In Deutschland haben Studierende heutzutage mit einer Vielzahl psychischer Belastungen zu kämpfen. Nur wenige sind sich der steigenden Zahlen von Depressionen und Angststörungen bewusst, die zunehmend die akademische Landschaft prägen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird an der Universität Duisburg-Essen das Projekt „PsychKOMPASS“ bearbeitet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Wasem und Dr. Carina Abels, zielt dieses dreijährige Verbundprojekt auf die systematische Erfassung und Analyse psychosozialer Beratungsangebote an Hochschulen ab.

Die steigende Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung wird deutlich; dennoch fehlt es bisher an einem umfassenden Überblick über die bestehenden Angebote. Das Projekt wird in Kooperation mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Universitätsklinik Essen und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung durchgeführt. Überdies wird es von mehreren bundesweit tätigen Vereinen unterstützt, um die Relevanz und Vielfalt der Bedürfnisse besser abzubilden.

Bedarfserfassung und Angebotsanalyse

Ein innovativer Mixed-Methods-Ansatz kommt zum Einsatz, um sowohl die Strukturen als auch die Inhalte sowie die Zugänglichkeit der Angebote zu untersuchen. Besondere Beachtung finden dabei die Bedürfnisse von vulnerablen Gruppen. Dazu gehören unter anderem Studierende mit Behinderung, internationale Studierende und solchen mit familiären Pflegetätigkeiten. Durch Fokusgruppen wird ergründet, an welchen Stellen Hürden bestehen, die die Inanspruchnahme der Hilfsangebote erschweren.

Ein zentrales Ziel besteht darin, praktikable Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Beratungsangebote zu entwickeln. So spiegeln sich im Projekt auch die Ergebnisse einer umfassenden Analyse, die auf den Erfahrungen von Studierenden basiert. Diese sind nicht zu unterschätzen, da die psychische Gesundheit von Studierenden in Deutschland seit der COVID-19-Pandemie eine deutliche Verschlechterung erfahren hat, was durch die Studie „Befragung zu Studienbedingungen und (psychischer) Gesundheit an Hochschulen – StudiBiFra“ belegt wird.

Ergebnisse und Ausblick

Eine Befragung von über 20.000 Studierenden zeigt alarmierende Zahlen: Rund 36,4 % machen sich häufig Sorgen um ihre Gesundheit, 32,0 % fühlen sich oft traurig und 44,6 % klagen über Konzentrationsprobleme. Vor allem weibliche und diverse Personen sowie Studierende über das erste Studienjahr hinaus sind von psychischen Belastungen betroffen. Daraus ergibt sich dringender Handlungsbedarf, besonders hinsichtlich der Anpassung und Verbesserung der psychosozialen Angebote.

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Das Projekt „PsychKOMPASS“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Die Ergebnisse werden im Rahmen von Open Access-Publikationen sowohl Hochschulen als auch Studierenden und politischen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht, um eine breitere Diskussion über notwendige Unterstützungsangebote zu fördern. Damit wird nicht nur der individuelle Bedarf abgedeckt, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung getragen, die psychische Gesundheit in den Fokus zu rücken.