichert wahr, während Bürger*innen signifikante Risiken der politischen Einflussnahme identifizieren.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass betroffene Personen, die unter antisemitischen oder extremistischen Angriffen leiden, auf verlässliche Unterstützungsstrukturen zugreifen können. Viele Hochschulen arbeiten aktiv an Themen wie der Resilienz des Wissenschaftssystems, dem Umgang mit politischem Druck sowie dem Schutz der akademischen Freiheit. Der Bereich ist jedoch fragmentiert, was einen klaren Bedarf an systematischer Auffindbarkeit von Ressourcen und Publikationen aufzeigt, wie CHE berichtet.

Verstärkung der demokratischen Werte

Zusammenfassend unterstrichen die Teilnehmenden der Tagung die Bedeutung von Gesetzen und gesetzlich geschützten Institutionen, aber auch das Engagement der Menschen in den Institutionen für die Demokratie. Mit Blick auf die drohenden Erosionsrisiken wird eine aktive Gegenreaktion gefordert. In diesem Zusammenhang analysiert der GERDEA-Forschungsverbund die rechten Anfeindungen gegen die Wissenschaft sowie die Rolle der Wissenschaftskommunikation in unsicheren Zeiten. Die verschiedenen Studien und Policy Papers, darunter von Justus Henke und Peer Pasternack, zeigen eine klare Handlungsnotwendigkeit auf, um die Herausforderungen an die Wissenschaft und die Demokratie durch politische Einflussnahme zu begegnen.

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Die Diskussion rund um die Resilienz der Hochschulen ist aktueller denn je, da der Druck auf diese vitalen Institutionen nicht nachzulassen scheint und die Notwendigkeit einer strukturierten und koordinierten Antwort auf die Herausforderungen weiter wächst. Uni Bremen liefert dazu die neuesten Einblicke und Perspektiven, die sowohl im akademischen als auch im gesellschaftlichen Kontext von Bedeutung sind.