An der Universität Erfurt startet im Januar 2027 ein Forschungsprojekt, das den langen Weg zur Endometriose-Diagnose verkürzen soll. Das Bundesgesundheitsministerium fördert die Untersuchung mit 1,2 Millionen Euro. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die für viele Betroffene längst Alltag ist: Warum dauert es oft so lange, bis ihre Beschwerden richtig eingeordnet werden?

In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zwei bis vier Millionen Menschen von Endometriose betroffen. Von den ersten Symptomen bis zur Diagnose vergehen laut Endometriose-Vereinigung Deutschland im Durchschnitt siebeneinhalb Jahre. Siebeneinhalb Jahre – eine Zahl, die erst einmal trocken klingt, sich für Betroffene aber vermutlich eher wie eine zähe Warteschleife anfühlt.

Wenn Schmerzen lange keinen Namen haben

Typisch sind Unterleibsschmerzen, Übelkeit und eine verminderte Fruchtbarkeit. Ursache ist Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt und sich außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Besonders während der Menstruation kann dieses Gewebe Schmerzen verursachen.

Eine frühzeitige Diagnose kann sich laut Universität Erfurt auf den Krankheitsverlauf, die Lebensqualität und den möglichen Schmerzmittelkonsum auswirken. Genau hier setzt das Projekt an. Die Wissenschaftlerin Dr. Sarah Eitze beschäftigt sich seit drei Jahren mit Endometriose und sieht soziale, individuelle und systemische Barrieren als mögliche Gründe für die langen Diagnosezeiten.

Was im Umfeld und in Praxen passiert

Untersucht werden soziale und psychologische Faktoren: der Einfluss des sozialen Umfelds, das mögliche Herunterspielen von Schmerzen und gesellschaftliche Tabus. Manchmal werden Beschwerden offenbar nicht ernst genommen – von anderen, vielleicht auch von den Betroffenen selbst. Dazu kommen mögliche Verzögerungen im medizinischen Bereich.

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In den kommenden fünf Jahren sollen Menschen mit Endometriose-Symptomen ebenso befragt werden wie Personen ohne solche Symptome. Zusätzlich sind Interviews mit Hausärzten und Gynäkologen geplant. Das Forschungsprojekt der Universität Erfurt will auf diese Weise die Ursachen der langen Diagnosewege untersuchen und die medizinische Versorgung verbessern.

Schulungen für eine frühere Erkennung

Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Schulungsunterlagen zur früheren Erkennung von Endometriose entwickelt werden. Ob daraus im Alltag schneller eine passende Untersuchung, ein klareres Gespräch oder schlicht mehr Aufmerksamkeit für die Beschwerden entsteht, soll sich aus den Forschungsergebnissen ableiten lassen.

Der bereitgestellte Text der Endometriose-Vereinigung Deutschland zur Studie enthält ausschließlich PDF-Rohdaten und keinen lesbaren Nachrichtenartikel. Für das Projekt an der Uni Erfurt bleiben damit vor allem die angekündigten Befragungen, Interviews und die geplanten Schulungsunterlagen als nächste konkrete Schritte. Viel Stoff also – und fünf Jahre Zeit, ihn sorgfältig auszuwerten.