UDE-Forscher Stéphane Kenmoe wird Fellow der American Physical Society
PD Dr. Stéphane Kenmoe von der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist zum Fellow der American Physical Society (APS) gewählt worden. Die Fachgesellschaft würdigt damit seine computergestützte Forschung zu Materialoberflächen und katalytischen Prozessen ebenso wie seine Beiträge zu Anwendungen wie der Wasserstoffgewinnung und umweltfreundlicheren Kraftstoffen.
Die Auszeichnung ist in der Physik keineswegs alltäglich: Jährlich dürfen höchstens 0,5 Prozent der APS-Mitglieder – Studierende ausgenommen – neu zu Fellows gewählt werden. Über die Aufnahme entscheiden wissenschaftliche Fachkolleginnen und Fachkollegen. Für Kenmoe kommt die Anerkennung zu einer Arbeit hinzu, die zwischen Computersimulation, Chemie und internationaler Wissenschaftskommunikation pendelt.
Atomebene statt Reagenzglas
Kenmoe untersucht mithilfe von Computersimulationen auf atomarer Ebene, wie Wassermoleküle mit Katalysatoroberflächen wechselwirken. Auf dem Bildschirm geht es um Bewegungen und Bindungen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, aber darüber entscheiden können, wie gut eine chemische Reaktion abläuft. Das Ziel: leistungsfähigere und effizientere Katalysatoren.
Ein Beispiel ist die Wasserspaltung zur Herstellung von Wasserstoff. Auch Katalysatoren für die Wasserstoffproduktion und für sauberere Brennstoffe gehören zu den Anwendungsfeldern seiner Forschung. An der UDE-Fakultät für Chemie leitet Kenmoe die Arbeitsgruppe „Condensed Matter Chemistry and Physics“.
Die Gruppe erforscht unter anderem Metalloxide, die teure Katalysatormaterialien ersetzen könnten. Außerdem untersucht das Team Oxidationsreaktionen in Flüssigkeiten – im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs/Transregio 247.
Wissenschaft soll nicht hinter verschlossenen Türen bleiben
Kenmoe, der in Kamerun geboren wurde, verbindet seine Forschung mit internationalem Engagement für Physikbildung und Wissenschaftskommunikation. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden sollen weltweit zugänglich sein, nicht nur für jene, die ohnehin an gut ausgestatteten Hochschulen arbeiten.
2018 gründete er das Fortbildungsprogramm CASESMA. Es vermittelt Nachwuchswissenschaftler:innen aus afrikanischen Ländern Methoden der computergestützten Physik und Chemie und vernetzt sie mit internationalen Fachleuten. Mehr als 400 junge Forschende haben bisher teilgenommen.
Auch über den Hörsaal hinaus sucht Kenmoe nach Wegen, Naturwissenschaften sichtbar zu machen. Er war als Mitautor des Drehbuchs und an der Produktion des Spielfilms Seeds of Science beteiligt. Darin geht es um ein Mädchen in Subsahara-Afrika, das sich für Wissenschaft begeistert beziehungsweise seine Begeisterung für Naturwissenschaften entdeckt – und um den schwierigen Zugang zu Bildung. Kein trockenes Lehrstück, eher eine Geschichte mit Reibung.
Kontakt
PD Dr. Stéphane Kenmoe ist an der Fakultät für Chemie der Universität Duisburg-Essen erreichbar: Tel. 0201 183 2497, stephane.kenmoe@uni-due.de.
